Birth Control

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Birth Control
Birth Control, Sweden Rock Festival 2008
Birth Control, Sweden Rock Festival 2008
Allgemeine Informationen
Genre(s) Hard Rock, Krautrock
Gründung 1966, 1993
Auflösung 1983, 2014
Neugründung 2014
Website http://www.birth-control.de
Gründungsmitglieder
Bernd Koschmidder (bis 1972)
Reinhold Sobotta (bis 1969)
Saxophon, Gesang
Rolf Gurra (bis 1969)
Gesang
Fritz Gröger (bis 1969)
Klaus Orso (bis 1968)
Reiner Borchert (bis 1969)
Hugo Egon Balder (bis 1968)
Aktuelle Besetzung
Gitarre
Martin "Ludi" Ettrich (seit 2011)
Keyboard
Sascha Kühn (seit 2000)
E-Bass
Hannes Vesper (seit 1998)
Gesang
Peter Föller (1973–1977, seit 2016)
Schlagzeug
Manfred "Manni" von Bohr (1977–1980, seit 2016)
Ehemalige Mitglieder
Gesang, Schlagzeug, Perkussion
Bernd Noske (1968–2014, †)
Gitarre
Bruno Frenzel (1969–1983, †)
Orgel
Hartmut Scheulgens (1971)
Gitarre
Peter Engelhardt (1995–2011)
Orgel
Wolfgang Neuser (1972–1973)
E-Bass
Peter Föller (1973–1977)
Orgel, E-Piano
Bernd „Zeus“ Held (1973–1977)
Gitarre
Dirk Steffens (1972)
E-Bass
Horst Stachelhaus (1977–1980; 1993–1998, †)
Schlagzeug
Manfred „Manni“ von Bohr (1977–1980)
E-Bass
Jürgen Goldschmidt (1980–1982)
Keyboard
Jörg Becker (1982)
Keyboard
Xaver Fischer (1993–2000)
E-Gitarre
Rolf „Rocco“ Klein (1993, † 2015)

Birth Control (englisch für „Geburtenkontrolle“) ist eine deutsche Krautrockband, deren größter Erfolg der Song Gamma Ray aus dem Jahr 1972 ist. Kennzeichnend für die Musik der Band sind lange Stücke und Solo-Einlagen der einzelnen Instrumente, insbesondere die Schlagzeugsoli.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Birth Control formierte sich im August 1966[1] aus zwei Berliner Bands, den Earls und den Gents. Gründungsmitglieder waren Bernd Koschmidder, Reinhold Sobotta, Rolf Gurra, Fritz Gröger, Klaus Orso, Reiner Borchert und Hugo Egon Balder. Ende der 1960er Jahre war die Geburtenkontrolle wegen der Enzyklika Humanae Vitae des Papstes ein viel diskutiertes Thema; den englischen Ausdruck Birth Control hörten die Bandmitglieder beim Radiosender AFN und entschlossen sich, ihn zum Bandnamen zu machen.

Birth Control profilierte sich zunächst als Coverband, hauptsächlich mit Stücken von Julie Driscoll. Nach ersten personellen Veränderungen – Balder und Orso verließen die Band, Bernd Noske kam dazu – nahm die Band Anfang 1969 ein dreimonatiges Gastspiel in einem Beiruter Nachtclub wahr. Gitarrist Borchert blieb im Libanon, Bruno Frenzel ersetzte ihn. Nachdem auch Fritz Gröger im Spätsommer ausgeschieden war, begann die Band erste eigene Stücke einzuspielen. Die Band tingelte anschließend durch Deutschland. In Wien wurde die erste Single produziert, Ende des Jahres stieg Rolf Gurra aus, und die erste LP Birth Control erschien. Die Gruppe wurde als einzige deutsche Band zum Super Concert 70 in die Deutschlandhalle in Berlin eingeladen, auf dem auch Jimi Hendrix, Ten Years After und Procol Harum spielten. Zudem wirkte die Band in zwei Filmen mit, einer Vampirkomödie und einem Film mit Ingrid Steeger.

Birth Controls erste LP erschien in ungewöhnlichem Cover: einer runden Dose, die einer Antibabypillen-Schachtel gleicht. Es folgten Tourneen im deutschsprachigen Raum und 1971 das zweite Album. Auf dem Cover war der Papst mit einem ein Baby fressenden Monster abgebildet. Das englische Cover sorgte für einen Verpackungsstreik, denn auf ihm waren Kondome abgebildet. Zugleich war das aber Publicity, so dass Birth Control zu Konzerten nach England eingeladen wurden und so als erste deutsche Band im Londoner Marquee Club auftraten. Auf England folgte ein Konzert in Cannes.

1972 wurde zum Jahr des Durchbruchs für Birth Control: Das Album Hoodoo Man erschien bei der neuen Plattenfirma CBS. Birth Control tourte durch Europa und war Hauptact auf Veranstaltungen. Der größte Erfolg war Gamma Ray, der in den 1990er Jahren auch die Technoszene eroberte. Es folgten weitere Platten und Tourneen. Ende der 1970er Jahre sanken die Verkaufszahlen. Horst Stachelhaus ersetzte 1977 Föller, Manni von Bohr (wie Stachelhaus von der Band Message) sorgte als Schlagzeuger dafür, dass Noske sich mehr um den Gesang kümmern konnte. 1983 starb Bruno Frenzel an den Spätfolgen eines Stromschlags, die Band verlor damit ihren Hauptkomponisten und -texter. Noske löste die Band auf.

1993 vereinte Noske alte und neue Mitglieder und belebte Birth Control wieder. Neben alten Aufnahmen, die nach und nach als CDs erschienen, produzierte die Band auch neue Alben, hatte aber vor allem dank der alten Hits wieder großen Zulauf. Xaver „Fischfinger“ Fischer (Keyboards) steuerte die meisten Songs zum Album Jungle Life bei. Nach dem Tod von Horst Stachelhaus bestand die Besetzung bis 2014 aus Bernd Noske (Schlagzeug, Gesang), Peter Engelhardt (ab 2011 Martin "Ludi" Ettrich) (Gitarre), Sascha Kühn (Keyboard) und Hannes Vesper (Bass).

Am 18. Februar 2014 starb Drummer und Sänger Bernd Noske überraschend aus ungeklärter Ursache, kurz darauf gab die Band ihre endgültige Auflösung bekannt. Die verbleibende letzte Besetzung Kühn, Ettrich & Vesper plante, im Anschluss an zwei in Gedenken an Noske angesetzte Konzerte weiterhin aufzutreten, dann nach eigener Aussage jedoch unter dem Namen Rebirth und voraussichtlich in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Bassisten Peter Föller.[2]

Die Auflösung der Gruppe wurde im Laufe des Jahres 2014 widerrufen, mit der Ankündigung, dass die Band nun doch weiterhin unter dem Namen Birth Control auftreten wird.

Am 5. Januar 2016 gab die Band auf ihrer Homepage bekannt, dass sie wieder aktiv wird. Mit dabei sind neben der letzten Besetzung die ehemaligen Mitglieder Peter Föller (Gesang) und Manfred von Bohr (Drums). Die Veröffentlichung des Albums Here And Now, dem letzten mit Bernd Noske, erfolgte am 04. März 2016[3]. Gleichzeitig nannte die Gruppe erstmals seit Noskes Tod neue Live-Termine.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

reguläre Veröffentlichungen
  • 1970: Birth Control
  • 1971: Operation
  • 1972: Hoodoo Man
  • 1973: Rebirth
  • 1974: Live
  • 1975: Plastic People
  • 1976: Backdoor Possibilities
  • 1977: Increase
  • 1978: Titanic
  • 1979: Live 79
  • 1980: Count on Dracula
  • 1981: Deal Done at Night
  • 1982: Bäng
  • 1994: Condomium (Livealbum)
  • 1995: Two Worlds
  • 1996: Jungle Life
  • 2005: 35th Anniversary – Live @ Rockpalast
  • 2007: Birth Control - History: Krautrock Classics (Live, 2005)
  • 2016: Here and Now

DVD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Birth Control - History: Krautrock Classics, 2005, 135 Min.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. birth-control.de: Die Bandgeschichte
  2. http://www.birth-control.de/news.htm
  3. http://www.birth-control.de/news.htm (Memento vom 11. April 2016 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt