Binn

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Binn im Kanton Wallis, Schweiz. Für weitere Bedeutungen siehe Binn (Begriffsklärung).


Binn
Wappen von Binn
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis (VS)
Bezirk: Gomsw
BFS-Nr.: 6054i1f3f4
Postleitzahl: 3996
Koordinaten: 657306 / 135303Koordinaten: 46° 22′ 0″ N, 8° 11′ 0″ O; CH1903: 657306 / 135303
Höhe: 1'400 m ü. M.
Fläche: 65,0 km²
Einwohner: 145 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 2 Einw. pro km²
Website: www.binn.ch
Binn

Binn

Karte
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Binn (walliserdeutsch Bi [bɪ][2]) ist eine Munizipalgemeinde im Bezirk Goms des Schweizer Kantons Wallis. Sie liegt im Binntal, einem Seitental der Rhone, welches von der Binna durchflossen wird, weshalb es auch Binnatal genannt wird.

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand aus der Talschaft Binn und besteht heute aus den bewohnten Orten Schmidighischere, Wileren, Giesse, Fäld und Ze Binne. In der einwohnerstärksten Ortschaft Schmidighischere befindet sich die Gemeindeverwaltung.

Die Wallfahrtskapelle Heiligkreuz steht auf Binner Boden; das gleichnamige Maiensässgebiet hingegen erstreckt sich auch auf das Gemeindegebiet von Grengiols.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Binn wurde erstmals 1246 als Buyn urkundlich erwähnt; eine andere Namensform, Bondolum, findet sich 1379. Bis ins 17. Jahrhundert sind beide Varianten nebeneinander geläufig, etwa 1589 Bin, 1609 Bindoli, 1654 Bundulo und 1667 Bin, was zusammen mit der ohnehin erst spät einsetzenden Überlieferung eine sichere Deutung bis anhin verunmöglicht hat.[3]

Im Gebiet der heutigen Gemeinde wurden latènezeitliche, keltische, gallorömische und römische Grab- und Streufunde gemacht, was die Bedeutung des Albrunpasses als Übergang vom Wallis nach Oberitalien bezeugt.

Im Mittelalter bildete Binn einen Viertel des unteren Zenden Goms (Ernen), war aber zugleich bis 1798 ein selbständiges Meiertum. Die Gerichtsbarkeit lag beim Bischof von Sitten, der sich erst durch einen Mistral, ab dem 15. Jahrhundert durch einen vom Volk gewählten und vom Bischof ernannten Meier vertreten liess. 1297 wird es als communitas erwähnt; seit 1429 besitzt es eigenen Gemeindesatzungen. Eine selbständige Pfarrei bildet Binn seit 1296/1298.

Nach dem Ausbau der Strasse 1863/1864 und der Eröffnung des Hotels Ofenhorn 1883 gelangten die ersten Touristen und Mineralogen ins Tal. Der Verkauf von Mineralien bildete bis zum Ersten Weltkrieg ein lukrativer Nebenverdienst; anschliessend verfiel die Fundstelle Lengebach, bis sie 1958 wieder hergerichtet wurde. Die neuzeitliche Ausbeutung von Eisenerz wurde hingegen schon im 18. Jahrhundert aufgegeben.

1938 wurde eine wintersichere Fahrstrasse eröffnet, 1965 ein Strassentunnel in der Twingi. 1964 wurde das Tal zum Natur- und Heimatschutzgebiet erklärt («Landschaftspark Binntal»).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brücke über die Binna bei Binn
Rutil aus Lerchentili

Die Wirtschaft ist vom Tourismus und der Landwirtschaft geprägt. Die Gemeinde ist Teil des geplanten regionalen Naturparks Binntal. Binn ist bekannt für seine Mineralien; 19 Mineralien findet man nur im Binntal. Es gibt geführte Exkursionen in die Berge, um Mineralien zu finden. In diesem Dorf gibt es noch zwei Berufstrahler (Kristallsucher), die von ihrem Beruf leben können.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den alten Holzhäusern in den Siedlungen gibt es folgende markante Bauwerke:

  • Pfarrkirche St. Michael, 1561–65[4], Wilern
  • Steinerne Bogenbrücke über die Binna, 1564, Schmidighischere
  • Hotel Ofenhorn, 1881, Schmidighischere

Kapellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wallfahrtskapelle Heiligkreuz, 1660[5]
  • Kapelle Mariä Verkündigung, 1660[6], Giesse
  • Kapelle St. Martin, 1660[7], Fäld
  • Kapelle St. Antonius, 1690, Schmidighischere
  • Kapelle St. Sebastian, 1725, Ze Binne

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Binn pflegt freundschaftliche Beziehungen zu Arbon, Urtenen-Schönbühl und Baceno.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alma Treyer: Binn im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Walter Ruppen: Das innere Binntal, die Talschaft Binn. In: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Kunstdenkmäler der Schweiz (= Bd. 67). Untergoms Bd. 2. Birkhäuser Verlag, Basel 1979, ISBN 3-7643-1080-4, S. 148–220.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Binn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Sprachatlas der deutschen Schweiz, Band V 1b.
  3. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 157 f.
  4. Vorgängerbau aus dem 13. Jahrhundert.
  5. Einsegnung eine Kapelle am Standort. Die Weihe der heutigen Kapelle am 29. Juli 1678.
  6. Segnung einer Kapelle an diesem Standort. Am Giebel Jahrzahl 1764 ggf. Baujahr des Schiffes.
  7. Segnung der heutigen Kapelle.