Binali Yıldırım

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Binali Yıldırım (2016)
Binali Yıldırım imzası.png

Binali Yıldırım [binaːˌli jɯldɯˈɾɯm] (* 20. Dezember 1955 in Refahiye, Provinz Erzincan[1]) ist ein türkischer Politiker sowie der amtierende Ministerpräsident der Republik Türkei. Er ist Gründungsmitglied und war von Mai 2016 bis Mai 2017 Vorsitzender der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP). Yıldırım gilt als treuer Gefolgsmann von Präsident Erdoğan.[2]

Am 22. Mai 2016 wurde er als Nachfolger von Ahmet Davutoğlu zum AKP-Vorsitzenden gewählt und trat damit dessen Nachfolge als türkischer Ministerpräsident an. Als Priorität seiner Amtszeit führte Yıldırım die von Präsident Erdoğan vorangetriebene Einführung eines Präsidialregimes an.[3] Am 24. Mai 2016 stellte er seine Regierung vor.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen Namen Binali gab ihm ein alevitischer Nachbar seiner Familie; er bedeutet auf Arabisch „Sohn des Ali“.[4]

Yıldırım absolvierte ein Studium zum Schiffbauingenieur an der Fakultät für Schiffbau und Meerestechnik der Technischen Universität Istanbul. Seine Fachausbildung erhielt Yıldırım an der Weltschifffahrts-Universität in Malmö. An derselben Universität war er Assistent und Forschungsmitarbeiter. Yıldırım arbeitete auf der Camialtı-Werft und war in verschiedenen Führungspositionen in der Generaldirektion für Schiffbauindustrie. Er war Generaldirektor der Meeresbusse Istanbul (İstanbul Deniz Otobüsleri, İDO). 1999 erhielt Yıldırım den Qualitätspreis (Quality in Tourism Award) des Berufsverbands Skål International für seine Verdienste um die öffentliche maritime Beförderung und Tourismus. Er wurde in das Führungsgremium der Weltschifffahrts-Universität gewählt.

Yıldırım war in der 22. Legislaturperiode vom 14. Oktober 2002 bis zum 22. Juli 2007 Abgeordneter der AKP für die Provinz Istanbul der Großen Nationalversammlung.[2] Weiter war er Verkehrsminister in der 58. und 59. Regierung der Türkei.[2] Ab dem 29. August 2007 war er Mitglied der zweiten Regierung unter Erdoğan, erneut als Verkehrsminister.[5] Am 8. März 2011 gab er seinen Posten als Verkehrsminister an Mehmet Habib Soluk weiter, um bei der Parlamentswahl im Juni 2011 als Abgeordneter für die Provinz Izmir antreten zu können.

Ab dem 6. Juli 2011 hatte er das Amt des Verkehrsministers inne, wurde jedoch wegen des Korruptionsskandals in der Türkei bei einer Regierungsumbildung am 25. Dezember 2013 von Erdoğan abgesetzt. Bei der Kommunalwahl 2014 trat er als Kandidat für das Bürgermeisteramt in der Großstadt Izmir an, unterlag aber dem Amtsinhaber Aziz Kocaoğlu von der Republikanischen Volkspartei (CHP). Im dritten Kabinett Davutoğlu war Yıldırım seit 24. November 2015 Minister für Transport, Seewesen und Kommunikation.[6]

Am 18. Februar 2017 sorgte in Deutschland Yıldırıms Auftritt in der Stadt Oberhausen für eine Kontroverse, wo er für die Einführung des von Präsident Erdoğan propagierten Präsidialregimes in der Türkei warb.[7]

Binali Yıldırım ist verheiratet und Vater von drei Kindern.[2] Er spricht neben seiner türkischen Muttersprache auch Englisch und Französisch.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Binali Yıldırım – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Binali Yıldırım in Munzinger.de, abgerufen am 27. März 2017
  2. a b c d Große Nationalversammlung der Türkei: Biografie des Abgeordneten Binali Yıldırım abgerufen am 16. August 2008
  3. Türkei: AKP wählt Yildirim zum neuen Chef und Ministerpräsidenten. In: SPIEGEL ONLINE. SPIEGEL ONLINE, Hamburg Germany, abgerufen am 22. Mai 2016.
  4. "Benim adımı Alevi bir komşumuz koydu". Birgün, abgerufen am 1. Juli 2016.
  5. Büro des Ministerpräsidenten – Generaldirektion für Presse und Informationen: Mitglieder der 60. Regierung der Republik Türkei (Memento vom 2. April 2009 im Internet Archive) abgerufen am 16. August 2008
  6. Die Lage am Donnerstag: Liebe Leserin, lieber Leser,. In: SPIEGEL ONLINE. SPIEGEL ONLINE, Hamburg Germany, abgerufen am 19. Mai 2016.
  7. Yildirim in Oberhausen: „Werbefeldzug für die Diktatur“, FAZ.net, 18. Februar 2017