Bioresonanztherapie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Bioresonanztherapie, abgekürzt BRT, alternative Bezeichnungen sind Mora-Therapie, biophysikalische Informationstherapie oder Multiresonanztherapie, ist eine wissenschaftlich nicht belegte Heilmethode. BRT ist eine alternativmedizinische Methode die zur Behandlung von Allergien, Migräne, Schlafstörungen, chronischen Schmerzen und weiteren Krankheiten dienen soll. Darunter fallen auch Krankheitsbilder, die in der evidenzbasierten Medizin unbekannt sind und im Widerspruch zu grundlegenden Erkenntnissen über die menschliche Physiologie stehen (vgl. „Zuckerallergie“). Die Bioresonanztherapie wurde 1977 von dem deutschen Arzt und Scientologen Franz Morell und seinem Schwiegersohn, dem Ingenieur Erich Rasche als MORA-Therapie eingeführt. Bioresonanztherapie gehört nicht zum Methodenspektrum der wissenschaftlichen Medizin. Einen Nachweis für eine Wirksamkeit der Bioresonanztherapie, die über Placeboeffekte hinausginge, gibt es nicht. Die Bioresonanztherapie hat nichts mit Biofeedback zu tun.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Die Bioresonanzverfahren leiten sich von der seit 1920 in den USA verbreiteten Radionik ab. Die entsprechenden Geräte werden über Elektroden mit mindestens zwei Stellen der Haut des Probanden in Verbindung gebracht. Im einfachsten Falle nimmt der Proband zwei bewegliche Elektroden in jeweils eine Hand. Die genaue Funktionsweise wird von den Herstellern und Entwicklern nicht offengelegt. Vermutlich messen sie den Hautwiderstand, ähnlich einem Lügendetektor, der Elektroakupunktur nach Voll (EAV) oder dem in der Scientology verwendeten E-Meter (L. Ron Hubbard, Gründer von Scientology, entwickelte ein „Radionics“-Gerät). Einige Geräte verstärken elektrische Signale im Niederfrequenzbereich, wie der Verstärker einer Stereoanlage.

Die Anwender geben an, dass es körpereigene elektrische Signale gäbe, die man an der Haut messen könne. Krankheiten und Fehlfunktionen seien anhand veränderter körperspezifischer elektromagnetischer Schwingungen (Frequenzen) erkennbar bzw. durch diese erst hervorgerufen. Durch Interferenz mit dem invertierten Signal könne man die krankhaften elektromagnetischen Schwingungen aufheben und damit den Körper des Patienten entlasten. Dabei seien die Geräte in der Lage, aus einer Vielfalt an körpereigenen elektrischen Signalen und äußeren Störsignalen die bedeutsamen Signale zu isolieren.

Jedes Nervensystem erzeugt sehr geringe elektrische Spannungen und Ströme und nutzt diese für die Erregungsleitung im zentralen und peripheren Nervensystem (Myoelektrik). Außerdem entstehen auch bei der Kontraktion von Muskelzellen sich ändernde elektrische Potentiale. Dabei entstehen schwache elektromagnetische Felder, die mit den Methoden der modernen Medizin messbar sind. So können beispielsweise mit wissenschaftlich etablierten Methoden die elektrischen Vorgänge des Herzmuskels im EKG sichtbar gemacht werden. Weitere Beispiele sind das EEG, das schwache elektrische Potentiale, die von der Kopfhaut abgeleitet werden, sichtbar macht. Hinzu kommt das MEG zur Darstellung schwacher magnetischer Felder im Gehirn.

Für die von den Verfechtern der Bioresonanztherapie behaupteten normalen oder krankhaften Frequenzmuster wurden bisher keine Belege erbracht. Es sind auch keine physikalischen und biologischen Grundlagen für eine „Löschung“ solcher Frequenzmuster im Körper wissenschaftlich nachgewiesen, wie von den Vertretern der Bioresonanztherapie angenommen wird.

Wirksamkeit[Bearbeiten]

Eine große Zahl von wissenschaftlichen Studien konnte zeigen, dass Heilungserfolge bei der Allergiebehandlung von Kindern nicht reproduzierbar waren.[1][2][3][4][5][6][7][8][9][10]

Stellung der gesetzlichen Krankenkassen und privater Krankenversicherer[Bearbeiten]

Aufgrund des fehlenden wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweises des biophysikalischen Behandlungskonzeptes ist die Bioresonanztherapie vom Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen von der generellen Erstattungsfähigkeit durch gesetzliche Krankenkassen in Deutschland ausgeschlossen worden. Eine Kostenerstattung durch eine gesetzliche Krankenkasse erfordert daher einen sog. Einzelfallentscheid von dieser. Auch private Krankenversicherer lehnen eine Übernahme der Behandlungskosten zum großen Teil mit der Begründung ab, dass die Bioresonanztherapie nicht wissenschaftlich anerkannt sei. Das gilt auch für einen großen Teil von Ergänzungstarifen, die nach dem Hufelandverzeichnis leisten, in welchem die Bioresonanztherapie aufgeführt ist.

Um nicht weiter in die Nähe von Scientology gerückt zu werden, benannten sich in den 1990er Jahren mehrere bedeutende Therapeutenvereinigungen um und verbannten „Bioresonanz“ aus ihrer Namensgebung. So existieren ähnliche Verfahren unter den Namen Biokommunikations-, Bicom-, Multicom- und Multiresonanztherapie, Biophysikalische Informationstherapie (BIT), Diagnostische Resonanztherapie (DRT), Sequentielle Frequenzdiagnostik, Lykotronik-Therapie, SomaDyne, VegaSTT oder Matrix-Regerationstherapie.

In der Schweiz hingegen wird die Bioresonanztherapie von einigen Krankenkassen im Rahmen einer Zusatzversicherung finanziert.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. O. Berggold: Der sogenannte Medikamententest in der Elektroakupunktur. Zeitschr. Allgemeinmed., 1976, 52, S. 312
  2. H. Bresser: Allergietestung mit der Elektroakupunktur nach Voll. Hautarzt, 1993 44, S. 408
  3. M. Hörner: Bioresonanz: Anspruch einer Methode und Ergebnis einer technischen Überprüfung. Allergologie, 1995, 18, S. 302
  4. H. Kofler: Bioresonanz bei Pollinose. Eine vergleichende Untersuchung zur diagnostischen und therapeutischen Wertigkeit. Allergologie 1996,19, S. 114
  5. B. Niggemann: Unkonventionelle Verfahren in der Allergologie. Kontroverse oder Alternative?, Allergologie 2002,25, S. 34
  6. M. H. Schöni: Efficacy trial of bioresonance in children with atopic dermatitis. Arch. Allergy Immunol., 1997, Mar; 112(3), S. 238–246
  7. Schultze-Werninghaus: Paramedizinische Verfahren: Bioresonanzdiagnostik und -Therapie, Allergo J., 1993, 2, S. 40–42
  8. F. Wandtke: Bioresonanz-Allergietest versus pricktest und RAST. Allergologie 1993, 16, S. 144
  9. A. Wille: Bioresonance therapy (biophysical information therapy) in stuttering children. Forsch. Komplementarmed. 6. Februar 1999, Suppl 1: S. 50–52
  10. B. Wüthrich: Unproven techniques in allergy diagnosis. J. Invest. Clin. Immunol., 2005, 15, S. 86–90
  11. SGA Schweizerische Ärztezeitung 2006;87: 2: Stellungnahme der Fachkommission der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI ) zu den Bioresonanz- und Elektroakupunkturgeräten zur Diagnostik und Therapie von (vermeintlichen) Allergien. Abgerufen am 7. Juni 2012.