Billa

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Billa (Begriffsklärung) aufgeführt.
BILLA AG
Logo der BILLA AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1953
Sitz Wiener Neudorf, Österreich
Leitung Volker Hornsteiner, Josef Siess, Robert Nagele
Mitarbeiter 18.400
Branche Einzelhandel
Website www.billa.at
BILLA Energiesparmarkt in Deutsch Wagram
Die Filiale am Wiener Bahnhof Praterstern hat täglich geöffnet
Der Billa-Corso im Wiener Herrnhuterhaus wurde 2010 als Flagship-Store eröffnet
Barrierefreier BILLA in Wien Simmering

Die Billa AG (Eigenschreibweise BILLA) ist ein österreichisches Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen, das zur Rewe International gehört. Die Zentrale befindet sich in Wiener Neudorf in Niederösterreich.

Mit Stand 2016 betreibt Billa in Österreich 1.050 Filialen mit rund 18.400 Mitarbeitern.[1] [2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1953 eröffnete Karl Wlaschek in Wien-Neubau eine Parfümerie und bot Markenartikel zu Discountpreisen an. In der Folge entstand die Warenhandel Karl Wlaschek (WKW) und umfasste 1960 45 Filialen. Wlaschek übertrug das Konzept auf den Lebensmittelbereich, führte das Selbstbedienungssystem ein und nannte seine Filialen ab 1961 BILLA (für „Billiger Laden“).

Durch Aufkauf von Lieferanten, Verdichtung des Filialnetzes und Ausweitung des Angebotes (Bio-Produkte, Reisen) wuchs Billa weiter. 1967 gründete Wlaschek Merkur, 1977 erwarb er die Unternehmen Litega und Sport Klepp. 1978 wurde der Buchdiscounter Libro, einige Zeit später die Discounterkette Mondo gegründet. Der Konzern um Billa, Bipa („Billige Parfümerie“), Merkur, Mondo (später Penny) und Litega war geboren.

Im Jahr 1993 führte Billa in Österreich flächendeckend Scannerkassen ein und erzielte im Konzern einen Umsatz von 50 Mrd. Schilling.[3] Im Juli 1996 wurde der BML-Konzern (für Billa, Merkur und Litega), firmierend als BML Vermögensverwaltungs AG, auch als „Billa-Gruppe“ bezeichnet, von der Rewe Group übernommen. 1998 erzielte Billa mit circa 25.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,4 Mrd. Euro. Bis Dezember 2011 baute Billa das Filialnetz auf 1005 Filialen in ganz Österreich aus.[4]

Rewe führte nach dem Kauf neben Billa auch die anderen Vertriebslinien des BML-Konzerns weiter: außer den Mondo-Filialen, die in Penny-Märkten aufgingen, behielten alle Warenhausketten ihren Namen. In den letzten Jahren wurde das Reisebüro ITS-Billa-Reisen eingeführt. Zudem ist die Rewe Group Austria seit 2003 mit 24,9 % an der Vorarlberger Lebensmittel- und Gastronomiekette Sutterlüty beteiligt.

Am italienischen Markt war die Rewe Group Austria bis 2014 mit rund 150 Billa- und Standa-Filialen in den Regionen Venetien, Friaul-Julisch Venetien, Emilia-Romagna und Trentino-Südtirol vertreten. 2014 verließ Rewe Italien; 53 Billa-Märkte gingen an eine Tochter der französischen Kette Carrefour, der Rest soll sukzessive in Paketen anderweitig veräußert werden.

Eurobilla führt mit einem Team aus rund 45 Mitarbeitern in Wiener Neudorf die Zentral- und Osteuropa-Geschäfte, die derzeit mit über 300 Billa-Filialen in Rumänien, Tschechien, Russland, der Slowakei, Kroatien, Bulgarien (47) und der Ukraine vertreten ist. Im August 2006 wurden die miniMal-Märkte in Polen in Billa umbenannt.

Von 1977 bis 1992 gehörte auch Litega mit seinen Filialen, in denen Linoleumbodenbeläge, Textilien, Gardinen und Matratzen verkauft wurden, zum Konzern und bildete das L in BML. Auch diese Zentrale war in Wiener Neudorf. Im Jahr 2004 wurde das seit 1992 nicht mehr zu BML gehörende Unternehmen liquidiert.[5]

Online Shop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BILLA hat seit 1999 einen Online Shop, der seit 2015 österreichweit auch tiefgekühlte Lebensmittel liefert.

Eigenmarken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Billa-Märkten werden folgende Rewe-Eigenmarken vertrieben: die Diskontlinie Clever, die Weinkellerei Wegenstein, die Biolinie Ja! Natürlich und die Fertiggerichtslinie Chef Menü. Reisen werden unter der 1998 gegründeten Marke ITS Billa Reisen angeboten. 2011 wurde eine neue Eigenmarke namens BILLA eingeführt.[6] Die Eigenmarke Quality First wurde im selben Jahr aus dem Billa-Sortiment genommen. Seit 2013 gibt es bei BILLA die Eigenmarke BILLA Corso, unter der Produkte im gehobenen Preis- und Qualitätssegment angeboten werden. Seit 2015 gibt es außerdem die BILLA-Eigenmarke FRESHY, unter der Jausenartikel produziert und vertrieben werden. [7]

Filialtypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Billa Classic (klassischer Nahversorger, mit Abstand der häufigste Filialtyp, circa 600 Eigenmarken)
  • Billa Corso (Flagship-Store, neben den klassischen Produkten ein erweitertes und zumeist exquisiteres/teureres Sortiment)
  • Billa Online Shop (Billa Online Shop seit 1999, er führt Produkte aus allen Kategorien)
  • Billa Stop & Shop (kleinere Geschäfte an Jet-Tankstellen)
  • Billa Box (2009–2015, führte nur Fertiggerichte, Getränke und Snacks)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Billa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vom Laden zum Konzern: 60 Jahre Billa auf ORF vom 12. Jänner 2012 abgerufen am 12. Jänner 2012
  2. Barrierefreie Filialen | BILLA. In: www.billa.at. Abgerufen am 20. April 2016.
  3. Fallstudien aus der österreichischen Marketingpraxis. 4 (2006), Bd. 4 abgerufen am 8. Februar 2013
  4. Billa - Informationen und Standorte auf meinKauf.at, abgerufen am 17. Dezember 2011.
  5. Litega-Textil wirft das Handtuch im Wirtschaftsblatt vom 6. Oktober 2004 abgerufen am 1. Juni 2009
  6. REWE International Die neue BILLA Eigenmarke
  7. Eigenmarken | BILLA. In: www.billa.at. Abgerufen am 20. April 2016.