Bifrenaria

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bifrenaria
Bifrenaria harrisoniae

Bifrenaria harrisoniae

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Epidendroideae
Tribus: Maxillarieae
Untertribus: Lycastinae
Gattung: Bifrenaria
Wissenschaftlicher Name
Bifrenaria
Lindl.

Die Pflanzengattung Bifrenaria gehört zur Familie der Orchideen (Orchidaceae). Die etwa 21 Pflanzenarten kommen alle in Südamerika vor. Sie gedeihen meist epiphytisch oder an Felsen (lithophytisch). Aufgrund ihrer großen Blüten werden sie gelegentlich kultiviert.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Gartenflora von Bifrenaria harrisoniae

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bifrenaria-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Alle Arten dieser Gattung bilden an einem kriechenden Rhizom in kurzem Abstand Pseudobulben. Diese sind im Querschnitt angedeutet viereckig mit mehreren seitlichen Graten; sie bestehen aus einem einzigen Internodium. An der Spitze der Pseudobulben sitzen je ein oder zwei Laubblätter. Die Laubblätter sind länglich-oval, oft mit langer, spitzer Blattspitze, an der Basis keilförmig in einen kurzen Blattstiel auslaufend.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Blütenstand erscheint seitlich aus der Basis der Pseudobulben und wächst aufrecht oder bogig übergeneigt. Er trägt je nach Art nur eine oder mehrere Blüten. Die resupinierten Blüten sind fleischig oder wachsartig und relativ groß. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Die drei Sepalen sind annähernd gleich geformt, die beiden seitlichen sind miteinander und mit dem Fuß der Säule zu einer sackartigen Vertiefung verwachsen. Die Petalen sind ähnlich wie die drei äußeren Blütenblätter geformt, aber kleiner. Die Lippe ist dreilappig, an der Basis schmal und mit dem Säulenfuß verwachsen. Die zwei Seitenlappen stehen aufrecht, der mittlere Lappen ist oft behaart. Die leicht gebogene Säule ist an der Basis verlängert, dort ist die Lippe angewachsen („Säulen-Fuß“). Das Staubblatt sitzt terminal und ist gegenüber der Säulenachse hinabgebogen. Die zwei oder vier harten, gelben Pollinien sind über zwei separate Stielchen mit einem Haftorgan (Viscidium) verbunden.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von einigen Bifrenaria-Arten ist bekannt, dass sie von Prachtbienen (Euglossini) bestäubt werden.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bifrenaria-Arten wachsen als Epiphyten in feuchten Wäldern in Höhenlagen von 200 bis 700 Metern.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Bifrenaria gehört zur Subtribus Lycastinae in der Tribus Maxillarieae in der Unterfamilie Epidendroideae innerhalb der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Dressler nennt Horvatia, Rudolfiella, Teuschera und eventuell Xylobium als nahe verwandte Gattungen, die eine Gruppe bilden, die auch als Subtribus Bifrenariinae bezeichnet werden kann. Die Arten der Gattung Rudolfiella werden gelegentlich auch zur Gattung Bifrenaria gerechnet.

Die Arten der Gattung Bifrenaria kommen im nördlichen Südamerika vom Golf von Mexiko im Norden bis nach Brasilien, Peru und Bolivien im Süden vor. Brasilien zählt die meisten Arten.

Es gibt etwa 21 Arten in der Gattung Bifrenaria:[1]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der großen, farbigen Blüten sind die Pflanzen in Kultur zu finden. Sie werden bei Temperaturen von 15 bis 20 °C und relativ hell gehalten. Es gibt einige gezüchtete Sorten sowie Hybriden mit Lycaste-Arten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • C.H. Dodson, C.A. Luer (2005): Orchidaceae part 2 (Aa–Cyrtidiorchis). In: G. Harling, L. Andersson (Hrsg.): Flora of Ecuador. Band 76, S. 68ff. Botanical Institute, Göteborg University, ISBN 91-88896-51-X.
  • Robert L. Dressler (1993): Phylogeny and Classification of the Orchid Family. S. 173. Cambridge University Press, ISBN 0-521-45058-6.
  • Jürgen Röth (1983): Orchideen. S. 133f. VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v Rafaël Govaerts (Hrsg.): Bifrenaria. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 8. Juli 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bifrenaria – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien