Biessenhofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Biessenhofen
Biessenhofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Biessenhofen hervorgehoben
Koordinaten: 47° 50′ N, 10° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Biessenhofen
Höhe: 710 m ü. NHN
Fläche: 27,02 km2
Einwohner: 4073 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 151 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87640
Vorwahl: 08341
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 112
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Füssener Str. 12
87640 Biessenhofen
Webpräsenz: www.biessenhofen.de
Bürgermeister: Wolfgang Eurisch (CSU/Überpart. Wählergem.)
Lage der Gemeinde Biessenhofen im Landkreis Ostallgäu
ÖsterreichKempten (Allgäu)Landkreis OberallgäuKaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis UnterallgäuLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis Landsberg am LechRettenbach am AuerbergWestendorf (Landkreis Ostallgäu)Wald (Schwaben)Waal (Schwaben)UntrasriedUnterthingauHalblechStöttwangStötten am AuerbergSeegSchwangauRückholzRuderatshofenRoßhauptenRonsbergRieden (bei Kaufbeuren)Rieden am ForggenseePfrontenPforzenOsterzellOberostendorfObergünzburgNesselwangMauerstettenMarktoberdorfLengenwangLechbruck am SeeLamerdingenKraftisriedKaltentalJengenIrseeGünzachHopferauGörisriedGermaringenFüssenFriesenriedEisenberg (Schwaben)EggenthalBuchloeBidingenBaisweilBiessenhofenAitrangKarte
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Die 1928 neu errichtete Pfarrkirche in Biessenhofen

Biessenhofen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Biessenhofen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biessenhofen liegt in der Planungsregion Allgäu.

Es existieren die Gemarkungen Ebenhofen und Altdorf sowie die Ortsteile Altdorf, Biessenhofen, Ebenhofen, Hörmanshofen, Kreen und die Einöden Gennachsäge und Weiß.

Der Ort liegt in der Nähe des Bachtelsees und des Bärensees.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde urkundlich als Villa Buosahoua im Jahre 929 erstmals erwähnt. Biessenhofen gehörte zur Fürstabtei Kempten und ab 1610 zum Hochstift Augsburg. Auch gab es auf dem heutigen Gemeindegebiet die 1551 aus den Restbeständen der Herrschaft Kemnat durch Simprecht von Benzenau begründete kleine Herrschaft Ottilienberg mit dem Zentrum Dorf und Gericht Altdorf. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehören die Orte im Gemeindegebiet zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die politische Gemeinde.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1852 erhielt Biessenhofen Anschluss an die Eisenbahn. In den Jahren von 1864 bis 1876 hielt hier öfters der Hofzug des bayerischen Königshauses, und die hohen Herrschaften stiegen in bereitgestellte Kutschen um, um nach Füssen zu gelangen. 1905 siedelte sich die Allgäuer Alpenmilch AG in Biessenhofen an.

Zu Ende des Zweiten Weltkriegs befand sich in Biessenhofen aufgrund der verkehrsgünstigen Lage ein großes Entlassungslager der US-Armee.

Am 23. Dezember 1976 wurde der Name der Gemeinde Altdorf amtlich in Biessenhofen geändert.[3] Der neue Name der Gemeinde wurde erst nach einer Bürgeranhörung durch eine Regierungsverordnung festgelegt.

Im Jahre 2014 wurden im Ortsteil Altdorf bedeutende Grabbeigaben alemannischer Gräber des 5. bzw. 6. Jahrhunderts geborgen. Darüber hinaus wird vermutet, dass sich bei Altdorf die römische Siedlung Escone befunden haben soll.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Ebenhofen in die Gemeinde Altdorf eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biessenhofen wuchs von 1988 bis 2008 um 233 Einwohner bzw. etwa sechs Prozent.

Jahr Einwohner
1840 853
1900 1064
1939 1485
1950 2598
1961 2798
1970 3207
1987 3806
1991 3927
Jahr Einwohner
1995 3795
2000 4067
2001 4084
2004 4025
2005 4023
2006 4026
2007 4046
2008 4021
Jahr Einwohner
2009 4129
2010 3981
2011 4042
2012 4002
2013 3986
2014 3990
2015 4061
2016 4073

Quelle: BayLSt

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Wolfgang Eurisch (CSU)

Er löste bei den Kommunalwahlen im März 2008 den bisherigen, langjährigen hauptamtlichen Bürgermeister Erwin Fahr ab.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 26, im produzierenden Gewerbe 766 und im Bereich Handel und Verkehr 175 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 134 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1306. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es drei, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 56 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1446 ha. Davon waren 1419 ha Dauergrünfläche.

Größter Arbeitgeber in Biessenhofen ist ein Werk des Nestlé-Konzerns (gegründet 1905 als Tochterunternehmen der „Berner Alpenmilch“, umfirmiert 1917 als „Alpursa“, ab 1932 als „Allgäuer Alpenmilch AG“ und 1972 von Nestlé übernommen). Hergestellt wurden verschiedene Milchprodukte (früher u. a. die „Bärenmarke“). Inzwischen besteht der Hauptteil der Produktion aus hypoallergener Säuglingsnahrung und Instantbreien (Marken Alete und Beba), klinischer Trinknahrung (Marke Clinutren) sowie Suppen und Soßen (Marke Thomy Les Sauces) und seit 2004 auch trinkfertigen Kaffeeprodukten (Marke Nescafé Xpress).[5] Seit 2009 wird das Werk großflächig erweitert, um der steigenden Nachfrage nach Säuglingsnahrung gerecht zu werden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Biessenhofen liegt verkehrsgünstig am Schnittpunkt zweier Bahnlinien: Eine ist die Bayerische Allgäubahn von München nach Lindau (siehe auch Ludwig-Süd-Nord-Bahn von Lindau über Kempten (Allgäu) Richtung Augsburg und weiter nach Nürnberg), eine der ältesten bayerischen Eisenbahnstrecken. Da die meisten Züge heute ab Buchloe nach München abbiegen, hat man auch dahin Anschluss. Nach Füssen zweigt die Bahnstrecke Biessenhofen–Füssen (König-Ludwig-Bahn) ab, an der auch der Haltepunkt Ebenhofen liegt. Biessenhofen ist somit ein wichtiger Umsteige- und Pendlerbahnhof im Allgäu. Die Bundesstraße 16 führt durch Biessenhofen; an die Bundesstraße 12 besteht direkter Anschluss und somit auch zu den Autobahnen 96 und 7.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 125 Kindergartenplätze mit 125 Kindern
  • Volksschulen: zwei mit 28 Lehrern und 478 Schülern
  • Volkshochschule (VHS)

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Biessenhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=777&suchbegriff=7
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 519.
  5. Nestlé Deutschland AG Werk Biessenhofen