Birsig

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Birsig
Beginn der Eindolung des Birsig in der Nähe des Zoologischen Gartens

Beginn der Eindolung des Birsig in der Nähe des Zoologischen Gartens

Daten
Gewässerkennzahl FRA0100360, CH: 444
Lage Frankreich (Elsass);
Schweiz (Kanton Basel-Landschaft, Kanton Basel-Stadt, Kanton Solothurn)
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quelle Die beiden Quellbäche vereinigen sich bei Punkt 375 an der schweizerisch-französischen Grenze.
47° 28′ 42″ N, 7° 26′ 38″ O
Quellhöhe 375 m
Mündung in Basel bei der Schifflände
in den RheinKoordinaten: 47° 33′ 37″ N, 7° 35′ 17″ O; CH1903: 611250 / 267736
47° 33′ 37″ N, 7° 35′ 17″ O
Mündungshöhe 244 m
Höhenunterschied 131 m
Länge ca. 20 km
Einzugsgebiet ca. 82 km²

Der Birsig (französisch la Birsig) ist ein etwa 20 km langer linker Nebenfluss des Rheins, in den er mitten in der Stadt Basel mündet. Sein Einzugsgebiet ist etwa 82 km² gross. Der Oberlauf des Birsigs fliesst abwechselnd auf französischem und auf schweizerischem Gebiet. Sein Tal ist das Leimental, das im Unterlauf Birsigtal genannt wird. und mündet mitten . Dieses Tal gehört grossteils zum Sundgauischen Hügelland.

Die Bezeichnung Birsig ist vordeutsch; man geht aus von einem keltischen Bersikos. Der Flussname Birsig steht in Zusammenhang mit dem Namen der nahen Birs. Dieser gilt als alteuropäisch mit der Bedeutung die Schnelle. Birsig kann man verstehen als Nebenfluss der Birs oder kleine Birs.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Birsig hat zwei Quellbäche. Der eine Quellbach kommt von Wolschwiller (deutsch Wolschweiler) im französischen Elsass. Seine Quelle ist im Oberfeld bei Wolschwiller auf 470 m Höhe. Sie wird in Güterverzeichnissen aus dem 15. und 16. Jahrhundert als Birsigbrunnen bezeichnet. In der Gemeinde Biederthal fliesst das Flüsslein durch die Birsimatt oder Bersimatt und wird hier deshalb auch Birsigraben oder, fälschlich, Börsegraben genannt.

In der Schweiz nimmt man heute vielfach an, der Birsig entspringe am Nordhang des Remels am Fuss des Galgenfels in der Gemeinde Burg (Kanton Basel-Landschaft). Der Remel ist ein Teil der nördlichsten Jurakette. Diese Quelle liegt auf 650 m Höhe.

Die beiden Quellbäche vereinigen sich an der Landesgrenze zwischen dem französischen Biederthal und dem schweizerischen Rodersdorf bei Punkt 375. Es steht fest, dass von da an die Bezeichnung Birsig gilt; so steht es auch auf den schweizerischen und französischen Landkarten. Die wichtigsten späteren Zuflüsse sind der Binnbach von Flüh und der Marchbach von Witterswil

Schliesslich mündet der Birsig in der Stadt Basel bei der Schifflände auf 244 m Höhe in den Rhein. Er ist der oberste Nebenfluss des Oberrheins, welcher kurz davor bei der Mittleren Brücke beginnt, und neben der Wiese einer der zwei Oberrhein-Nebenflüsse auf Schweizer Gebiet.

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den stadtnahen Gemeinden Oberwil, Bottmingen und Binningen fliesst der Birsig offen, jedoch begradigt und verbaut. Im Gebiet der Stadt Basel fliesst er zuerst durch den Zoologischen Garten und durch das Nachtigallenwäldchen. In der Innenstadt und Altstadt ist er heute überdeckt. Früher waren die Häuserzeilen direkt an den Flusslauf gebaut und zahlreiche Brücken und Gewölbe überspannten ihn. Er nahm die Abwässer und Fäkalien der Abtritte der anstossenden Häuser sowie Einleitungen aus den umliegenden Quartieren auf. Im 19. Jahrhundert gab es deswegen Cholera- und Typhusepidemien.

Seit dem Mittelalter bildet der Rümelinbach als künstlich angelegter Gewerbekanal ein Seitenarm des Birsig. Heute speist sein Wasser die Bächlein und Teiche im Zoologischen Garten.

Für die Weiherschlösser in Benken, Bottmingen und Binningen wird das Weiherwasser aus dem Birsig abgeleitet.

Brücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste von Brückenbauten in Basel

Über den Birsig verlaufen im französischen Mündungsgebiet mehrere kleine Stege; die oberste so genannte "Birsigbrücke" befindet sich in Rodersdorf auf 360m entlang der Oltingerstrasse, weiter unten folgen in Biel-Benken, Oberwil, Bottmingen und Binningen weitere Strassenbrücken und Stege. Die bedeutendsten drei Brücken stehen im Stadtgebiet von Basel: das Dorenbachviadukt, das Birsigviadukt und das Heuwaage-Viadukt. Zahlreiche weitere Stege und Brücken in der Innenstadt wurden bereits im Mittelalter abgebrochen oder spätestens bei der Eindolung im 20. Jahrhundert in die Bausubstanz des unterirdischen Flusstunnels integriert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Golder: Der Birsig und seine Nebengewässer. Baudepartement Basel 1995.
  • Paul Koelner: Der Birsig in Basels Geschichte und Stadtbild. Basel 1930.
  • Eugen A. Meier: Basel einst und jetzt (S. 46/47). Basel 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]