Biostruktur-Analyse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Structogram

Die Biostruktur-Analyse (Structogram) ist eine ordnende Selbstanalyse, die im Unternehmensbereich kommerziell beworben und angewendet wird. Dabei soll die relative Stärke der Persönlichkeitsanteile „Gefühl“, „Emotion“ und „Ratio“ beurteilt werden. Diese Komponenten werden unterschiedlichen Gehirnabschnitten und Farben zugeordnet. Das Ergebnis der Biostruktur-Analyse wird in einem dreifarbigen Kreisdiagramm dargestellt. Zur Personalbeurteilung eignet sich die Methode nicht.[1]

Die Biostruktur-Analyse wurde in den späten 1970er-Jahren von dem deutschen Anthropologen Rolf W. Schirm entwickelt. Als Grundlage des Modells diente ihm ein 1974 veröffentlichtes Konzept des amerikanischen Hirnforschers Paul D. MacLean, der die drei Hirnteile Großhirn, Zwischenhirn und Stammhirn als phylogenetisch unterschiedlich alte Strukturen beschrieb (vgl. Triune Brain).[2] Schirm identifizierte zunächst 102 Indikatoren und wählte daraus 24, später 39 Items aufgrund des Discrimination value nach Lawshe aus, die er in zehn Aufgaben zusammenfasste.

Nach Ansicht des Herstellers sind die Ergebnisse des Tests für jeden Menschen spezifisch und bei Erwachsenen stabil.[3] Die individuelle Biostruktur sei genetisch bedingt und nicht veränderbar.[4] Wissenschaftliche Veröffentlichungen in peer-reviewed Zeitschriften wurden bisher nicht vorgelegt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hartmut Laufer: Personalbeurteilung im Unternehmen: Von der Bewerberauswahl bis zum Arbeitszeugnis. GABAL Verlag GmbH, 2008, ISBN 978-3-89749-806-8, S. 161 (Abgerufen am 17. Juli 2013).
  2. Walter Simon: Persönlichkeitsmodelle und Persönlichkeitstests: 15 Persönlichkeitsmodelle für Personalauswahl, Persönlichkeitsentwicklung, Training und Coaching. GABAL Verlag GmbH, 2006, ISBN 978-3-89749-636-1, S. 342ff (Abgerufen am 17. Juli 2013).
  3. Werner Bitterwolf: Reliabilität der Biostruktur-Analyse: Evaluationsstudie zur Profilstabilität des STRUCTOGRAM®. (PDF; 9 kB) (Memento des Originals vom 21. Oktober 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.qsyst.de Nürnberg, August 2007
  4. Schirm Rolf W.; Schoemen Jürgen: Die Homöostase des psychosomatischen Netzwerks In: Evolution der Persönlichkeit, Die Grundlagen der Biostruktur-Analysen, 14. Auflage, 2011, S. 108–110.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schirm Rolf W.; Schoemen Juergen: Evolution der Persönlichkeit, Die Grundlagen der Biostruktur-Analysen. Hrsg.: IBSA Institut f. Biostruktur-Analysen; 14. überarbeitete Auflage, Luzern 2011. ISBN 978-3-9522594-4-3
  • MacLean Paul D.: The Triune Brain in Evolution: Role in Paleocerebral Functions. Springer (US) Verlag 1990. ISBN 978-0-3064316-8-5
  • Vroon Pieter A.: Drei Hirne im Kopf. Zürich 1993. ISBN 978-3-2680013-6-1