Bini Adamczak

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Bini Adamczak (* 1979) ist eine politische Autorin zu Themen des Kommunismus und queerer Sexualität.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Autorin war in den 2000er Jahren Teil der Frankfurter Gruppe Sinistra! – Radikale Linke.[1][2]

2004 erschien Adamczaks Kinderbuch Kommunismus, in welchem sie in Anlehnung an Karl Marx für Kinder den Kapitalismus und verschiedene, meist gescheiterte Versuche des Kommunismus erklärt. In einem Epilog verlässt der Text den Stil eines Kinderbuches und liefert den theoretischen Hintergrund.[3] Ihr Vortrag zum Buch vom 25. April 2015 bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin[4] ist als Videomitschnitt auf youtube vorhanden. Der Band wurde im März 2017 von der MIT Press auf Englisch veröffentlicht, was zu einem Shitstorm von Seiten der US-amerikanischen Rechten und konservativer Kreise führte.[5][6]

Im 2007 erschienenen Essay Gestern Morgen geht es Adamczak um die Geschichte der kommunistischen Revolution seit der Oktoberrevolution. Im Zentrum steht die von kommunistischer Seite oft abgewehrte notwendige Trauer um die Toten der Revolution. Adamczak sieht diese als gescheitert an, nicht erst mit dem Ende der UdSSR, sondern bereits zuvor mit der Auslieferung von Antifaschisten an die deutschen Nationalsozialisten, dem Hitler-Stalin-Pakt 1939, dem Großen Terror 1937, der Phase des Stalinismus und bereits an ihrem Beginn 1917:

„Ohne den Gang durch die Geschichte der revolutionären Versuche wird es keine revolutionäre Versuchung mehr geben. Trauer, Traum und Trauma, von denen das dritte sich um den zweiten schließt und nur durch die erste jemals sich wieder zu öffnen erweicht werden könnte. Auf der Möglichkeit kommunistischer Begierde lastet nicht nur das Ende der Geschichte, sondern vor allem das Ende der Revolution. Nicht nur 1989, sondern auch, mehr noch, 1939, 1938 und folgende bis 1924, bis 1917.“[7]

Bini Adamczak ist Mitglied der in der Interventionistischen Linken aufgegangen Berliner Organisation Für eine linke Strömung, in deren Magazin arranca! sie auch programmatische Texte veröffentlichte.[8]

Bini Adamczak lebt in Berlin.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kommunismus. Kleine Geschichte wie alles anders wird., Unrast, 4., überarbeitete Auflage Münster 2017, ISBN 3-89771-430-2 (zuerst 2004).
  • Gestern Morgen. Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft, 3. Auflage, edition assemblage, Münster 2015, ISBN 978-3-942885-08-9 (zuerst Münster 2007).

Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlt doch, ihr Germans! Antideutsche Kritik bedeutet heute praktische Solidarität mit den internationalen Kämpfen gegen das deutsche Krisenregime. Bini Adamczak und Jakob Apfelböck Jungle World Nr. 25, 18. Juni 2015
  2. The Way We Were Wie wir wurden, was wir sind
  3. N. Rakowitz, P. Christoph: Rezension in Diskus
  4. http://www.rosalux.de/documentation/53061
  5. Sebastian Bähr: Bini Adamczak treibt Breitbart in den Wahnsinn, Neues Deutschland, 24. April 2017, abgerufen am 26. April 2017
  6. Deutsches Buch über Kommunismus sorgt für Aufruhr in den USA, dw.com, abgerufen am 6. Mai 2017
  7. B. Adamczak: Gestern Morgen, 2007, Seite 121, zitiert nach: H. Wallat: Kommunistische Trauerarbeit
  8. Willkommen im Club der linken Versager Zur Geschichte des realexistierenden Scheiterns Bini Adamczak und Anna Dost arranca! #40 2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]