Binokular

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Binokular der russischen Armee (2009)

Mit Binokular (nach der lateinischen Vorsilbe bi- für „zwei“ und lateinisch oculus für Auge) wird ein optisches Instrument bezeichnet, welches für beide Augen je ein Okular besitzt, also beiden Augen ein Bild präsentiert. Die Bilder für beide Augen können unterschiedlich oder identisch sein.

Unterschiedliche Bilder für beide Augen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manche Geräte erzeugen für beide Augen leicht unterschiedliche Bilder, indem sie unabhängige Strahlengänge für beide Augen erzeugen. Der Beobachter erhält durch dieses stereoskopische Sehen einen plastischen, dreidimensionalen Tiefeneindruck. Die bekanntesten Beispiele für diese Gruppe sind das binokulare Fernglas (Feldstecher, Opernglas) sowie das Stereomikroskop.

Stereomikroskope erlauben es, mit mäßiger Vergrößerung (meist ca. 4- bis 40-fach) Lebendbeobachtungen, Präparations- und Sortierarbeiten durchzuführen. Die beiden getrennten Strahlengänge treffen mit einem Winkel von ca. 14° auf das Objekt auf. Für gutes räumliches Sehen darf die Vergrößerung nicht stärker als etwa 100-fach sein. Stereomikroskope werden im Laborjargon im Deutschen häufig „Binokulare“ oder kurz „Binos“ genannt.

Identische Bilder für beide Augen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lichtmikroskop mit Phototubus. Wegen des nach oben weisenden Kamerananschlusses wird diese Ausführung auch trinokularer Tubus genannt.

Andere Geräte duplizieren das Bild, so dass beide Augen ein identisches Bild sehen. Dadurch wird ein entspannteres, ermüdungsfreies Beobachten ermöglicht, aber keine zusätzliche Information vermittelt. Ein Beispiel ist der Binokulartubus an hochwertigen Lichtmikroskopen. Es handelt sich also um ein Bauteil des gesamten Geräts.[1][2]

Auch manche Amateurastronomen setzen ein solches Binokular an ihren Teleskopen ein.

Monokular und Trinokular[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zum Binokular erlaubt ein Monokular nur die Beobachtung mit einem Auge; Beispiele hierfür sind Fernrohr, Spektive oder Ablese-Mikroskope.

Ein trinokularer Tubus oder Phototubus für Lichtmikroskope hat zusätzlich zu den beiden Okularen für die Augen noch einen weiteren Ausgang, an den eine Kamera angeschlossen werden kann.[1][2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gerhard Göke: Moderne Methoden der Lichtmikroskopie: vom Durchlicht-Hellfeld- bis zum Lasermikroskop. Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1988, ISBN 3-440-05765-8, S. 80.
  2. a b Dieter Gerlach: Das Lichtmikroskop. Eine Einführung in Funktion und Anwendung in Biologie und Medizin. 2. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-13-530302-0, S. 14 f.