Bilitis

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Filmdaten
Deutscher TitelBilitis
OriginaltitelBilitis
ProduktionslandFrankreich, Italien
OriginalspracheFranzösisch
Erscheinungsjahr1977
Länge95 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieDavid Hamilton
DrehbuchCatherine Breillat,
Jacques Nahum,
Robert Boussinot
ProduktionDavid Hamilton,
Sylvio Tabet
MusikFrancis Lai
KameraBernard Daillencourt
SchnittHenri Colpi,
Claire Painchault
Besetzung

Bilitis ist ein Film des britischen Fotografen David Hamilton nach Gedichten von Pierre Louÿs.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die siebzehnjährige Internatsschülerin Bilitis verliebt sich kurz vor den Sommerferien, die sie bei ihrer verheirateten Freundin Melissa verbringt, in den Fotografen Lucas. Jedoch wagt sie es nicht, den ersten Schritt zu tun. Bei Melissa wird sie Zeuge, wie deren Mann Pierre sie gewaltsam zum Geschlechtsverkehr zwingt. Die beiden jungen Mädchen flüchten sich daraufhin in eine kurze lesbische Romanze, die von Melissa später beendet wird. Bilitis wird klar, nicht sie, sondern Melissa braucht den Fotografen Lucas, und so kehrt Bilitis ins Internat zurück, ohne ihre wahre Liebe gefunden zu haben.

Bemerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilitis ist der erste Film des Fotografen David Hamilton, der als Meister der Lolita-Fotografie bekannt wurde. Auch in seinen Kinofilmen nutzte er erotische Bilder junger Mädchen fotografisch. Der männliche Held der Geschichte ist wie Hamilton selbst Fotograf.

Anders als die meisten seiner folgenden Filme ist Bilitis ein Film über Pubertät und Erwachsenwerden.

Am Drehbuch maßgeblich mitgewirkt hat Catherine Breillat, die selbst als Autorin und Regisseurin ähnlicher Stoffe bekannt wurde. Den als angebliche Übersetzung antiker Poesie einer zweiten Sappho von Pierre Louÿs 1894 herausgegebenen, aber von Louÿs selbst verfassten Gedichtband Lieder der Bilitis (Chansons de Bilitis) nahm Breillat als Vorlage und verlegte die Filmhandlung in die Gegenwart. Auf diesen Gedichtband bezieht auch sich der Name Daughters of Bilitis der ersten, 1955 in San Francisco gegründeten Lesbenorganisation.

Die Filmmusik von Francis Lai wurde in Deutschland ein großer Erfolg.

Deutsche Fassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronfassung entstand 1977.[1]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Bilitis Patti D’Arbanville Claudia Marnitz
Melissa Mona Kristensen Gudrun Vaupel
Lucas Bernard Giraudeau Ingolf Gorges
Pierre Gilles Kohler Dieter Gerlach

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Erlesen fotografiert, streckenweise an der Grenze zum Kitsch, eine „Love Story“ im Stil entsprechender Männermagazine.“

Lexikon des internationalen Films (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997

„Geschmäcklerisch fotografierter Softsexfilm, dessen äußerer Schick aber nicht über die Schwächen seines Plots hinwegtäuscht.“

Heyne Filmlexikon, 1996

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pierre Louÿs: Die Lieder der Bilitis (Originaltitel: Les Chansons de Bilitis). Deutsch von Roland Schacht, mit Illustrationen von Carola Andries. Verlag der Europäischen Bücherei Hieronimi, Bonn 1962
  • David Hamilton: Erinnerungen an Bilitis. Fotoalbum über seinen ersten Film (Originaltitel: Hamilton’s Movie). Swan, Kehl am Rhein 1977, 111 S., ISBN 3-88230-005-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Bräutigam: Stars und ihre deutschen Stimmen. Lexikon der Synchronsprecher. Schüren, Marburg 2009, ISBN 978-3-89472-627-0, beiliegende Daten-CD