Bildträger

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Bildträger ist im Rechtswesen ein technischer Datenträger zur Speicherung und Übertragung von Bildern, Lichtbildern, Filmen oder Videosignalen. In der bildenden Kunst wird hiermit der Untergrund eines Bildes bezeichnet.

Recht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmrolle Kodachrome II für Diapositive

Das Jugendschutzgesetz (JuSchG) verwendet für seine Zwecke in § 12 Abs. 1 JuSchG eine Legaldefinition, wonach es sich bei Bildträgern um „bespielte Videokassetten und andere zur Weitergabe geeignete, für die Wiedergabe auf oder das Spiel an Bildschirmgeräten mit Filmen oder Spielen programmierte Datenträger“ handelt.[1]

Diese eingeschränkte Definition kann rechtlich auf alle Bildarten erweitert werden. Bei Tonfilmen kommen Bild- und Tonträger auf dem Filmstreifen zusammen, der Begleitton im Fernsehen wird mittels Frequenzmultiplexverfahren mit einem eigenen Tonträger realisiert. Entsprechend der Rechtslage bei Tonträgern sieht das Urheberrechtsgesetz (UrhG) vor, dass dem Urheber auch das Recht zusteht, Vorträge oder Aufführungen seines Werkes mittels Bildträger öffentlich wahrnehmbar zu machen.[2] Nach § 94 Abs. 1 UrhG hat der Filmhersteller das ausschließliche Recht, den Bildträger oder Bild- und Tonträger, auf den das Filmwerk aufgenommen ist, zu vervielfältigen, zu verbreiten und zur öffentlichen Vorführung, Funksendung oder öffentlichen Zugänglichmachung zu benutzen.

Als Bildträger kommen insbesondere Filmstreifen (Mikroform, fotografischer Film), Diapositive, Bildplatten, Magnetaufzeichnungen, Videokassetten oder DVDs vor.

Malerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leinwand auf Holzrahmen als Bildträger

In der Tafelmalerei besteht der Bildträger üblicherweise aus Holz. Textile Bildträger werden als Leinwand bezeichnet, obwohl dieser allgemein gängige Begriff nicht immer richtig ist, da er eigentlich nur für Textilien aus Flachs zutrifft. Weitere übliche Bildträger in der bildenden Kunst sind Karton oder Papier, seltener Blech, Glas, Keramik und andere Materialien.

In der Wandmalerei können Felsen oder jede andere Architekturoberfläche, z. B. Wände oder Decken mit oder ohne Putz auf Mauerwerk als Bildträger dienen.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walhalla Fachredaktion, Das gesamte Kinder- und Jugendrecht: Ausgabe 2016, 2016, S. 207
  2. Eugen Ulmer, Urheber- und Verlagsrecht, 1980, S. 264
  3. Angela Weyer et al. (Hrsg.): EwaGlos. Petersberg 2015, S. 48.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Büttner, Andrea Gottdang: Einführung in die Malerei: Gattungen, Techniken, Geschichte. Beck, München 2013, ISBN 978-340-66413-4-3.
  • Angela Weyer, Pilar Roig Picazo, Daniel Pop, JoAnn Cassar, Aysun Özköse, Jean-Marc Vallet, Ivan Srša (Hrsg.): EwaGlos, European Illustrated Glossary Of Conservation Terms For Wall Paintings And Architectural Surfaces. English Definitions with translations into Bulgarian, Croatian, French, German, Hungarian, Italian, Polish, Romanian, Spanish and Turkish. (= Series of publications by the Hornemann Institute. Volume 17). Michael Imhof, Petersberg 2015, ISBN 978-3-7319-0260-7 ([1]).