Bill Cosby

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Bill Cosby, 2011

Bill Cosby (eigentlich William Henry Cosby jr; * 12. Juli 1937 in Philadelphia, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Komiker, Schauspieler, Sänger und Buchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cosby verließ die Highschool, als er die zehnte Klasse wiederholen musste, und ging vier Jahre als Hospital Corpsman zur Navy, bei der er einen dem High School Diploma gleichwertigen Abschluss absolvierte. Mit einem Football-Stipendium begann er sein Studium an der Temple University. Zunächst brach er es jedoch wegen seines Erfolgs als Stand-Up-Comedian im „Gaslight Cafe“ ab, der den Beginn seiner Karriere markierte. 1971 holte er an der Temple University seinen Bachelor-Abschluss nach.

Schauspielerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bill Cosby, 1965

Seine schauspielerische Karriere begann 1965 mit der Serie I Spy (deutscher Titel: Tennis, Schläger und Kanonen), in der er an der Seite von Robert Culp einen CIA-Agenten darstellte. Danach spielte er in vielen Serien mit, die seinen Namen im Titel trugen. Die Serie Die Bill-Cosby-Show lief von 1984 bis 1992 auf NBC und war eine der erfolgreichsten Sitcoms in der Geschichte des US-Fernsehens. In den meisten seiner Filme wurde er von Edgar Ott und Joachim Kemmer synchronisiert. Im Film Ghost Dad lieh ihm Wolfgang Völz seine Stimme.[1] Besonders bekannt dürfte aber Engelbert von Nordhausen sein (u. a. Standardsprecher in der Bill-Cosby-Show).

Cosby studierte außerdem an der University of Massachusetts. 1972 erwarb er den Grad eines Master of Arts (M. A.), 1976 wurde er zum Doktor der Pädagogik promoviert. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit seiner eigenen, recht erfolgreichen Kinderserie Fat Albert and the Cosby Kids.[2]

Cosby erhielt einen Ehrendoktor der Universität von Südkalifornien; sie honorierte damit sein Engagement für Obdachlose und Kinder in Not. Beachtung fanden auch seine humorvollen Bücher über das Familienleben und Kindererziehung.

Vorwürfe sexueller Übergriffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2000 wurde Cosby von der Schauspielerin Lachele Covington wegen sexueller Belästigung angezeigt.[3] Im Januar 2004 erhob Andrea Constand Vorwürfe gegen Cosby, sie betäubt und missbraucht zu haben. Nachdem der Fall in strafrechtlicher Hinsicht im Februar 2005 wegen mangelnder Beweise nicht weiter verfolgt wurde, schlossen sich 13 weitere Frauen den Vorwürfen in einem zivilrechtlichen Verfahren an. Dieses Verfahren endete nach einer außergerichtlichen Einigung und Geldzahlungen von Cosby an die Frauen.[4]

Nachdem der Komiker Hannibal Buress Cosby im Oktober 2014 bei einem Auftritt als Vergewaltiger bezeichnet hatte, erneuerte eine der Klägerinnen die Vorwürfe öffentlich.[5] Im November erhob auch Janice Dickinson Vorwürfe gegen Cosby,[6] gefolgt von insgesamt 57 Frauen,[7][8][9] darunter auch die Frau des Schauspielers Lou Ferrigno,[10] und Beverly Johnson.[11] Cosby äußerte sich nicht zu den Vorwürfen, absolvierte weiterhin öffentliche Auftritte und ließ von seinen Anwälten mitteilen, die Vorwürfe hätten die Grenze zur „Absurdität“ überschritten.[12] Der Zeitraum der vorgeworfenen Missbrauchsfälle deckt eine Spanne von vier Jahrzehnten ab, beginnend in den 1960er Jahren.[13] Der Fernsehsender NBC sagte in Folge der Vorwürfe den Beginn einer neuen Serie mit Cosby ab, Netflix ließ die Ausstrahlung eines bereits gedrehten Specials verschieben[14] und Wiederholungen der Bill-Cosby-Show wurden eingestellt.[15]

Im Juli 2015 wurde aus bislang unveröffentlichten Gerichtsakten aus dem Jahr 2005 bekannt, dass Cosby in mindestens einem Fall einer Frau Betäubungsmittel verabreicht haben soll, um mit dieser Sex zu haben. Cosby bestätigte in einem zurzeit laufenden Gerichtsverfahren, in diesem Fall das Medikament Methaqualon, umgangssprachlich „Quaaludes“ verwendet zu haben.[16][17]

Am 27. Juli 2015 waren auf dem Cover der Zeitschrift New York 35 Frauen abgebildet, welche in der Zeitschrift ihren Missbrauch durch Bill Cosby schildern. Weitere elf Frauen, welche ebenfalls angaben, durch Cosby missbraucht worden zu sein, waren der Zeitschrift bekannt.[18]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cosby ist mit Camille Hanks verheiratet. Sie haben den gemeinsamen Sohn Ennis (1969-1997) und die vier gemeinsamen Töchter Erika, Erinn, Ensa und Evin. Ennis wurde am 16. Januar 1997 bei einem Raubüberfall erschossen, als er bei Dunkelheit auf einem Highway bei Los Angeles an seinem Auto ein Rad wechseln wollte. Der Täter wurde im August 1998 zu lebenslanger Freiheitsstrafe ohne die Möglichkeit der Bewährung verurteilt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aftonbladet TV Prize (1986–1990)
  • BMI Film & TV Awards (1987 [je zweimal], 1988–1991, 1997 und 1998)
  • Comedy Central Award (Johnny Carson Award) (2014)
  • Daytime Emmy (1981 und 2004 gewonnen, 1986 und 2002 nominiert)
  • Emmy (1966–1969 jeweils gewonnen, 1970 nominiert, 2003 den Ehrenpreis 'Bob Hope Humanitarian Award' erhalten)
  • Golden Globe (1967, 1973 und 1987 nominiert, 1985 und 1986 gewonnen)
  • Spingarn Medaille (1985)
  • Presidential Medal of Freedom (2002)
  • Grand Marshal of the Tournament of Roses (2003)
  • Grammy Award (1968, 1969, 1971, 1972 und 1986)
  • Hollywood Walk of Fame

Am 17. Februar 2011 wurde Cosby in einer formellen Zeremonie von Marinestaatssekretär Ray Mabus und Master Chief Petty Officer of the Navy Rick D. West vom Petty Officer 3rd Class ehrenhalber zum Chief Petty Officer der United States Navy ernannt.[19] Diese Beförderung wurde am 4. Dezember 2014 vom Marinestaatssekretär im Zusammenhang mit den Vorwürfen der sexuellen Übergriffe widerrufen, da „[…] die Vorwürfe sehr ernst sind und im Widerspruch zu den zentralen Werten der Navy stehen“.[20]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehserien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1963: Bill Cosby Is a Very Funny Fellow Right!
  • 1964: I started out as a child!
  • 1965: Why is there air?
  • 1966: Wonderfulness
  • 1967: Silver Throat: Bill Cosby sings
  • 1967: Revenge
  • 1968: To Russell, My brother, whom I slept with
  • 1968: Bill Cosby Sings Hooray for the Salvation Army Band!
  • 1969: 8:15 12:15
  • 1969: It's true! It's true!
  • 1969: The best of Bill Cosby
  • 1970: More of the best of Bill Cosby
  • 1970: Sports
  • 1970: Live: Madison Square Garden Center
  • 1971: When I Was a Kid
  • 1971: For Adults Only
  • 1971: Badfoot Brown & the Bunions Bradford Funeral Marching Band
  • 1971: Bill Cosby Talks to Kids About Drugs
  • 1972: Inside the Mind of Bill Cosby
  • 1973: Fat Albert
  • 1974: At Last Bill Cosby Really Sings
  • 1976: Bill Cosby Is Not Himself These Days
  • 1977: Disco Bill
  • 1977: My Father Confused Me… What Must I Do? What Must I Do?
  • 1978: Bill's Best Friend
  • 1982: Bill Cosby: Himself
  • 1986: Those of You With or Without Children, You'll Understand
  • 1986: Cosby and the Kids
  • 1990: Where You Lay Your Head
  • 1991: My Appreciation
  • 1991: Oh, Baby
  • 1994: At His Best
  • 1997: Hello Friend: To Ennis, With Love
  • 2001: 20th Century Masters: The Millennium Collection: The Best of Bill Cosby
  • 2004: The Bill Cosby Collection

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1987: Familienbande.
  • 1988: Time flies. Bantam Books, ISBN 0-553-27724-3.
  • 1990: Die Kunst, ein perfekter Vater zu sein.
  • 1992: Halt die Zeit an oder Wie wird MANN mit Anstand älter.
  • 1998: Kids say the darndest things. Bantam Books, ISBN 0-553-58126-0.
  • 2001: Cosbyology. Essays and Observations from the Doctor of Comedy. Hyperion, ISBN 0-7868-6810-4.
  • 2007: Come on people – On the path from victims to victors.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bill Cosby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bill Cosby, Deutsche Synchrondatei
  2. William Henry Cosby Jr.: An Integration of the Visual Media Via „Fat Albert and the Cosby Kids“ into the Elementary School Curriculum as a Teaching Aid and Vehicle to Achieve Increased Learning. Dissertation, University of Massachusetts, 1976
  3. Zachary Stieber: Lachele Covington, Cosby Show Actress, Accused Bill Cosby of Attempted Abuse. In: Epoch Times, 18. November 2014.
  4. Vorwürfe gegen Sitcom-Legende: "Du vergewaltigst Frauen, Bill Cosby!"
  5. Bill Cosby raped me. Why did it take 30 years for people to believe my story?
  6. Janice Dickinson Details Bill Cosby Sexual Assault Accusations: He Raped Me. Entertainment News, 18. November 2014.
  7. BILL COSBY SEX ALLEGATIONS: 2 MORE FORMER MODELS COME FORWARD
  8. Complete list of women who have accused Bill Cosby of sexual assault
  9. REPORT Complete list of women who have accused Bill Cosby of sexual assault (Updated 8/13). Abgerufen am 13. August 2015.
  10. Lou Ferrigno's wife comes forward with new Cosby allegations. Auf msn.com, 21. November 2014.
  11. "Bill Cosby Drugged Me. This Is My Story", vanityfair.com, 11. Dezember 2014
  12. Vergewaltigungsvorwürfe gegen US-Star: Applaus für Bill Cosby bei Liveshow. Spiegel Online, 22. November 2014.
  13. Manuel Roig-Franzia, Scott Higham, Paul Farhi, Mary Pat Flaherty: Bill Cosby’s legacy, recast: Accusers speak in detail about sexual-assault allegations. In: Washington Post, 22. November 2014.
  14. Missbrauchsvorwürfe: NBC sagt neue TV-Serie mit Bill Cosby ab. Auf: Spiegel Online, 19. November 2014.
  15. James Poniewozik: So What Do We Do About The Cosby Show? Auf: Time.com, 21. November 2014.
  16. Neue Enthüllungen Bill Cosby machte Frau mit Drogen gefügig. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 7. Juli 2015, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 7. Juli 2015]).
  17. http://www.zeit.de/kultur/film/2015-07/bill-cosby-beruhigungsmittel-vergewaltigung
  18. Noreen Malone: I’m No Longer Afraid’: 35 Women Tell Their Stories About Being Assaulted by Bill Cosby, and the Culture That Wouldn’t Listen. New York Zeitschrift vom Juli 27, 2015.
  19. Jeff Schogol: Bill Cosby made honorary chief petty officer. Stars and Stripes, 17. Februar 2011, abgerufen am 21. Januar 2016 (englisch).
  20. Secretary of the Navy Public Affairs: Navy Revokes Honorary Title for Cosby. U.S. Department of the Navy, 4. Dezember 2014, abgerufen am 21. Januar 2016 (englisch).