Bikiniartmuseum

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BikiniARTmuseum
DE-BR-bikiniART-03.jpg
Eingangsbereich des BikiniARTmuseums
Daten
Ort Bad Rappenau Welt-IconKoordinaten: 49° 12′ 44,5″ N, 9° 4′ 39,6″ O
Art
Eröffnung 5. Juli 2020
Website

Das BikiniARTmuseum (BAM) ist ein Museum für Bademode und Badekultur. Es wurde am 5. Juli 2020 in Bad Rappenau eröffnet.[1] Im BAM wird historisches und zeitgenössisches Wissen zu den Themen Bademode und Badekultur zusammengetragen und der Öffentlichkeit vorgestellt.[2][3][4]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer Ausstellungsfläche von 2.000 m2 auf zwei Etagen mit Kunstgarten wird die Geschichte der Bademode und Badekultur ab 1870 bis zur Gegenwart gezeigt. Das BikiniARTmuseum ist dreigeteilt. In den Bereichen History, Art und Move zeigt das Museum die Anfänge des öffentlichen Badens und die historischen Badebekleidungen sowie Gemälde, Fotokunst und Skulpturen, mediale Inszenierungen und interaktive Stationen.[5]

Die Sammlungsbereiche untergliedern sich nach Ländern und Kontinenten. Bedingt durch die unterschiedlichen Entwicklungen im jeweiligen Land zeigt das BikiniARTmuseum die Geschichte der Badekultur und Bademode auf nahezu allen Kontinenten der Welt. Insbesondere der südamerikanische Raum nimmt aufgrund seiner herausragenden Rolle hinsichtlich der Bademodenentwicklung seit der Mitte des 20. Jahrhunderts einen besonderen Stellenwert ein.[6]

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Initiator und Gründer des BAM ist der Regensburger Unternehmer Alexander Ruscheinsky[7]. Das Museum ist privat finanziert. Das BAM liegt an der Autobahnausfahrt Bad Rappenau in einem Gewerbegebiet.

Für die Gestaltung des ART-Deco-Gebäudes war der Architekt Haymo Ruscheinsky verantwortlich. Ein besonderes Merkmal ist die zehn Meter hohe Symbolfigur Janara, die auf dem Dach des Museums platziert ist und von der Klosterschmiede des Klosters Maria Laach gefertigt wurde.[8][9] Entworfen wurde die Symbolfigur von der brasilianischen Künstlerin Doris Geraldi.[10]

Ständige Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

30 Video-Beiträge, mehrere Hundert Ausstellungsstücke und bebilderte Texttafeln bieten einen vielschichtigen Einblick in die Geschichte und Kultur der Bademodenentwicklung in diversen Ländern der Welt von 1870 bis heute.[11] Die Themenfelder reichen von Designs und Schnitten, der Produktion und Textilindustrialisierung zur Zwangsenteignung von Bademodenfirmen während der NS-Zeit. Auch geografische Besonderheiten wie der „Bikini in München“ oder die „Badis in Zürich“ werden thematisiert. Ebenso wird das Lebenswerk emanzipierter Schwimmsportlerinnen wie Anette Kellerman[12] oder Gertrude Ederle[13] beleuchtet, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entscheidend zur Befreiung der Frau von der mitunter lebensgefährlichen Ganzkörperbekleidung beigetragen haben.[14]

Eine besondere Bedeutung wird dem „Goldenen Réard“ beigemessen, der als der historisch wertvollste Bikini der Welt gilt.[15] Hierbei handelt es sich um die einzige erhaltene Einzelanfertigung von Louis Réard, dem Erfinder des Bikini.[16]

Zusätzlich enthält die Sammlung des BikiniARTmuseums 12 von weltweit 16 erhaltenen Réard-Originalen. Dem Schaffen und Lebenswerk des Bikini-Erfinders ist eine 25-minütige Film- und Musikshow gewidmet.[17] Darin werden auch damit zusammenhängende gesellschaftspolitische Skandale wie die amerikanischen Atomversuche im Südpazifik (Bikini-Atoll) und der Aufstieg der Bikini-Ikonen Brigitte Bardot[18], Marilyn Monroe[19] und Ursula Andress (James Bond) thematisiert.

Die Geschichte der Bademode wird anhand von Bademodenexponaten aus allen Jahrzehnten und Stilrichtungen präsentiert. Von der historischen Entwicklung von 1870 bis 1930, bis hin zum mit Brigitte Bardot verbundenem „Riviera-Style“. Auch „Hollywood[20] mit Original-Badeanzügen von Schauspielgrößen wie Marilyn Monroe[21], „Poolside Rendezvous“ mit Kreationen international bedeutender Modedesigner wie Dior, Chanel oder Louis Vuitton sowie Einzelvitrinen zu bedeutenden Bademodenherstellern weltweit, beleuchten die Modegeschichte in ihren Einzelheiten.[22]

Ein weiterer Schwerpunkt des Museums liegt auf bildender Kunst, die primär Badende zum Sujet nimmt. Die Ausstellung umfasst Skulpturen, Fotokunst und Gemälde, darunter Bikini-Werke der Künstler Udo Lindenberg („Likörelle“)[23], Otto Waalkes („Ottifant im Bikini“)[24], Fotografien des Fotografen Roger Fritz[25], Zeichnungen von Heinrich Zille, klassische Radierungen von Paul Paeschke, eine mit Graffiti-Kunst gestaltete Wartburg sowie ein Nachbau des Eiffelturms von René Turrek. Daneben finden sich auch Werke internationaler Größen wie die des Spaniers Sergi Cadenas mit seinem Illusionsgemälde, Skulpturen von Gerard Mas, die weltbekannten Gouzous des Graffiti-Künstlers JACE aus La Réunion, Illustrationen von Saranovela aus New York, LED-Kunst aus Shanghai, Original-Fotografien der Pin-Up-Pionierin Bunny Yeager aus der „Funland Series“ sowie ausdrucksstarke Fotografien von George Daniell.

Bikini PopUp Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bikini PopUp Museum ist Teil des BikiniARTmuseums und ist das erste Selfie Museum in Baden-Württemberg.[26] Die Räumlichkeiten bieten über 50 Möglichkeiten für besondere Fotoaufnahmen.

Die Museumsbesucher erleben verschiedene „Instagram“-Installationen. Teil der interaktiven Ausstellung sind u. a. ein Bällebad, eine Badewanne, Engelsflügel, Magazin-Cover und eine Schaukel.

Das Bikini PopUp Museum richtet sich mit diesen Exponaten an Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Ausprobieren und Fotografieren sind im Bikini PopUp Museum ausdrücklich erlaubt.

Sonderausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 5. Juli 2020 bis April 2021 zeigte das BikiniARTmuseum in Kooperation mit Kurator Helmut Schuster die SonderausstellungBunny Yeager – The Queen of Pin-up“.[27][28] Diese erste Wechselausstellung des BikiniARTmuseums, die bereits in Kalifornien gezeigt wurde. Der Berliner Kurator Helmut Schuster sorgte in den 1990er-Jahren für die Wiederentdeckung ihrer erotischen Fotokunst. Die 29 Fotografien dokumentieren Bunny Yeagers Zusammenarbeit mit Pin-up-Ikone Bettie Page und Maria Stinger.Der internationale Kunstexperte und Museumsdirektor des „World Erotic Art Museum Miami“ Helmut Schuster gründete 1990 gemeinsam mit seiner Ehefrau Claudia Schuster die heute international renommierte Galerie Schuster. Seit 1990 betreute die Galerie Ausstellungsgalerien in Gelnhausen, Offenbach, Paris, Frankfurt, Berlin, Miami und Potsdam.[29]

Vom 8. Oktober 2021 bis 31. Januar 2022 zeigt das BikiniARTmuseum die aus der Gedenkhalle Oberhausen stammende Wechselausstellung „Marlene Dietrich. Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis.“ Zusätzlich wird ein Zweiteiler aus dem Besitz Marlene Dietrichs als Leihgabe der Deutschen Kinemathek Berlin ausgestellt, den sie gemäß erhaltenen Fotografien auch getragen hat. Ein vom BikiniARTmuseum exklusiv erschlossener Briefwechsel – darunter eine mit Kommentaren versehene Autobiografie – zwischen Marlene Dietrich und einem Bewunderer aus der DDR wirft zudem Licht auf die Persönlichkeit der deutschen Schauspielerin.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: BikiniARTmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Süddeutsche Zeitung: Der Bikini ist museumsreif. Abgerufen am 27. Oktober 2020.
  2. Stuttgarter Zeitung, Stuttgart Germany: Bad Rappenau bekommt das erste Bikinimuseum der Welt: Die große Geschichte eines kleinen Stückchens Stoff. Abgerufen am 3. November 2020.
  3. Nadja Sayej: The New Bikini Museum Bares (Almost) Everything. Abgerufen am 3. November 2020 (englisch).
  4. "BikiniArtMuseum": Weltweit erstes Museum für Bademoden öffnet in Bad Rappenau. Abgerufen am 3. November 2020.
  5. 360 Grad | Bikini-Museum öffnet die Tore | 09.07.20 - YouTube. Abgerufen am 3. November 2020.
  6. Süddeutsche Zeitung: Museum zeigt Geschichte des Bikinis. Abgerufen am 3. November 2020.
  7. Von Marianne Sperb 03 Juli 2020 04:30 Uhr: Der Traum von Mr. Bikini aus Regensburg. Abgerufen am 3. November 2020.
  8. Bad Rappenau 2020-03-04 18:37: Die größte Bikinifigur der Welt steht in Bad Rappenau - STIMME.de. Abgerufen am 3. November 2020.
  9. Neues Wahrzeichen im Ländle: Kloster liefert Bikini-Boxerin für Museum. Abgerufen am 3. November 2020.
  10. ESCULTURAS. Abgerufen am 3. November 2020 (portugiesisch).
  11. Abendzeitung Germany: Bikinimuseum zeigt Geschichte der Bademode. 3. Juli 2020, abgerufen am 3. November 2020.
  12. Weltweit erstes Bikini-Museum eröffnet am Sonntag in Bad Rappenau. 4. Juli 2020, abgerufen am 3. November 2020.
  13. Erik Eggers: Gertrud Ederle: „Lieber sterbe ich, bevor ich diesmal aufgebe!“ In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 3. November 2020]).
  14. WELT: Der Bikini ist museumsreif. In: DIE WELT. 3. Juli 2020 (welt.de [abgerufen am 3. November 2020]).
  15. Knappe Bikinis und üppiger geschnittene Badeanzüge verschiedener Modewellen zeigt das Bikini Art Museum, das am 5. Juli 2020 in Bad Rappenau eröffnet wird. Abgerufen am 3. November 2020.
  16. https://ze.tt/warum-der-bikini-das-wohl-skandaloeseste-kleidungsstueck-der-geschichte-ist/
  17. Bikini Museum. Abgerufen am 3. November 2020.
  18. Der Bikini ist museumsreif. 3. Juli 2020, abgerufen am 3. November 2020.
  19. Erstes Bikini-Museum der Welt eröffnet. Abgerufen am 3. November 2020.
  20. Ein Hauch von Hollywood im Bad Rappenauer Bikini-Art-Museum - STIMME.de. Abgerufen am 3. November 2020.
  21. Bad Rappenau: Ein Exponat von Marilyn Monroe im BikiniARTmuseum. Abgerufen am 3. November 2020.
  22. BikiniARTmuseum eröffnet in Bad Rappenau: Bademode für Ottifanten und Marilyn Monroe. Abgerufen am 3. November 2020.
  23. Bad Rappenau: Das "BikiniArtMuseum" ist einzigartig. Abgerufen am 3. November 2020.
  24. Otto Waalkes - Ottifant im Bikini. Abgerufen am 3. November 2020.
  25. Bikini Museum. Abgerufen am 3. November 2020.
  26. Bikini PopUp Museum. Abgerufen am 3. November 2020.
  27. BikiniARTmuseum: Bunny Yeager – The Queen of Pinup:. Abgerufen am 3. November 2020.
  28. Bikini Museum. Abgerufen am 3. November 2020.
  29. Gallery Schuster based in Berlin,Miami and Potsdam. Abgerufen am 3. November 2020.