Bildungslandschaft Altstadt-Nord

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Bildungslandschaft Altstadt-Nord
(BAN)
Logo der Bildungslandschaft Altstadt-Nord
Zweck: Förderung der Bildungseinrichtungen in Köln-Altstadt-Nord
Vorsitz: Martina Frankenberger, Hülya Berk
Gründungsdatum: 2014
Sitz: Vogteistraße 17, Köln
Website: http://www.ban-koeln.de/

Die Bildungslandschaft Altstadt-Nord (BAN) ist eine Bildungslandschaft im Kölner Stadtteil Altstadt-Nord und seit dem Jahre 2014 ein eingetragener Verein.[1] Die BAN ist ein Kooperationsprojekt der Stadt Köln, von sieben Bildungs- und Freizeiteinrichtungen und den Montag Stiftungen aus Bonn. Zudem ist sie die einzige Bildungslandschaft Nordrhein-Westfalens.[2]

Zentrales Anliegen des gemeinnützigen Vereines ist die Verbesserung der Bildungschancen aller Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die dessen Einrichtungen besuchen. Die Initiatoren des BAN-Projektes wollen langfristig auf erfolgreiche Bildungsbedingungen vor Ort hinwirken und eine Aufwertung des Stadtteils erreichen.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bildungslandschaft und ihre wichtigen Orte

Partizipative und öffentliche Veranstaltungen[3] stehen seit Beginn des Projektes für alle Interessierten offen: dazu zählen städtebauliche Planungsworkshops[4] und Ideenkonferenzen, in denen u. a. die pädagogische Entwicklung weiter vorangetrieben wird.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bildungslandschaft Altstadt Nord liegt im Zentrum der Stadt Köln. Dom und Hauptbahnhof, Ebertplatz und Eigelsteintorburg, Hansahochhaus und Mediapark liegen in der Nähe. Im Zentrum des Bereiches liegt der Klingelpützpark, eine Parkanlage mit wichtiger Erholungsfunktion für die Umgebung. Um diesen Park herum sind die Einrichtungen gruppiert. Sie befinden sich überwiegend in einem schlechten baulichen Zustand oder haben Erweiterungsbedarf.[5]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baustelle, Mai 2016

Die BAN setzte sich zu Beginn des Projektes zusammen aus dem Hansagymnasium, dem Abendgymnasium, dem Jugendhaus Tower der KSJ, der Jugend- und Freizeiteinrichtung Klingelpütz sowie der Grund- und Hauptschule am Gereonswall. 2010 kamen die Realschule am Rhein und die Freinet-Schule-Köln hinzu, nachdem die Einrichtungen am Gereonswall nicht mehr genügend Schüler aufnahmen. Seit 2014 ist an Stelle der Gereonswallschulen ein Fröbel-Kindergarten geplant. Zugleich ist die Stadt Köln ein Projektträger und die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft von der Montag Stiftung Urbane Räume aus Bonn ist Kooperationspartner. Seit 2008 existiert ein Planungsbeirat; seit dem folgenden Jahr besteht ein Projektbüro in der Vogteistraße 17.

Aufgrund unzureichender Anmeldezahlen zum Schuljahr 2009/2010 konnten die bestehende Grund- und Hauptschule am Gereonswall nicht weitergeführt werden. Die Stadt Köln entschied sich, die beiden Schulstandorte zu halten. Dafür stießen im Oktober 2010 die Célestin-Freinet Grundschule und die Realschule am Rhein hinzu.[6] Die beiden Schulen werden die nun ungenutzten Flächen beziehen.

Um ein gemeinsames Entwicklungskonzept zu erarbeiten, wurde von Februar 2008 bis September 2008 ein städtebauliches Workshopverfahren durchgeführt, in dem öffentlich unterschiedliche Entwicklungsoptionen diskutiert wurden. Am Ende des Wettbewerbes entschied sich die Jury für die – aus ihrer Sicht beste – Idee. Diese wurde unter den Anwohnern kontrovers diskutiert, was zur Einrichtung eines Planungsbeirates führte.[7] Im gleichen Jahr wurde die erste Ideenkonferenz abgehalten.[8]

Pädagogische Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Motto „Türen öffnen für bedeutungsvolles Lernen“ haben sich die beteiligten Bildungseinrichtungen und Projektpartner auf wesentliche verbindende pädagogische Ziele und Herangehensweisen verständigt. Vielfältige Projekte sollen Lernanlässe schaffen, die über die klassischen Schulfachbereiche und getrennten Bildungsgänge hinausgehen und diejenigen Themen aufgreifen, die jungen Menschen wichtig sind. Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit erhalten, an für sie relevanten Inhalten zu lernen, sich Dinge selbstbestimmt und selbstorganisiert, fachübergreifend bzw. fächerverbindend und über unterschiedliche Erfahrungen anzueignen.

Die Zusammenarbeit soll die Übergänge innerhalb des Bildungsweges des Einzelnen (Kindertagesstätte, Grundschule, weiterführende Schule) erleichtern und so gewährleisten, dass Kinder länger gemeinsam in einer damit bruchloser werdenden Bildungskette miteinander lernen können. Dies betrifft etwa 2.000 Kinder (Stand 2009), Jugendliche und Studierende, die sich tagsüber in den Einrichtungen befinden und von rund 140 Pädagogen betreut werden. Der in der pädagogischen Diskussion des frühen 21. Jahrhunderts gebildete Begriff der Bildungslandschaft eignete sich bestens für die nahe beieinander liegenden Einrichten rund um den Klingelpütz-Park. So können die Übergänge von Kindergarten, Grundschule und weiterführenden Schulen erleichtert werden; schulübergreifende Projekte können besser verwirklicht werden.

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cover des ersten Journals der Bildungslandschaft Altstadt Nord

Von 2008 bis 2010 wurde ein Podcast-Projekt durchgeführt. Von 2010 bis 2011 wurde das Musikprojekt sCOOLhits abgehalten.[9] Weitere große Projekte in der Vergangenheit waren beispielsweise das Kunstprojekt Art Special, das Journal der Bildungslandschaft, 2014 die UrBANe Tanzlandschaft und die Poetry-Slam-Reihe Slam am Ring. 2015 haben als dauerhafte Projekte Bestand:
Lesepaten: ehrenamtliches Projekt zur Leseförderung,
Los SamBANos: Samba-Trommelgruppe,
HipHop Meets Pop: Erstellen und Aufführen eigener Songs, Garten-AG zur Gestaltung des gemeinsamen Verbundgartens.

Außerdem gibt es in jedem Jahr zwei große Veranstaltungen, die von allen Einrichtungen der Bildungslandschaft Altstadt Nord zusammen organisiert werden: den Summercup (Sportfest) und die Ideenkonferenz. Ausgehend von der Ideenkonferenz initiieren Kinder und Jugendliche der BAN jedes Jahr weitere Projekte.[10]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 nahm das Projekt der Bildungslandschaft Altstadt Nord offiziell seinen Lauf. Ein Jahr später wurde die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, zugleich begann die Arbeit der Gremien.

2008 wurde die BAN als Modellprojekt in die Nationale Stadtentwicklungspolitik aufgenommen. Damit verbunden ist eine Vertiefung der konzeptionellen pädagogischen Entwicklung als Verbund. Im gleichen Jahre starteten gemeinsame Projekte der Kinder und Jugendlichen. 2009 wurde die erste Ausgabe des Projektjournals herausgegeben.

Am 14. September 2010 sprach sich der Rat der Stadt Köln für die Realisierung der Bildungslandschaft Altstadt Nord aus und bewilligte die Mittel in Höhe von 75 Mio. Euro für die geplanten Baumaßnahmen.[11] Zuvor hatte der Schulausschuss mehrheitlich die Vorlage für das Projekt begrüßt. Bildungsdezernentin Agnes Klein setzt sich für eine schnelle Umsetzung der Pläne des „Flaggschiffes der Bildung in Köln“[11] ein, da die Bildungseinrichtungen rund um den Klingelpützpark einen dringenden Sanierungsbedarf aufweisen. In den Kosten enthalten sind – anders als im Ratsbeschluss von 2006[12] – die Generalinstandsetzung und Sanierung aller Schulen in der Bildungslandschaft.[13]

Der Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Köln beschloss am 3. April 2014 mehrheitlich gegen die CDU-Fraktion die Offenlage nach § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch des Bebauungsplan-Entwurfs 66458/12 mit dem Arbeitstitel Bildungslandschaft Altstadt-Nord.[14]

Am 25. August 2015 führten Oberbürgermeister Jürgen Roters und Stifter Carl Richard Montag den ersten Spatenstich an der Gereonstraße für den zu errichtenden Fröbel-Kindergarten und die Realschule am Rhein, die hierhin umziehen wird, aus.[15]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein nicht in das Projekt involvierter erziehungswissenschaftlicher Experte, Dieter-Jürgen Löwisch, wirft dem zugrundeliegenden pädagogischen Konzept dagegen „aussagelosen Eklektizismus“ vor und bemängelt seine fehlende Stringenz. Die bei den Montag Stiftungen gängige Assoziation von Bildung mit ästhetisierter Natur sei rein willkürlich.[16]

Die Bürgerinitiative Klingelpützpark äußert Kritik an der räumlichen Gestaltung des Projekts Bildungslandschaft Altstadt Nord in Köln und spricht sich insbesondere gegen die Bebauung des Klingelpützparks durch die Bildungslandschaft Altstadt-Nord aus. So sei der Klingelpützpark durch Schenkungsvertrag zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Köln vom 17. April 1958 der Stadt Köln mit der Auflage der Schaffung und Erhaltung einer innerstädtischen Naherholungsfläche übereignet worden. Die mit der Bildungslandschaft verbundene Teilbebauung bedeute eine vertragswidrige Umnutzung und eine erhebliche Eingrenzung des Naherholungswerts des bei den Anwohnern beliebten Parks. Die Ausdehnung der räumlichen Gestaltung der Bildungslandschaft Altstadt-Nord in den Park hinein sei auch nicht erforderlich angesichts der baulichen Möglichkeiten auf den angrenzenden Flächen der vorhandenen Bildungseinrichtungen. Die Bürgerinitiative Klingelpützpark bemängelt außerdem das zu späte Einsetzen einer Bürgerbeteiligung bei der räumlichen Planung der Bildungslandschaft. Das Kölner Projekt sei von Grund auf falsch angelegt, da Partizipation zunächst exklusiv zwischen Akteuren aus dem Bildungsbereich stattfand. Ausgeblendet blieben Umweltbelange und die Interessen der Bürgerschaft.[17] Außerdem kritisiert die Initiative, dass sich die Stadt Köln von den Montag Stiftungen abhängig gemacht habe. Der dem Kölner Rat für September 2010 zur Entscheidung vorliegende Beschluss enthält Hinweise, dass die Montag Stiftungen ihre Förderung eingestellt hätten, wäre es zu weiteren Verzögerungen bei der Umsetzung gekommen.[18] Die Kostenexplosion noch vor Baubeginn ginge zu Lasten anderer bedürftiger Schulen Kölns[19].

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BAN e.V. startet in ein ereignisreiches neues Jahr! Jahreswechsel – das bedeutet auch für die Bildungslandschaft Altstadt Nord der Rückblick auf die vergangenen 365 Tage. Und natürlich den Ausblick und die Vorfreude auf das, was kommt. CPless, 8. Januar 2015, abgerufen am 10. Januar 2015.
  2. Bildungslandschaft Altstadt Nord. Türen öffnen für bedeutungsvolles Lernen. In: koeln.de. Abgerufen am 16. September 2015.
  3. Bildungslandschaft Altstadt-Nord; BP-Aufstellungsbeschluss; Einleitung Aufhebung; Durchführung ÖB. Rat der Stadt Köln, abgerufen am 19. Januar 2014.
  4. Partizipation von Kindern und Jugendlichen. Gute Erfahrungen- gute Ideen - gute Projekte. Bildungslandschaft Altstadt-Nord, abgerufen am 19. Januar 2014 (Dokumentation des Partizipationsworkshops).
  5. Bildungslandschaft Altstadt/Nord: Planungsbeirat berät drei Entwürfe. Wege entstehen im Gehen! Stadt Köln, abgerufen am 22. Mai 2014.
  6. Einrichtungen. Montag Stiftungen, abgerufen am 19. Januar 2014.
  7. http://www.stadt-koeln.de/4/stadtplanung/04209/ Planungsbeirate BAN
  8. http://bildung.koeln.de/regionale_projekte/bildungslandschaft/projekt/zweite_ideenkonferenz/index.html 2. Ideenkonferenz
  9. Klänge der BAN. Bildungslandschaft Altstadt-Nord, abgerufen am 23. Mai 2014.
  10. Ideenkonferenz der BAN. Abgerufen am 16. September 2015.
  11. a b Martina Windrath: Bildungslandschaft wächst. Rund um den Klingelpützpark soll ein Modell der pädagogisch vernetzten Schulen, Jugendeinrichtungen und Kita entstehen. 75 Millionen Euro soll das Ganze kosten. Am Montag stimmten SPD, Grüne und FDP für das Vorhaben. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Kölnische Rundschau. 31. August 2010, ehemals im Original; abgerufen am 3. September 2015.@1@2Vorlage:Toter Link/www.rundschau-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  12. http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf-rat-gremien/rat/niederschriften/2006/09-28-nds-19.pdf Ratssitzung, 28. September 2006, S. 56
  13. http://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=21248&voselect=5982 Beschlussvorlage Rat, 2. Februar 2010, S. 9
  14. Archivlink (Memento des Originals vom 21. April 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ratsinformation.stadt-koeln.de
  15. Klein und Groß feierten gemeinsam den Ersten Spatenstich. Es wird in die Chronik der BAN eingehen: am frühen Nachmittag des 25.08.2015 feierten rund 400 Kinder, Jugendliche und Erwachsene den symbolischen ersten Spatenstich zu unserem Bauprojekt. In: Bildungslandschaft Altstadt Nord 2015-08-27. CPless, abgerufen am 3. September 2015.
  16. http://www.klingelpuetzpark.de/docs/20100227-ban-bildungskonezpt-loewisch.pdf Kritische Einschätzung Prof. Löwisch
  17. http://www.klingelpuetzpark.de/
  18. http://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=21248&voselect=5982
  19. http://www.klingelpuetzpark.de/ Inhalt abgerufen 28. August 2010