Bimbach (Großenlüder)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bimbach
Gemeinde Großenlüder
Wappen von Bimbach
Koordinaten: 50° 34′ 26″ N, 9° 34′ 14″ O
Höhe: 258 (251–270) m ü. NHN
Fläche: 14,3 km² [LAGIS]
Einwohner: 2132 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 36137
Vorwahl: 06648
Die katholische St. Laurentius Kirche
Die katholische St. Laurentius Kirche

Bimbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Großenlüder im osthessischen Landkreis Fulda. Er besteht aus den Gemarkungen der ehemaligen Gemeinden Oberbimbach und Unterbimbach. Bimbach grenzt an den westlichen Stadtrand von Fulda.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bimbach liegt südwestlich der Kerngemeinde Großenlüder und ist, wenige Kilometer von der Stadtmitte Fuldas entfernt, der dieser Barockstadt nächstgelegene Ortsteil. Die Ortslage erstreckt sich südlich der Lüder in der „Lüderaue“. Unterbimbach liegt östlich der Einmündung des Erbachs in die Lüder, Oberbimbach westlich davon zwischen dem Erbach und dem Bimbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Bimbach (Binbach) auf einer Kartes des Hochstifts Fulda von 1574

Die früheste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung von Oberbimbach weist in das Jahr 927. Das Bestehen von Unterbimbach ist seit 1329 urkundlich dokumentiert.[2]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Bimbach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[LAGIS][3]

Neugliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus einem freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Oberbimbach und Unterbimbach entstand am 1. August 1968 die Gemeinde Bimbach. Vier Jahre später wurde die neugeschaffene Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. August 1972 kraft Gesetzes in die Gemeinde Großenlüder eingegliedert.[4][5]

Für Großenlüder wurde wie für jeden Ortsteil ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

Einwohnerentwicklung Oberbimbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[6]

  • 1668: 009 Herdstätten mit 52 Personen
  • 1812: 074 Feuerstellen, 472 Seelen (mit Elbrichshof)
  • 1885: kein evangelischer, 393 katholische (= 100,00 %) Einwohner
  • 1961: 015 evangelische (= 2,53 %), 579 katholische (= 97,47 %) Einwohner
Oberbimbach: Einwohnerzahlen von 1668 bis 1970
Jahr  Einwohner
1668
  
52
1834
  
639
1840
  
678
1846
  
656
1852
  
651
1858
  
597
1864
  
665
1871
  
630
1875
  
594
1885
  
568
1895
  
588
1905
  
591
1925
  
596
1939
  
635
1946
  
680
1950
  
935
1956
  
957
1961
  
928
1967
  
1.069
1970
  
1.085
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [6]

Einwohnerentwicklung Unterbimbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[2]

  • 1812: 052 Feuerstellen, 342 Seelen
  • 1885: kein evangelischer, 393 katholische (= 100,00 %) Einwohner
  • 1961: 15 evangelische (= 2,53 %), 579 katholische (= 97,47 %) Einwohner
Unterbimbach: Einwohnerzahlen von 1812 bis 1970
Jahr  Einwohner
1812
  
342
1834
  
417
1840
  
454
1846
  
453
1852
  
457
1858
  
420
1864
  
429
1871
  
401
1875
  
369
1885
  
393
1895
  
380
1905
  
371
1910
  
368
1925
  
411
1939
  
464
1946
  
541
1950
  
586
1956
  
568
1961
  
594
1967
  
580
1970
  
592
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bimbach gibt es die katholische Kirchengemeinde St. Laurentius Bimbach mit den Filialkirchen St. Veit in Großenlüder-Lütterz und St. Jakobus in Fulda-Malkes. Im Jugendraum finden wöchentliches Kinderbasteln und anschließend ein Schülergottesdienst in der Kirche statt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteherin ist seit April 2011 Martina Büchsel (Stand November 2016).[7] Aktuell sind im Ortsbeirat die Fraktionen von CDU, SPD und UBL vertreten.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. Januar 1971 wurde der Gemeinde Bimbach ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Der von Silber und Blau gespaltene Schild zeigt vorne das schwarze Fuldaer Kreuz und hinten in blau einen goldenen Schrägbalken, belegt mit drei roten Sparren.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die katholische Pfarrkirche Sankt Laurentius
  • Die Schnepfenkapelle
  • Die Marienkapelle Unterbimbach

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Bimbach gibt es ein ausgeprägtes Vereinsleben, u. a. die Freiwillige Feuerwehr, die Jugendfeuerwehr, der Musikverein, der Schützenverein, der Angelverein, der Männergesangverein oder der Frauenchor.
  • Der Rad-Sport-Club Bimbach (RSC ´77 Bimbach e. V.) ist seit vielen Jahren Ausrichter des Rhön-Radmarathons.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zahlreiche Wald- und Wanderwege und die “Herrgottseiche” an der Bonifatius-Route von Mainz nach Fulda. Die Lüder, die beim Fuldaer Stadtteil Lüdermünd in die Fulda mündet, fließt an Bimbach vorbei.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bimbach verfügt über eine Grundschule mit Turnhalle. Außerdem gibt es einen Kindergarten und einen Sportplatz.

Einkaufen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Circa zwei Kilometer von Bimbach entfernt liegt an der Abfahrt der B 254 nach Großenlüder der Einkaufsbereich An der Aspe.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bimbach ist mit Bus und Bahn an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Es verkehrt die Fuldaer Stadtbuslinie 3. Zudem verkehrt in Richtung Lütterz und Großenlüder die Buslinie 66. In Bimbach gibt es zudem einen Bahnhaltepunkt an der Vogelsbergbahn, an dem die RMV-Regionalbahnlinie 45, betrieben durch die Hessische Landesbahn verkehrt.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Bimbach führt die Bundesstraße 254, die hier eine Auf- und Abfahrt hat. Sie führt aus Nordhessen über Alsfeld und Lauterbach im Westen vorbei an der Kerngemeinde Großenlüder und nach Osten weiter vorbei an dem Industriegebiet Fulda West von Rodges nach Maberzell. Weiter über den Innenstadtbezirk Neuenberg führt sie schließlich zum Stadtzentrum von Fulda.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Knappe: „Oberbimbach“ und „Unterbimbach“ in: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage, Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen, 2000, S. 216 und 220
  • Literatur über Bimbach in der Hessischen Bibliographie

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik des Landkreises Fulda, abgerufen im September 2015.
  2. a b c Oberbimbach, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  3. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  4. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fulda und Hünfeld und der Stadt Fulda (GVBl. II 330-14) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 220, § 14 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 394.
  6. a b Unterbimbach, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  7. Ortsteil Bimbach. Gemeinde Großenlüder, abgerufen am 20. November 2016.
  8. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Bimbach, Landkreis Fulda vom 20. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 242, Punkt 223 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).