Biomasseheizkraftwerk Wittgenstein

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BHKW Wittgenstein
Biomasseheizkraftwerk Wittgenstein (Dezember 2015)
Biomasseheizkraftwerk Wittgenstein (Dezember 2015)
Lage
BHKW Wittgenstein (Nordrhein-Westfalen)
BHKW Wittgenstein
Koordinaten 50° 59′ 45,8″ N, 8° 19′ 5,4″ OKoordinaten: 50° 59′ 45,8″ N, 8° 19′ 5,4″ O
Daten
Primärenergie Bioenergie
Brennstoff Waldrestholz und Landschaftspflegeholz
Leistung MW elektrisch + 30 MW thermisch
Eigentümer RWE Innogy
Betreiber RWE Innogy
Betriebsaufnahme 2009
Website www.rwe.com

Das Biomasseheizkraftwerk Wittgenstein ist ein mit Holz befeuertes Biomasseheizkraftwerk in Schameder (Gemeinde Erndtebrück) im Kreis Siegen-Wittgenstein.

Bau und offener Weiterverkauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzlager auf dem Gelände

Der Bau des Kraftwerkes wurde 2008 begonnen. Es wurde im Herbst 2009 fertiggestellt und kostete 25 Millionen Euro.

Wenige Jahre später prüfte RWE einen Weiterverkauf des Kraftwerks sowie des Pelletwerkes, obwohl RWE die letzten Anteile am Pelletwerk von der Firma German Pellets zum 1. April 2014 übernommen hatte.[1] Derzeit (Stand: Dezember 2015) liegt noch keine Entscheidung vor.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kraftwerk funktioniert per Kraft-Wärme-Kopplung. Pro Jahr werden 28.000 MWh an Strom und 100.000 MWh an Prozesswärme erzeugt. Für den Betrieb werden jährlich 90.000 Tonnen Waldrest- und Landschaftspflegeholz verbrannt. Der Wirkungsgrad liegt zwischen 65 und 85 %.[2]

Pelletwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Standort befindet sich auch ein Werk zur Pelleterzeugung. Bei der Grundsteinlegung im November 2009 sagte der damalige Landrat Paul Breuer, dass „das modernste Pelletwerk Europas“ entstehen würde. Nach dem nordrhein-westfälischen Umweltminister Eckhard Uhlenberg sei der Standort sehr gut, denn dort „gebe es den waldreichsten Kreis im Industrieland NRW“.[3]

Das Werk produziert bis zu 120.000 Tonnen Pellets pro Jahr, wofür 220.000 Tonnen Rundholz und Sägereststoffe benötigt werden. Das Pelletwerk wurde im Sommer 2010 für 21 Millionen Euro fertiggestellt. Ein großer Teil der benötigten Wärme und des Stromes stammt vom benachbarten Biomasseheizkraftwerk.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird von lokalen Waldbauern und Naturschützern kritisiert, dass die benötigten Holzmengen in der Gegend nicht vorhanden seien bzw. deren Nutzung schadhaft für die lokalen Wälder seien. Zwar soll das Holz aus einem Radius von 100 km stammen, muss aber teilweise aus anderen Gegenden importiert werden.[4][5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Biomasseheizkraftwerk Wittgenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RWE betreibt Pelletwerk in Eigenregie. Verkauf bleibt weiter eine Option. Siegener Zeitung, 9. Januar 2014, abgerufen am 9. Dezember 2015.
  2. Strom für 12500 Haushalte und 80.000 Tonnen Pellets. derWesten, 15. März 2013, abgerufen am 9. Dezember 2015.
  3. Holger Weber: Pelletwerk im Industriepark Wittgenstein. In: Siegener Zeitung. 9. November 2009.
  4. Ute Schlapbach: Woher kommt das Holz fürs Biomasse-Heizkraftwerk? derWesten, 1. März 2010, abgerufen am 9. Dezember 2015.
  5. Großbiomasseheizkraftwerk verändert unseren Wald. In: Natur und Umwelt in Siegen-Wittgenstein. NABU, 2009, abgerufen am 9. Dezember 2015 (PDF; 2,9 MB).