Bildschaffende Methode

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Bildschaffende Methoden sind Experimentalanordnungen mit denen versucht wird angenommene Wesenseigenschaften und Kräfte-Zusammenhänge von Untersuchungsobjekten qualitativ zu erfassen.[1] Die dabei festgestellten Fließ- und Kristallisationsformen sollen je nach Zusammensetzung von Wasser, organischen Materialien, Pflanzensäften oder Blut in charakteristischer Ausprägung variieren. In ökologisch orientierten, anthroposophischen und anderen esoterischen Kreisen wird die Ansicht vertreten, dass die Inhaltsstoffanalyse von Lebensmitteln die Qualität nur teilweise erfasse; die sogenannte „Vitalqualität“, „Lebenskraft“ oder „innere Qualität“ von Lebensmitteln sei dagegen durch bildschaffende Verfahren beurteilbar.

Einige bildschaffende Methoden werden mittels verschiedener Techniken seit mehreren Jahrzehnten angewandt:

  1. Die kapillardynamische Steigbildmethode nach Lili Kolisko (Ehefrau von Eugen Kolisko),
  2. die Kupferchloridkristallisation nach Ehrenfried Pfeiffer,
  3. das Rundfilterchromatogramm nach Ehrenfried Pfeiffer, und
  4. die Tropfbildmethode nach Theodor Schwenk.

Das Prinzip dieser Untersuchungsverfahren besteht darin, eine Probe einem System zuzusetzen, in dem aufgrund einer dem System eigenen Instabilität (non-equilibrium system) ein formbildender (strukturbildender) Vorgang stattfindet. Die so entstandenen Strukturen werden nach morphologischen Kriterien ausgewertet (bei der Kupferchloridkristallisation beispielsweise Art, Anzahl und Ordnung der Verzweigungen, mit Computer-Bildanalyse messbare Eigenschaften der Textur[2]) und im Hinblick auf den Untersuchungsgegenstand beurteilt.

Die Mehrzahl der bildschaffenden Methoden sind wissenschaftlich nicht anerkannt, jedoch befassen sich neuere Arbeiten mit der Validierung hinsichtlich bestimmter Anwendungen.[3][4] Einzelne Methoden erlangten eine begrenzte Bedeutung im Bereiche der Lebensmittelbranche (Naturkost) und der anthroposophischen Arzneimittel- und Kosmetikaherstellung sowie zur nicht offiziellen Wasseruntersuchung (Tropfbildmethode). Die bildschaffenden Methoden sind nicht mit den bildgebenden Verfahren der Medizin zu verwechseln.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aus A. Zalecka (2007): „Seit den 1980er Jahren wächst die Bedeutung der sog. Bildschaffenden Methoden für die Bestimmung der Qualität ökologischer Produkte. Zu diesen Methoden gehört die Biokristallisation, Steigbild und Rundfilter-Chromatographie. Die Ergebnisse dieser Methoden sind Bilder, die anhand definierter Kriterien ausgewertet werden.“
  2. Aumaporn Meelursarn: Statistical evaluation of texture analysis from the biocrystallization method. Effect of image parameters to differentiate samples from different farming systems. Dissertation, Universität Kassel 2007
  3. Bernhard Johannes Kahl: Entwicklung, in-house Validierung und Anwendung des ganzheitlichen Verfahrens Biokristallisation für die Unterscheidung von Weizen-, Möhren- und Apfelproben aus unterschiedlichem Anbau und Verarbeitungsschritten. Habilitationsschrift, Universität Kassel 2007
  4. Aneta Zalecka, Entwicklung und Validierung der Steigbildmethode zur Differenzierung von ausgewählten Lebensmitteln aus verschiedenen Anbausystemen und Verarbeitungsprozessen. Dissertation, Universität Kassel 2007

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]