Bischbrunn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bischbrunn
Bischbrunn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bischbrunn hervorgehoben
Koordinaten: 49° 52′ N, 9° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs­gemeinschaft: Marktheidenfeld
Höhe: 395 m ü. NHN
Fläche: 36,18 km²
Einwohner: 1813 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 97836,
97852 (Schleifmühle)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 09394
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 120
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Grundstraße 55
97836 Bischbrunn
Webpräsenz: www.bischbrunn.de
Bürgermeister: Joachim Engelhardt († 23. April 2016) (Bürgerliste)
Lage der Gemeinde Bischbrunn im Landkreis Main-Spessart
Hessen Baden-Württemberg Würzburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Miltenberg Landkreis Bad Kissingen Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Forst Lohrerstraße Rechtenbach Esselbach Ruppertshüttener Forst Ruppertshüttener Forst Partensteiner Forst Partensteiner Forst Langenprozeltener Forst Herrnwald Haurain Hafenlohr Fürstlich Löwensteinscher Park Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Forst Aura Forst Aura Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Schollbrunn Bischbrunn Thüngen Partenstein Mittelsinn Hasloch Neuhütten (Unterfranken) Rechtenbach Rechtenbach Hafenlohr Hafenlohr Lohr am Main Lohr am Main Zellingen Wiesthal Urspringen Rothenfels Roden (Unterfranken) Rieneck Retzstadt Obersinn Obersinn Obersinn Neustadt am Main Neuendorf (Unterfranken) Marktheidenfeld Triefenstein Kreuzwertheim Karsbach Karlstadt Karbach (Unterfranken) Himmelstadt Gräfendorf Gössenheim Gemünden am Main Frammersbach Frammersbach Fellen Eußenheim Erlenbach bei Marktheidenfeld Birkenfeld (Unterfranken) Aura im Sinngrund Aura im Sinngrund Arnstein (Unterfranken) Burgsinn Steinfeld (Unterfranken) Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Bischbrunn ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bischbrunn liegt im Landkreis Main-Spessart in der Region Würzburg im Regierungsbezirk Unterfranken (Bayern). Im Ort entspringt der Esselbach, der über den Wachenbach der Hafenlohr zufließt. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 586 m ü. NN auf dem Gipfel des Geiersberges, der höchsten Erhebung des Spessarts. Der niedrigste liegt am Haslochbach, in der Nähe der Zwieselmühle auf 229 m ü. NN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Gemeinde Bischbrunn besteht aus zwei Ortsteilen, auf die sich acht Siedlungen verteilen:[2]

Es gibt die Gemarkungen Bischbrunn, Bischbrunner Forst und Oberndorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rohrbrunner Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Fürstlich Löwensteinscher Park
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Altenbuch
Nachbargemeinden Gemeinde
Esselbach
Gemeinde
Schollbrunn

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Bischbrunn besteht aus den mittelhochdeutschen Wörtern Bischof und Brunne. Es bedeutet Bischofsquelle und geht auf einen Mainzer Erzbischof zurück.[3] Nach der Beschreibung in der Gründersage ist wohl damit der Kändelsbrunnen gemeint.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1423 Bischofbrunnen
  • 1791 Bischbrun
  • 1819 Bischbrunn

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Teil des Erzstiftes Mainz fiel Bischbrunn im Reichsdeputationshauptschluss 1803 an das neugebildete Fürstentum Aschaffenburg, mit welchem es 1814 zu Bayern kam. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Im Jahre 1862 wurde das Bezirksamt Marktheidenfeld gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Bischbrunn lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Bischbrunn war nun eine der 47 Gemeinden im Landkreis Marktheidenfeld (Kfz-Kennzeichen MAR). Mit Auflösung des Landkreises Marktheidenfeld im Jahre 1972 kam Bischbrunn in den neu gebildeten Landkreis Main-Spessart (Kfz-Kennzeichen KAR, ab 1979 MSP).

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Oberndorf eingegliedert.[4] Am 1. Januar 2009 kam das gemeindefreie Gebiet Bischbrunner Forst hinzu.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1633 Einwohner[4]
  • 1970: 1855 Einwohner[4]
  • 1987: 1723 Einwohner
  • 2000: 1917 Einwohner
  • 2014: 1813 Einwohner

Gründersage Bischbrunn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Fuße des Geyersberges, der höchsten Höhe des Spessartwaldes, zog von Alters her der Hauptverkehrsweg zwischen Aschaffenburg und Marktheidenfeld. Die Mainzer Bischöfe, einst Besitzer des Spessarts, pflegten hier oben nicht nur die Jagd auf Rot- und Schwarzwild, sondern passierten diesen Weg auch auf Reisen nach dem benachbarten Würzburg.

Bei einer solchen Gelegenheit war es, dass auf diesem ungastlichen Weg, man traf damals stundenlang hier keine menschliche Ansiedlung, dem Gefolge des Bischofs die Getränke ausgingen. Die Reise war beschwerlich und beim Abstieg vom Geyersberg machte sich die Mittagssonne, die hell vom blauen Himmel niederschien, durch Erregung allgemeinen Durstgefühls bemerkbar. Auch der Bischof wünschte einen frischen Trunk.

Da fand ein waldeskundiger Diener unfern der Straße, halbwegs zwischen dem heutigen Torhaus Aurora und Strasslücke einen frisch sprudelnden Quell. Er füllte den Becher und reichte den ersten Trunk dem Bischof. Dieser kostete das erfrischende Nass, gab dem Diener den Becher zurück und befahl hochbefriedigt, dass man die Quelle fortan den Bischofsbrunnen nenne. Unterhalb desselben erhob sich bald ein Forsthaus und an dasselbe schloss sich nach und nach eine Ansiedlung an, die den gleichen Namen, nur abgekürzt, Bischbrunn, führt.

Vergrößerung des Gemeindegebietes 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Antrag der Gemeinde wurde durch Verordnung der Regierung von Unterfranken zum 1. Januar 2009 das bisher gemeindefreie Gebiet „Bischbrunner Forst“ mit 28,22 km² Fläche neues Hoheitsgebiet der Gemeinde Bischbrunn. Das Gemeindegebiet umfasst jetzt 36,18 km² mit dem 586 m hohen Geiersberg, der höchsten Erhebung des Spessarts. Dieser ist weithin sichtbar durch den Sender Breitsol.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister war von 2014, als er seinen bis dahin 30 Jahre amtierenden Vorgänger Richard Krebs ablöste,[5] bis zu seinem frühen Tod am 23. April 2016 Joachim Engelhardt (Bürgerliste).[6][5]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 704 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 81 T€.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bischbrunn ist katholisch geprägt. Die Kuratie Allerheiligste Dreifaltigkeit gehört zum Dekanat Lohr (Bistum Würzburg).[7]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 67 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 735. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 28 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 204 ha, davon waren 99 ha Ackerfläche und 104 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 81 Kindern
  • Volksschulen: eine mit 31 Lehrern und 444 Schülern


Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Bischbrunn – Chronik. In: bischbrunn.de. Abgerufen am 25. April 2016.
  3. a b Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 39 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 763.
  5. a b Bürgermeister Joachim Engelhardt ist tot. In: mainpost.de. 24. April 2016, abgerufen am 25. April 2016.
  6. Bürgermeisterwahl Bischbrunn 2014
  7. Bistum Würzburg: Alle Dekanate. 2014 (online [abgerufen am 12. Mai 2014]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bischbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien