Bis daß der Tod euch scheidet (1979)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
OriginaltitelBis daß der Tod euch scheidet
ProduktionslandDDR
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1979
Länge96 Minuten
Stab
RegieHeiner Carow
DrehbuchHeiner Carow,
Günther Rücker
ProduktionDEFA
MusikPeter Gotthardt
KameraJürgen Brauer
SchnittEvelyn Carow
Besetzung

Bis daß der Tod euch scheidet ist ein vom DEFA-Studio für Spielfilme, Gruppe „Babelsberg“, produzierter DDR-Spielfilm aus dem Jahr 1979. Günther Rücker schrieb gemeinsam mit Regisseur Heiner Carow das Drehbuch über die Geschichte einer jungen Ehe im sozialistischen Deutschland nach einem authentischen Fall. Der Film wurde seinerzeit von rund 850.000 Kinobesuchern gesehen,[1] jedoch nur mäßig, trotz der Starbesetzung, aufgenommen und kontrovers diskutiert.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonja und Jens sind ein junges Paar. Die verliebten Zwanzigjährigen heiraten schnell und genießen ihr junges Glück. Alles verläuft planmäßig. Sonja wird schwanger und mit dem Kind beginnt ihre Ehe zu kriseln. Jens verdient als Bauarbeiter zu wenig Geld, um die kleine Familie über die Runden zu bringen, möchte aber nicht, dass Sonja das Kind in die Krippe gibt und mitverdient. Er sieht die junge Frau als treusorgende Mutter, die sich ausschließlich um das Kind kümmert. Sonja verweigert sich diesen Vorstellungen und beginnt sich heimlich fortzubilden. Als Jens dies mitbekommt, wird er gewalttätig gegenüber Sonja. Die Ehe entwickelt sich zu einem Horrorszenarium für Sonja und Jens. Als Jens versehentlich aus einer Mineralwasserflasche trinkt, die Putzmittel enthält, hindert Sonja, die um den Inhalt der Flasche weiß, ihn nicht. Auf der Hochzeit ihrer Freundin Tilli hält sie den Druck nicht aus und stellt sich. Es kommt zum Eklat, als die anderen Gäste sich zurückziehen. Danach erklärt Sonja Jens, dass sie ihn verlassen und zu ihrer Mutter ziehen werde.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film Bis daß der Tod euch scheidet ist der Debütfilm der jungen Schauspielerin Katrin Saß.

Szenenbild: Als Hauptdrehort hatte der Szenenbildner Harry Leupold einen ehemaligen Eckladen in der Dimitroff-Straße (heute Danziger Straße)/Lychener Straße in Berlin-Prenzlauer Berg vorgeschlagen, um u.a. die optisch-spieltechnische Verbindung zum Straßenverkehr herzustellen.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lexikon des internationalen Films: Ein streckenweise grell inszenierter, dramaturgisch jedoch geschickt aufgebauter Ehekonflikt-Film der DEFA, der die offiziellen Phrasen vom allgemeinen Glücklichsein in der sozialistischen Gesellschaft ad absurdum führt.[2]
  • Der Tagesspiegel, Berlin, 1979: Hier wird ein DDR-Gegenwartsthema kompromisslos behandelt, werden Konflikte voll ausgespielt und sind auch polemische Züge unverkennbar.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Prädikat „Wertvoll“
  • 1980: Filmpreis des Jugendmagazins „Neues Leben“ für das Jahr 1979
  • 1980: Nationales Spielfilmfestival der DDR: Preis für „Bestes Drehbuch“ an Günther Rücker

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Bis dass der Tod euch scheidet. In: mdr.de. 26. September 2006, archiviert vom Original am 5. Oktober 2006; abgerufen am 3. November 2014.
  2. Bis daß der Tod euch scheidet. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 23. Januar 2018.
  3. vgl. Bis daß der Tod euch scheidet. In: film.at. Abgerufen am 3. November 2014.