Bijapur (Distrikt, Karnataka)

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Distrikt Bijapur
ಬಿಜಾಪುರ ಜಿಲ್ಲೆ
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Karnataka
Division: Belgaum
Verwaltungssitz: Bijapur
Fläche: 10.508 km²
Einwohner: 2.175.102 (2011)
Bevölkerungsdichte: 207 Ew./km²
Website: bijapur.nic.in

Der Distrikt Bijapur (Kannada: ಬಿಜಾಪುರ ಜಿಲ್ಲೆ) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaates Karnataka. Verwaltungssitz ist die namensgebende Stadt Bijapur.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Alamatti-Staudamm am Krishna-Fluss

Der Distrikt Bijapur liegt im Norden Karnatakas an der Grenze zum Nachbarbundesstaat Maharashtra. Nachbardistrikte sind Gulbarga und Yadgir im Osten, Raichur im Südosten, Bagalkot im Südwesten, Belgaum im Westen (alle Karnataka) sowie in Maharashtra Sangli im Nordwesten und Solapur im Norden.

Mit einer Fläche von 10.508 Quadratkilometern ist der Distrikt Bijapur der viertgrößte Distrikt Karnatakas. Sein Gebiet gehört zum Hochland von Dekkan und hat eine Höhe von durchschnittlich 400 bis 600 Metern über dem Meeresspiegel. Das Distriktgebiet wird im Süden vom Krishna-Fluss und im Norden von dessen Nebenfluss Bhima begrenzt. An der Grenze zum Distrikt Bagalkot ist der Krishna durch den Almatti-Damm zu einem Stausee aufgestaut. Quer durch das Distriktgebiet fließt ferner der Fluss Don.

Der Distrikt Bijapur ist in die fünf Taluks Bijapur, Indi, Sindgi, Basavana Bagevadi und Muddebihal unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Ansicht Bijapurs (um 1860)

Das Gebiet des heutigen Distrikts Bijapur stand im Laufe seiner frühen Geschichte unter der Kontrolle wechselnder Herrscherdynastien. Zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert wurde das Gebiet von den Chalukya von Badami, den Rashtrakuta, den Chalukya von Kalyani, den Kalachuri, den Hoysala und den Yadava beherrscht. Mit der Eroberung des Gebiets durch das Sultanat Delhi begann Ende des 13. Jahrhunderts die muslimische Herrschaftsperiode im Bijapur. Mitte des 14. Jahrhunderts kam das Gebiet zum Bahmani-Sultanat, das sich von Delhi unabhängig gemacht hatte. Mit dem Verfall des Bahmani-Sultanats entstand seinerseits 1490 das Sultanat Bijapur. Auf dem Höhepunkt seiner Macht kontrollierte das Sultanat Bijapur weite Teile Südindiens, ehe es 1686 durch das Mogulreich unterworfen wurde. 1724 kam Bijapur an Hyderabad, das sich vom Mogulreich unabhängig gemacht wurde. 1760 endete die muslimische Herrschaftsperiode mit der Eroberung Bijapurs durch die Marathen.

1818 setzten die Briten im Dritten Marathenkrieg endgültig ihre Oberhoheit gegen die Marathen durch. Einige der Marathen-Staaten blieben aber als Fürstenstaaten unter britischer Oberhoheit bestehen. Das Gebiet von Bijapur wurde dem Fürstenstaat Satara zugeteilt. Als der letzte Herrscher von Satara im Jahr 1848 ohne männliche Erben starb, annektierten die Briten das Gebiet aber nach der Doctrine of Lapse. Das Gebiet von Bijapur wurde zunächst zwischen den Distrikten Solapur und Belgaum der Provinz Bombay aufgeteilt. 1864 wurde aus dem Gebiet schließlich ein eigenständiger Distrikt mit Sitz in Kaladgi gebildet. 1885 wurde der Sitz der Distriktverwaltung von Kaladgi nach Bijapur verlegt und der Distrikt in „Distrikt Bijapur“ umbenannt. Nach der indischen Unabhängigkeit 1947 kam der Distrikt Bijapur an den Bundesstaat Bombay. Als die indischen Bundesstaaten 1956 durch den States Reorganisation Act nach den Sprachgrenzen neu formiert wurden, wurde der Distrikt Bijapur dem kannadasprachigen Bundesstaat Mysore (1973 umbenannt in Karnataka) zugeteilt. 1997 wurde der Distrikt Bagalkot aus dem Distrikt Bijapur gelöst.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenszene in Bijapur

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat der Distrikt Bijapur 2.175.102 Einwohner. Zwischen 2001 und 2011 wuchs die Einwohnerzahl um 20,4 Prozent und damit deutlich schneller als im Mittel Karnatakas (15,7 Prozent). Die Bevölkerungsdichte liegt mit 207 Einwohnern pro Quadratkilometer aber deutlich unter dem Durchschnitt des Bundesstaates. (319 Einwohner pro Quadratkilometer). 23,0 Prozent der Einwohner des Distrikts leben in Städten. Die Alphabetisierungsquote liegt mit 67,2 Prozent unter dem Durchschnitt Karnatakas (75,6 Prozent).[1]

Unter den Einwohnern des Distrikts Bijapur stellen Hindus nach der Volkszählung 2001 mit 82,7 Prozent die Mehrheit. Daneben gibt es eine größere muslimische Minderheit von 16,3 Prozent. Die muslimische Bevölkerung konzentriert sich vor allem auf die Städte: Hier stellen sie fast ein Drittel der Einwohner.[2] Neben dem Kannada, der Hauptsprache Karnatakas, wird von der muslimischen Bevölkerung, wie in den meisten Teilen des Bundesstaates, Urdu gesprochen. Im Taluk Bijapur des Distrikts Bijapur besitzt das Urdu aufgrund des hohen Bevölkerungsanteils seiner Sprecher den Status einer beigeordneten Amtssprache.[3]

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Einwohner
(2001)[4]
Basavana Bagevadi 28.582
Bijapur 245.946
Indi 31.483
Muddebihal 28.235
Sindgi 27.749
Talikota 26.217

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Imperial Gazetteer of India. Band 8: Berhampore to Bombay. New edition. Clarendon Press, Oxford 1908, S. 175–185, Stichwort: Bijāpur District.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Distrikt Bijapur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals: Data Sheet (PDF-Datei; 1,62 MB) und Population and decadal growth rate by residence Persons. (PDF-Datei; 1,28 MB)
  2. @1@2Vorlage:Toter Link/www.censusindiamaps.net Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: Census GIS India.
  3. A. R. Fatihi: "Urdu in Karnataka", in: Language in India 2 : 9 December 2002.
  4. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order) (Memento vom 16. Juni 2004 im Internet Archive)