Biologisches Reservat Monteverde

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Biologische Reservat Monteverde
Nebelwald in Monteverde

Nebelwald in Monteverde

Lage Costa Rica, Provinz Puntarenas
Fläche 5.000 Hektar
Geographische Lage 10° 18′ N, 84° 49′ WKoordinaten: 10° 18′ 0″ N, 84° 49′ 0″ W
Biologisches Reservat Monteverde (Costa Rica)
Biologisches Reservat Monteverde
Einrichtungsdatum 1973
f6

Das Biologische Reservat Monteverde (Reserva Biológica Bosque Nuboso Monteverde) ist ein Schutzgebiet in Costa Rica. Es handelt sich um ein etwa 5.000 Hektar großes Gebiet mit Nebelwäldern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Großteil des heutigen Reservats wurde ursprünglich von einer Gruppe von US-amerikanischen Quäkern erworben, die dort 1951 eingewandert waren. Sie wollten sich hier niederlassen, um so eine Teilnahme am Koreakrieg zu vermeiden, da sie gemäß ihren Glaubensgrundsätzen jeden Kriegsdienst ablehnen. Ab 1972 wurden Teile des Gebietes durch illegale Siedler gefährdet. Vor diesem Hintergrund schlossen sich George Powell, ein lokaler Wissenschaftler, und Teile der Quäker-Gemeinde sowie Umweltorganisationen zusammen und erwarben ein 328 Hektar großes Gebiet.[1][2] Das so erworbene Land wurde unter die Verwaltung des Centro Científíco Tropical (Tropenwissenschaftliches Zentrum) gestellt. Durch Spenden und weiteres Zuführen von Land der Quäker-Gemeinde konnte das Reservat kontinuierlich erweitert werden. Im Jahr 1989 erreichte das Gebiet seine heutige Größe von rund 5.000 Hektar.[2]

Charakteristika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Reservat liegt an den Hängen eines Gebirgszugs im Zentrum von Costa Rica. Es umfasst mehrere unterschiedliche Lebensräume. Dominiert wird es vom Nebelwald.

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund 3.000 der 9.000 in Costa Rica beheimateten Pflanzenarten findet man im Schutzgebiet von Monteverde. Darunter sind alleine 755 verschiedene Baumarten. Die Bäume und andere Pflanzen sind in großen Teilen von Epiphyten bewachsen. Mit 29 Prozent der Pflanzenarten zählen die Epiphyten, Aufsitzerpflanzen, zu den artenreichsten in dem Reservat. Außerdem beheimatet das Gebiet über 500 Orchideenarten, von denen 34 bis zu ihre Entdeckung in dem Reservat unbekannt waren. 10 Prozent der Pflanzenarten finden sich ausschließlich in diesem Gebiet, z.B. der Podocarpus Monteverdeensis, ein Nadelbaum.[3]

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Reservat leben 169 Amphibien- und Reptilienarten. Zu den 60 Amphibienarten gehören der Schleichenlurch, Froschlurch und Schwanzlurch. Unter den Reptilienarten finden sich zahlreiche Eidechsen- und Schlangenarten. Daneben sind auch viele Säugetiere und Vogelarten in dem Gebiet heimisch. So finden sich neben Fledermäusen, u.a. auch Affen, Tapire, Nabelschweine, Katzenarten und Agutis unter den Bewohnern.[4] Das Reservat bietet zudem Vogelarten wie dem Quetzal und dem Dreilappenkotinga Lebensraum. Außerdem kann man hier Arten wie den Laucharassari, den Elfenbeinsittich, den Veilchenkolibri und den Urutau-Tagschläfer beobachten. Das Schutzgebiet liegt außerdem auf einer wesentlichen Zugstrecke, weshalb dort zu Zeiten des Vogelzuges zahlreiche Arten beobachtet werden können, die ihr Brutareal in Nordamerika haben. So sieht man hier beispielsweise den Breitschwingenbussard, Vireos und Waldsänger. Im Reservat beheimatet sind auch Tangaren und Organisten.[5]

Das Reservat wurde unter anderem bekannt durch das einzige weltweite Vorkommen der Goldkröte. Diese, nur in Monteverde lebende Krötenart, starb jedoch 1989 aus ungeklärten Gründen aus.[4]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lonely Planet: Costa Rica. 5. Auflage. Mairdumont, Ostfildern 2015, ISBN 978-3-8297-2355-8, S. 222.
  2. a b Reserva Biológica Bosque Nuboso de Monteverde: Our History. Abgerufen am 13. Februar 2017.
  3. Reserva Biológica Bosque Nuboso de Monteverde: Flora. Abgerufen am 13. Februar 2017.
  4. a b Reserva Biológica Bosque Nuboso de Monteverde: Fauna. Abgerufen am 13. Februar 2017.
  5. David Burnie: Vögel: die große Bild-Enzyklopädie. Dorling Kindersley, München 2008, ISBN 978-3-8310-1272-5.