Bisamapfeluhr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Melanchthon-Uhr von 1530

Bisamapfeluhren sind sehr frühe Taschenuhren mit Federwerk und einer kugelförmigen Form.

Herkunft des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Bisamapfel ist ursprünglich ein Riechapfel. Diese fanden im Mittelalter vom Orient her über ganz Europa Verbreitung und wurden aufgrund der schlechten hygienischen Verhältnisse in den Städten getragen. Sie waren kugelförmig mit einem oder mehreren zentralen Abteilen, in die die Riechsubstanz (Bisam oder anderes) eingefüllt wurden. Erhaltene Riechäpfel haben des weiteren Öffnungen in der äußeren Hülle damit der Geruch besser austreten konnte.

Im frühen 16. Jahrhundert begann Peter Henlein in Nürnberg als 'der ersten einer', in diese Riechessenz-Behälter kleine Uhrwerke einzubauen. Die Gestalt war dabei eine untere Kugelhälfte, an der die obere Kugelhälfte mit einem Scharnier befestigt war. Die obere Kugelhälfte konnte aufgeklappt werden - darunter zeigte sich im Inneren eine weitere - kleinere - Kugelhälfte, auf deren Oberseite das Zifferblatt eingraviert ist. Um das Zifferblatt sind 12 Tastknöpfe angebracht.

Als älteste vollständig erhaltene Taschenuhr der Welt gilt eine Bisamapfeluhr, die Philipp Melanchthon gehört haben soll und mit dem Jahr 1530 versehen ist. Sie war 2014/2015 im Germanischen Nationalmuseum als Leihgabe des Walters-Art-Museums aus Baltimore zu sehen.[1] Zwei weitere gesichert authentische Bisamapfeluhren sind bekannt, jedoch mit unvollständigem bzw. ohne Uhrwerk.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Melnachthon-Uhr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die älteste Taschenuhr der Welt. ruhrnachrichten.de, 2. Dezember 2014, abgerufen am 2. November 2015.