Bird (Unternehmen)

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Bird Rides, Inc.

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Rechtsform Kapitalgesellschaft
Gründung 2017
Sitz Santa Monica, Kalifornien
Leitung Travis VanderZanden
Website www.bird.co

Roller von Bird am Straßenrand

Bird (dt. Vogel) ist ein Rollerverleih-Unternehmen mit Sitz in Santa Monica, Kalifornien. Es vermietet Elektro-Tretroller in mehreren Städten in Nordamerika und Europa.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bird wurde 2017 von dem ehemaligen Uber-Geschäftsführer Travis VanderZanden gegründet. In der Series-A-Finanzierung im Februar 2018 erhielt das Unternehmen unter der Führung von Craft Ventures 15 Millionen Dollar. Bei der Series-B-Finanzierung im März 2018 wurden weitere 100 Millionen Dollar eingesammelt.[1]

Im September 2018, ein Jahr nach dem ersten Start, feierte Bird seine 10-millionste Fahrt.[2] Einen Monat später, im Oktober 2018, veröffentlichte Bird Details über sein neues, maßgeschneidertes Fahrzeug, den Bird Zero. Dieser soll mit dem Ziel „mehr Akkulaufzeit für eine längere Reichweite, bessere Beleuchtung für mehr Sichtbarkeit und verbesserte Haltbarkeit für eine längere Lebensdauer“ entwickelt werden.[3] Im November 2018 präsentierte die Verleihfirma die Bird Platform, ein neues Programm, das auf der mobilen App des Unternehmens und neu entwickelten Bird-Zero-Fahrzeugen basiert und es unabhängigen Betreibern ermöglichte, die Infrastruktur von Bird zu nutzen, um ihre eigene Flotte von Elektrorollern zu betreiben.[4] Anfang Juni 2019 wurde der Bird Cruiser angekündigt. Der Cruiser kann wie ein Fahrrad benutzt werden, der Elektromotor erleichtert das Treten. Die Kunden sollen aber auch ohne zu treten fahren können.[5][6]

Bird gab im Oktober 2019 bekannt, in der insgesamt vierten Finanzierungsrunde 275 Millionen Dollar von Investoren erhalten zu haben. Ende Januar 2020 kündigte Bird die Übernahme des in Berlin ansässigen Konkurrenten Circ an; im Rahmen der Übernahme wurde die letzte Finanzierungsrunde um 75 Millionen Dollar auf 350 Millionen aufgestockt.[7]

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Benutzer installiert die Bird App, muss sich registrieren und eine Zahlungsmethode angeben (meist eine Kreditkarte). Die App zeigt alle verfügbaren Roller (per GPS verfolgt) in der Nähe an. Der Benutzer scannt dann den QR-Code auf dem Roller und kann die Fahrt beginnen. Zum Abschluss der Fahrt parkt der Benutzer den Roller (vorzugsweise am Straßenrand) und beendet dann die Fahrt durch die App. Der Preis wird sofort von der Kreditkarte des Benutzers abgebucht. Wenn Probleme mit der Fahrt aufgetreten sind (z. B. ein defektes Fahrzeug), kann der Benutzer diese über die App melden.

Einsatzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bird-App kann der Benutzer den Betriebsbereich des Dienstes sehen. Das Fahren außerhalb des Einsatzgebietes wird toleriert, aber wenn der Roller dann außerhalb des Betriebsbereichs stehen gelassen wird, wird dem Benutzer eine Gebühr berechnet. Die Gebühr unterscheidet sich je nach Stadt und Land, in dem der Benutzer fährt.

Betriebszeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Roller jede Nacht aufgeladen werden müssen, hat Bird Betriebszeiten festgelegt, zu denen der Service verfügbar ist: täglich 7 bis 22 Uhr. Diese Betriebszeiten gelten einheitlich für alle Städte, in denen Bird tätig ist.

Roller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roller von Bird

Bird verwendet die Fahrzeuge Xiaomi M365 und Ninebot ES2 Elektroroller. Alle diese Rollermodelle können bis zu 25 km/h schnell fahren und besitzen eine Reichweite von ca. 30 km. Wie bereits erwähnt, hat Bird auch seinen eigenen Roller, den Bird Zero, der über mehr Reichweite und eine bessere Haltbarkeit verfügt.

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Allgemeinen ist der Preis in Ländern, in denen der Euro oder der Dollar verwendet wird, 1 €/$, um den Roller zu entsperren, sowie 0,15 €/$ pro Minute Benutzung. Für Länder mit anderen Währungen kann der Preis abweichen. Verschiedene Städte in einem Land können zudem unterschiedliche Preise haben. Bird und andere Elektroroller-Sharing-Firmen werden oft für ihre relativ hohen Preise kritisiert, insbesondere im Vergleich zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Unternehmen verweisen jedoch darauf, dass die Roller keine Alternative zu bestehenden Verkehrsmitteln darstellen und dass die Kosten für den Kauf, die Aufladung und die Wartung der Roller hoch sind.

Aufladen der Roller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Roller werden von angemeldeten Leiharbeitern aufgeladen. Das Unternehmen stellt Ladegeräte bereit und bezahlt ihnen zwischen drei und 20 Dollar, um die Roller über Nacht zu laden. Am Morgen müssen die Arbeiter die Roller an ausgewiesenen Plätzen abladen. Das Aufladen wird zum Wettbewerb und die Leiharbeiter sammeln die Roller mit Vans überall auf.[8] Angesichts der weiten Verbreitung der Roller hält das Unternehmen diese Art von Ladesystem zur Gewährleistung der Wirtschaftlichkeit des Verleihsystems für nötig.[9]

Probleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufstellung, Vandalismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen brachte seine Roller zuerst in San Francisco auf den Markt, ohne die entsprechenden Genehmigungen einzuholen. Nachdem die Stadt im Juni 2018 eine Unterlassungsanordnung beschlossen hatte, wurden die Roller von Bird vorübergehend aus San Francisco entfernt.[10]

Die Roller sind mehrfach zum Ziel von Vandalismus geworden. Die Menschen in San Francisco kämpften gegen den Roller-Trend, indem sie die Fahrzeuge in die San Francisco Bay warfen. Einige Leute gingen so weit, die Roller mit Fäkalien zu beschmieren.[11]

Parken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weil Bird ein Elektroroller-Sharing-System ist, bietet es keine Parkplätze, sondern die Roller können fast überall abgestellt werden. Aus diesem Grund befinden sich die Roller manchmal auf dem Bürgersteig, auf Behindertenparkplätzen, vor Garageneinfahrten usw. Dagegen gehen Ordnungsämter und Polizei jedoch vor.

Winter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen Sicherheitsbedenken nimmt Bird in Deutschland während der Winterzeit alle Roller vom Markt.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bird | Crunchbase. Abgerufen am 29. September 2018 (englisch).
  2. Bird Marks One Year Anniversary with 10 Millionth Environmentally-friendly Ride. In: Bird. 20. September 2018, abgerufen am 27. Mai 2019 (amerikanisches Englisch).
  3. Bird Unveils Bird Zero: Custom-Designed e-Scooter for Ridesharing 2.0. In: Bird. 4. Oktober 2018, abgerufen am 27. Mai 2019 (amerikanisches Englisch).
  4. Bird Unveils “Bird Platform” for Independent Operators. In: Bird. 27. November 2018, abgerufen am 27. Mai 2019 (amerikanisches Englisch).
  5. Sean O'Kane: Bird is launching an electric moped this summer. 4. Juni 2019, abgerufen am 4. Juni 2019.
  6. Bird is launching a two-seater electric vehicle to become more than a kick scooter startup. In: TechCrunch. Abgerufen am 4. Juni 2019 (amerikanisches Englisch).
  7. FAZ: BIRD UND CIRC: Fusion auf dem E-Scooter-Markt, 28. Januar 2020, abgerufen am selben Tag
  8. Taylor Lorenz: Electric Scooter Charger Culture Is Out of Control. In: The Atlantic. 20. Mai 2018 (theatlantic.com [abgerufen am 29. September 2018]).
  9. How to understand the financial levers in your business. In: TechCrunch. (techcrunch.com [abgerufen am 29. September 2018]).
  10. Bye-bye, SF scooters as Bird, Lime and Spin go on hiatus. In: SFChronicle.com. 5. Juni 2018 (sfchronicle.com [abgerufen am 29. September 2018]).
  11. San Francisco Is Fighting the Scooter Trend With Poop and Vandalism. In: Motherboard. 24. April 2018 (vice.com [abgerufen am 29. September 2018]).
  12. Bird macht Winterschlaf.