Bill Stewart (Eishockeyspieler)

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Flag of Canada and Italy.svg Bill Stewart Eishockeyspieler
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 6. Oktober 1957
Geburtsort Toronto, Ontario, Kanada
Größe 185 cm
Gewicht 81 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Verteidiger
Draftbezogene Informationen
NHL Amateur Draft 1977, 4. Runde, 68. Position
Buffalo Sabres
WHA Amateur Draft 1977, 5. Runde, 46. Position
Winnipeg Jets
Spielerkarriere
1974–1975 Kitchener Rangers
1975–1976 St. Catharines Black Hawks
1976–1977 Niagara Falls Flyers
1977–1978 Hershey Bears
1978–1979 Buffalo Sabres
1979–1980 Rochester Americans
1980–1983 St. Louis Blues
1983–1985 Toronto Maple Leafs
1985–1986 Minnesota North Stars
1986–1988 HC Pustertal
1988–1993 HC Milano Vipers
1993–1994 HC Gherdëina
1994–1995 HC Courmaosta

William Donald „Bill“ Stewart (* 6. Oktober 1957 in Toronto, Ontario) ist ein ehemaliger italo-kanadischer Eishockeyspieler und derzeitiger -trainer, der seit Januar 2016 bei den Dresdner Eislöwen in der DEL2 unter Vertrag steht.

In seiner aktiven Karriere stand Stewart von 1977 bis 1986 für die Buffalo Sabres, St. Louis Blues, Toronto Maple Leafs und Minnesota North Stars in der National Hockey League auf dem Eis. Sein Sohn Jesse Stewart ist ebenfalls Eishockeyspieler.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Jugendlicher spielte Stewart für die Kitchener Rangers in der OHA. In dieser Liga wechselte er zu den St. Catharines Black Hawks und später zu den Niagara Falls Flyers. Hier wurde er dann auch von den Buffalo Sabres beim NHL Amateur Draft 1977 in der vierten Runde als 68. ausgewählt. Auch in der World Hockey Association wurde er 1977 gedraftet. Die Winnipeg Jets wählten ihn in Runde 5 als 46. aus.

Er wechselte zur Saison Saison 1977/78 nach Buffalo, spielte jedoch die meiste Zeit bei den Hershey Bears in der American Hockey League. Das kommende Jahr spielte er überwiegend in der NHL, doch ein Jahr später spielte er nur für die Rochester Americans in der AHL.

Zu Beginn der Saison Saison 1980/81 wechselte er zu den St. Louis Blues. Auch in den drei Jahren dort musste er oft ins Farmteam zu den Salt Lake Golden Eagles in der Central Hockey League. Es folgten zwei Jahre bei den Toronto Maple Leafs mit Abstechern zu den St. Catharines Saints in die AHL.

Die Saison 1985/86 war seine letzte als Spieler in Nordamerika. Meist wurde er in der AHL bei den Springfield Indians eingesetzt. Nur acht Spiele bestritt er in der NHL für die Minnesota North Stars.

Er wechselte nach Italien und war dort zwischen 1987 und 1995 als Spieler aber auch als Trainer tätig. Stationen waren unter anderem der EV Bruneck, die Milan Lions, der HC Gröden und der HC Courmaosta.

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Italien nahm Stewart an den Weltmeisterschaften 1992 und 1993, sowie den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville und 1994 in Lillehammer teil.

Als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 1996 wurde Stewart in der Colonial Hockey League wo er bei den Muskegon Fury beschäftigt war, zum Trainer des Jahres gewählt. 1997 gewann er mit dem Juniorenteam der Oshawa Generals in der Ontario Hockey League die Meisterschaft. Danach wechselte Stewart zu den Saint John Flames in die AHL und wurde dort ebenfalls Trainer des Jahres. In der Saison 1998/99 betreute er als Cheftrainer für 37 Spiele das NHL-Team der New York Islanders konnte aber mit diesen nicht die Play-offs erreichen. Die folgende Saison holte Stewart mit den Barrie Colts erneut die Meisterschaft in der kanadischen Nachwuchsliga OHL.[1] In dieser Zeit versuchte er den ukrainischen Spieler Wladimir Schernenko über die US-kanadische Grenze zu schmuggeln. Dies fiel allerdings auf und so bekam Stewart ein zeitliches Berufsverbot in den USA.

Trainerstationen in Deutschland und Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 2000/01 wechselte er zu den Adler Mannheim in die DEL. Das Team belegte den ersten Tabellenplatz nach der Vorrunde und wurde Deutscher Meister.

Allerdings sorgte Stewart schon bald wieder für Aufregung: Er lieferte sich eine Schlägerei mit Pavel Gross, den damaligen Trainer der Berlin Capitals, und man unterstellte ihm während eines Finalspiels gegen die München Barons einen Schwächeanfall simuliert zu haben, um dem Mannheimer Topspieler Jan Alston Zeit zu geben, seine Kufen zu schleifen.[2] In der Saison 2001/2002 scheiterten die Adler Mannheim an den Kölner Haien im Finale, nachdem sie die Vorrunde als Tabellenzweiter beendet hatten. Während dieser Saison gewann sein Team zwischen dem 27. November 2001 und dem 18. Januar 2002 15 Spiele in Folge, was bis heute DEL-Rekord ist. Nach zwei wenig erfolgreichen Jahren verließ Stewart die Adler Mannheim, wechselte zum Ligarivalen Krefeld Pinguine und bewahrte diese vor einem möglichen Abstieg. Nach einem kurzen Zwischenspiel in Lausanne wechselte er während der Saison 2005/06 zu den EC Graz 99ers nach Österreich und löste dort den erfolglosen Mike Zettel als Trainer ab. Obwohl bereits konkrete mündliche Vereinbarungen über eine Zusammenarbeit für die folgende Saison bestanden, verließ Stewart die 99ers und unterschrieb für die kommende Saison bei den Black Wings Linz als neuer Cheftrainer.

Rückkehr nach Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem beim DEL-Club Hamburg Freezers im November 2006 deren Cheftrainer Mike Schmidt wegen Erfolglosigkeit entlassen wurde, präsentierten die Freezers schon einen Tag später Stewart als dessen Nachfolger, obwohl Stewart noch einen laufenden Vertrag in Linz hatte und die Klubführung nicht von seinen Absichten informiert hatte. Der gelernte Jurist und Linz-Präsident Wilfried Wetzl reichte daraufhin wegen Vertragsbruch eine Klage ein, um durch eine einstweilige Verfügung ein Arbeitsverbot für Stewart zu erreichen. Das Landgericht in Linz lehnte die Klage der Black Wings Linz am 8. Januar 2007 ab, wonach der Wechsel legal vollzogen wurde. Parallel zu Stewarts überraschendem Wechsel kamen Vorwürfe, dass Stewart angeblich rassistische Äußerungen gegen Chris Hamilton, den Mentaltrainer der Vienna Capitals, von sich gegeben haben soll. In dieser Angelegenheit gab es jedoch kein offizielles Verfahren, laut Angaben von Stewart entschuldigte er sich bei Hamilton, dieser nahm die Entschuldigung an. Zum Ende der Saison führte Stewart die Freezers durch die Play-Off Qualifikation bis ins Viertelfinale.[3]

Nach einer Niederlagenserie wurde Stewart am 13. Dezember 2008 von den Hamburg Freezers entlassen. Knapp ein Jahr später, am 2. Dezember 2009, löste er den wegen Erfolglosigkeit beurlaubten Igor Pawlow als Trainer der Kölner Haie ab und führte den KEC noch auf Platz 10. In der ersten Play-Off-Runde scheiterten die Haie jedoch am ERC Ingolstadt. Aufgrund anhaltender Erfolglosigkeit auch mit seiner von ihm zusammengestellten Mannschaft am Anfang der Saison 2010/11, wurde er am 6. November 2010 in seiner Funktion als Trainer und Manager der Kölner Haie entlassen.[4]

Wechsel nach Kanada[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Entlassung ging er zurück nach Nordamerika und wurde noch während der laufenden Saison 2010/11 als Berater bei den Guelph Storm in der Ontario Hockey League angestellt. Seit der Saison 2011/12 betreut er die Mannschaft als Assistenztrainer von Scott Walker. Nach dem Rücktritt von Walker im Januar 2015 übernahm Stewart die Position des Cheftrainers, trat aber im Dezember 2015 nach einer Niederlagenserie und nur 2 Siegen in der laufenden OHL-Saison ebenfalls zurück.[5]

Erneute Rückkehr nach Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2016 wurde der umstrittene[6] Stewart von den Dresdner Eislöwen aus der DEL2 als neuer Cheftrainer verpflichtet.[7]

Erfolge und Auszeichnungen (alle als Trainer)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NHL-Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saisons Spiele Tore Assists Punkte Strafminuten
Reguläre Saison 8 260 7 64 71 424
Playoffs 3 13 1 3 4 11

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bill Stewart Assistant Coach, Guelph Storm, abgerufen 4. Januar 2016
  2. Eike Radszuhn: "Bill Stewart ist ein charakterloser Lügner". In: welt.de. 30. November 2006, abgerufen am 4. Januar 2016.
  3. Bill Stewart ist ein charakterloser Lügner, Die Welt, 30. November 2006, abgerufen 3. Januar 2016
  4. Kölner Haie feuern Trainer Bill Stewart, Rheinische Post, 6. November 2010, abgerufen 4. Januar 2016
  5. Guelph Coach resigns, Peterborough Examiner, 9. Dezember 2015, abgerufen 4. Januar 2016
  6. Eislöwen holen Skandal-Trainer Bill Stewart, Morgenpost, 3. Januar 2016, abgerufen 4. Januar 2016
  7. Bill Stewart ist neuer Cheftrainer. Dresdner Eislöwen, 3. Januar 2016, abgerufen am 3. Januar 2016.