Bildungssystem in Irland

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Das Bildungssystem in Irland ist dreistufig ausgerichtet. Es werden die drei Bereiche Primär, Sekundär und höhere Bildung (Universitäten und Fachhochschulen) unterschieden. Seit den 1960er Jahren ist das Bildungswesen bedingt durch das anhaltende Wirtschaftswachstum großen Änderungen unterworfen. Von den Primärschulen befanden sich im Jahr 2011 92 Prozent in der Trägerschaft der katholischen Kirche.

Das Department of Education and Science (Ministerium für Bildung und Wissenschaft) bestimmt die Richtlinien, die Finanzierung und die generelle Ausrichtung des Bildungswesens.

Neben der National Qualifications Authority of Ireland (Nationale Bildungsbehörde), der Higher Education Authority (Behörde für höhere Bildung) und auf lokaler Ebene den Vocational Education Committees (Berufsbildungsausschüssen) als Regierungseinrichtungen tragen viele andere Körperschaften sowohl öffentlichen als auch privaten Rechtes die Umsetzung der ministeriellen Vorgaben. Bildungsminister ist seit 2016 Richard Bruton.[1]

Im Jahr 2006 besuchten 58 % der irischen Schüler eine Privatschule. Die Privatschulen sind leistungsstärker als die öffentlichen Schulen. Dies ist jedoch durch den familiären und sozioökonomischen Hintergrund der Schülerschaft zu erklären.[2]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Bildungsgesetz Education (Welfare) Act sind alle Kinder im Alter von sechs bis fünfzehn Jahren schulpflichtig[3]. Die irische Verfassung erlaubt eine Ausbildung zuhause, was wegen fehlender Vorgaben bezüglich der Qualität des Hausunterrichts oft als problematisch angesehen wird.

Die im Unterricht verwendete Sprache ist in allen Bereichen Englisch, mit Ausnahme der Schulen in der Gaeltacht und den gaelscoileanna (irisch-sprachige Schulen, sg. gaelscoil) außerhalb der Gaeltacht, in denen auf Irisch unterrichtet wird. An den Universitäten werden Studiengänge meist in Englisch angeboten.

1973 wurde das Bestehen eines Irisch-Sprachtests als Bedingung für den Abschluss der Sekundärschule abgeschafft[4]. In öffentlich finanzierten Bildungseinrichtungen ist das Lehren der irischen Sprache allerdings weiterhin Pflicht. Es gibt Ausnahmeregelungen für Studenten/Schüler, die eine längere Zeit im Ausland verbracht haben oder Lernschwierigkeiten haben.

Ferien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ferien an Grundschulen (primary school)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Schuljahr reicht vom 1. September bis zum 30. Juni. Aus Flexibilitätsgründen kann die Schule aber auch schon in den letzten zwei oder drei Augustwochen geöffnet werden.
  • Das Schuljahr hat 183 Tage (abzüglich sechs Studien-/Verwaltungstagen 177).
  • Erste größere Pause ist die letzte Oktoberwoche (allgemein Halloween-Ferien genannt).
  • Die Weihnachtsferien reichen vom letzten Schultag vor dem 23. Dezember bis zum ersten Wochentag nach dem 6. Januar (17-21 Tage).
  • Die zweite Unterbrechung im Halbjahr ist minimal zwei Tage und maximal fünf Tage in der dritten Februarwoche, die Faschingsferien (Shrove break).
  • Die Osterferien bestehen aus der Woche vor und nach Ostern (10 Schultage).
  • Weiterhin gibt es noch flexible Ferientage, die in der Regel um die gesetzlichen Feiertage im Mai und Juli (?) liegen.

Ferien an weiterführenden Schulen (secondary school)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Schuljahr an weiterführenden Schulen ist einen Monat kürzer und reicht vom 1. September bis zum 31. Mai. Aus Flexibilitätsgründen kann die Schule aber auch schon in den letzten zwei oder drei Augustwochen geöffnet werden.
  • Das Schuljahr hat 167 Tage.
  • Erste größere Pause ist die Woche nach dem letzten Wochenende im Oktober
  • Die Weihnachtsferien sind identisch.
  • Die zweite Unterbrechung im Halbjahr ist die dritte Februarwoche.
  • Die Abschlussprüfungen (Junior Certificate, vergleichbar Mittlere Reife und Leaving Certificate, vergleichbar Abitur), beginnen am ersten Mittwoch im Juni.

Obwohl die Sommerferien doppelt so lang wie in Deutschland sind, besuchen irische Schüler durch den Nachmittagsunterricht ebenso lange wie deutsche Schüler den Unterricht (Jahresgesamtstunden).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Healy Stuart: Minister for Education and Skills, Richard Bruton T.D. Abgerufen am 17. März 2017 (englisch).
  2. Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: "PISA 2006 - Schulleistungen im internationalen Vergleich - Naturwissenschaftliche Kompetenzen für die Welt von Morgen". 2007. Bertelsmann Verlag, S. 268-269
  3. Education (Welfare) Act, 2000 (Section 17) (englisch)
  4. Richard Burke, Minister for Education announced at press conference on April 5, 1973