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Bill Veitch

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Bill Veitch (ca. 1930er)

William Andrew „Bill“ Veitch (* 25. Mai 1870 in Port of Menteith, Grafschaft Perthshire, Schottland; † 1. Januar 1961 in Paraparaumu, Kapiti Coast District, Region Wellington) war ein neuseeländischer Gewerkschafter und Politiker unterschiedlicher Parteien.

Bill Veitch wurde am 25. Mai 1870 als Sohn von Janet Davidson und dem Schulleiter Stephen Veitch in Port of Menteith in Schottland geboren. Er besuchte die Schule seines Vaters.[1] Nach seinem Schulabschluss arbeitete Veitch bis 1887 in einem Post- und Telegrafenamt.

1887 wanderte Veitch nach Neuseeland aus. Dort arbeitete er zunächst als Gumdigger und anschließend als Telegrafenbote. 1889 begann er als Reinigungskraft bei der staatlichen Eisenbahn und arbeitete sich dort bis zum Lokführer hoch. Er blieb insgesamt 22 Jahre bei der Bahn und war in dieser Zeit in verschiedenen Städten der Nordinsel stationiert.[1]

Am 7. April 1896 heiratete Veitch Emma Elizabeth Gurr in Whanganui.[1] Aus der Ehe gingen drei Töchter und drei Söhne hervor.[2] Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahr 1944 heiratete er am 19. Mai 1951 Ann Sinclair Davidson. Bill Veitch verstarb am 1. Januar 1961 im Alter von 90 Jahren in Paraparaumu an der Kapiti Coast.[1] Seine Witwe starb noch im gleichen Jahr.

Tätigkeit als Gewerkschafter

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Veitch war aktives Gewerkschaftsmitglied der Amalgamated Society of Railway Servants of New Zealand (A.S.R.S.) und wurde 1904 für drei Jahre Sekretär einer Ortsgruppe der Gewerkschaft. Von 1907 bis 1908 übernahm er den Vorsitz der Ortsgruppe Whanganui und wurde anschließend zum Vorsitzenden der Gewerkschaft auf nationaler Ebene gewählt. Während seiner vierjährigen Amtszeit sorgte er für eine umfassende Umstrukturierung der Gewerkschaft. In den Jahren 1910 bis 1911 startete Veitch einige Petitionen ans Parlament, die das Ziel hatten, den Beschäftigten bei der Eisenbahn bessere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu sichern. Zusätzlich zu seiner Gewerkschaftsarbeit war Veitch Mitglied im Government Railways Superannuation Fund Board und im North Island Railway Appeal Board.[1]

Politische Karriere

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Frustriert darüber, dass die Regierung den gewerkschaftlichen Forderungen nicht nachgab, entschied sich Veitch, 1911 über den Wahlkreis Whanganui für einen Sitz im New Zealand Parliament zu kandidieren. Nach seiner Nominierung im November des Jahres[3] besiegte Veitch als unabhängiger Kandidat den amtierenden liberalen Abgeordneten James Thomas Hogan im Dezember mit 57,83 % der abgegebenen Stimmen deutlich.[4] Veitch hatte dafür Unterstützung von der konservativen Reform Party erhalten. Dafür hatte er versprochen, am 27. Februar 1912 in einem Misstrauensantrag gegen die Regierung von Joseph Ward zu stimmen.[1]

Veitch trug sich eine Zeit lang mit dem Gedanken, seine Unabhängigkeit aufzugeben und sich einer neu formierten liberalen Regierung anzuschließen. Stattdessen schloss er sich aber im April 1912 der neu gegründeten United Labour Party of New Zealand an und wurde dort Vorstandsmitglied der Partei. In dieser Zeit kritisierte er das Ungleichgewicht zwischen den Preisen zu Lasten der Löhne. Noch im selben Jahr wurde er Mitglied der Royal Commission on Cost of Living in New Zealand, was ihm Gelegenheit gab, etwas gegen die Monopolbildung im Lande zu tun. 1914 trat er als Kandidat der Arbeiterbewegung zur Parlamentswahl an und gewann seinen Sitz erneut. 1916 brach er mit der Bewegung, da sie sich gegen die Wehrpflicht aussprach.[1] 1917 wurde Veitch per Wahl Mitglied des Wanganui Harbour Board[5] und trat 1922 mit Erfolg als Kandidat der Liberal Party zur Parlamentswahl an.[1]

Im April 1928 schloss sich Veitch der United New Zealand Political Organisation an, die im August des Vorjahres von Albert Davy gegründet worden war. Zur Parlamentswahl des Jahres 1928 bündelten Veitch, Davy und George Forbes Kräfte zur Gründung der United Party. Ihr Ziel dabei war, den Einfluss des Sozialismus in Neuseeland zurückzudrängen. Als die United Party im Dezember 1928 die Regierungsmehrheit stellen konnte, wurde Veitch unter dem Premierminister Joseph Ward zum Minister für Bergbau (Minister of Mines), Arbeitsminister (Minister of Labour) und Verkehrsminister (Minister of Transport) ernannt. Als George Forbes die Regierung für die United Party übernahm, bekam Veitch dann das Amt des Verkehrs- und Eisenbahnministers (Minister of Railways and Transport) überantwortet.[1]

Als die Koalitionsregierung, der er angehörte, 1933 die neuseeländische Währung abwertete, war Veitch zum Schutze der Verbraucher strikt dagegen, und als er im Februar des Jahres gegen die Banks Indemnity (Exchange) Bill gestimmt hatte, wurde er aus der Fraktion der Regierung ausgeschlossen. 1935 schloss er sich dann der antisozialistischen Democrat Party an und verlor im November des Jahres bei der anstehenden Parlamentswahl seinen Sitz im Parlament, den er über 24 Jahre gehalten hatte. 1938 trat er nicht zur Wahl an, versuchte aber 1943 als Kandidat der New Zealand National Party über den Wahlkreis Wellington Suburbs erfolglos ein Comeback.[1]

Jahr Stimmen
absolut
% der
Stimmen
Partei Bemerkungen
1911411557,83Unabhängiggewählt[4]
1914333042,18United Labourgewählt[6]
1919434052,65Unabhängiggewählt[7]
1922464851,78Liberal Partygewählt[8]
1925433943,27Liberal Partygewählt[9]
1928United Partygewählt, aber Daten nicht bekannt
1931509653,07United Partygewählt[10]
1935331831,44United Partynicht gewählt[11]
1938nicht zur Wahl angetreten
1943730937,68Democrat Partynicht gewählt[12]
Ministervonbis
Minister of Mines1928Mai 1930
Minister of Labour1928Mai 1930
Minister of Transport1928Mai 1930
Minister of Railways and TransportMai 19301933
Commons: Bill Veitch – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Diana Beaglehole: Veitch, William Andrew. In: Dictionary of New Zealand Biography 1921–1940. Volume IV. Bridget Williams Books, Wellington 1998 (englisch, Online [abgerufen am 20. Juni 2026]).
  2. OBITUARY Mr. W. A. Veitch. In: Evening Post. Wellington 3. Januar 1961, S. 5 (englisch, Online [abgerufen am 20. Juni 2026]).
  3. The General Elections. In: Wanganui Herald. Volume XXXXVI, Issue 13543. Wanganui 27. November 1911, S. 5 (englisch, Online [abgerufen am 20. Juni 2026]).
  4. 1 2 The General Elections. In: Wanganui Herald. Volume XXXXVI, Issue 13561. Wanganui 19. November 1911, S. 1 (englisch, Online [abgerufen am 20. Juni 2026]).
  5. Wanganui Harbour Board Election. In: Wanganui Chronicle. Volume LX, Issue 16960. Wanganui 11. April 1917, S. 1, Sp. 5 (englisch, Online [abgerufen am 20. Juni 2026]).
  6. Declaration of Result of Poll for the Electoral District of Wanganui. In: Wanganui Chronicle. Issue 20246. Wanganui 19. November 1911, S. 7, Sp. 3 (englisch, Online [abgerufen am 20. Juni 2026]).
  7. Declaration of Result of Poll for the Electoral District of Wanganui. In: Wanganui Herald. Volume LII, Issue 16017. Wanganui 7. Januar 1920, S. 9, Sp. 5 (englisch, Online [abgerufen am 20. Juni 2026]).
  8. Declaration of Result of Poll for the Electoral District of Wanganui. In: Wanganui Herald. Volume LVI, Issue 17415. Wanganui 9. Januar 1923, S. 1, Sp. 6 (englisch, Online [abgerufen am 20. Juni 2026]).
  9. Declaration of Result of Poll for the Electoral District of Wanganui. In: Wanganui Chronicle. Volume LXXXII, Issue 19458. Wanganui 18. November 1925, S. 1, Sp. 5 (englisch, Online [abgerufen am 20. Juni 2026]).
  10. Declaration of Result of Poll for the Electoral District of Wanganui. In: Wanganui Chronicle. Volume 74, Issue 294. Wanganui 12. Dezember 1931, S. 1, Sp. 6 (englisch, Online [abgerufen am 20. Juni 2026]).
  11. Election Results. In: Evening Post. Volume CXX, Issue 136. Wellington 5. Dezember 1935, S. 5 (englisch, Online [abgerufen am 20. Juni 2026]).
  12. Declaration of Result of Poll for the Electoral District of Wellington Suburbs. In: Dominion. Volume 37, Issue 14. Wellington 12. Oktober 1943, S. 6, Sp. 3 (englisch, Online [abgerufen am 20. Juni 2026]).
  13. Offical Jubilee Medals. In: Evening Post. Volume CXIX, Issue 105. Wellington 6. Mai 1935, S. 4 (englisch, Online [abgerufen am 20. Juni 2026]).
  14. Alister Taylor: The New Zealand Roll of Honour – New Zealanders who have served their country in peace and war. Auckland 1998 (englisch).