Bischoffsheim

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Bischoffsheim
Wappen von Bischoffsheim
Bischoffsheim (Frankreich)
Bischoffsheim
Region Grand Est
Département Bas-Rhin
Arrondissement Molsheim
Kanton Molsheim
Gemeindeverband Communauté de communes des Portes de Rosheim
Koordinaten 48° 29′ N, 7° 29′ OKoordinaten: 48° 29′ N, 7° 29′ O
Höhe 149–362 m
Fläche 12,33 km2
Einwohner 3.339 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 271 Einw./km2
Postleitzahl 67870
INSEE-Code
Website www.bischoffsheim.fr

Place Saint-Rémy

Bischoffsheim (deutsch Bischofsheim im Elsass) ist eine französische Gemeinde mit 3339 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Kanton Molsheim.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Bischoffsheim am Rand der Vogesen liegt 25 Kilometer südwestlich der Straßburger Innenstadt. Nachbargemeinden von Bischoffsheim sind Griesheim-près-Molsheim, Innenheim und Blaesheim im Nordosten, Hindisheim und Krautergersheim im Südosten, Obernai im Süden, Bœrsch im Westen sowie Rosheim im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die volksetymologische Erklärung des Dorfnamens als ,Heim/Ort des Bischofs', die mit dem Ortswappen zum Ausdruck kommt, ist jedoch unwahrscheinlich. Im Mittelalter war die Nutzung des Wortes ,Bischof' als Funktionsbezeichnung untypisch gewesen - wenn, dann hätte man den Namen des konkreten Bischofs gewählt, der den Ort gegründet, erworben oder mit Rechten ausgestattet hat. Da, der Legende nach, Bischoffsheim von Chlodwig an den Heiligen Remigius übertragen worden sein soll, hätte es etwa eine Namengebung wie beispielsweise bei der analogen Schenkung Remigiusberg gegeben.

Gerade die Ortslage an einem Berg legt aber eine andere Erklärung für den Ortsnamen nahe. Sie folgt der vaskonischen Hypothese. Der Münchner Sprachwissenschaftler Theo Vennemann, der diese Hypothese vertritt, verweist darauf, dass existierende Toponyme (Ortsnamen) in der Regel von Neueinwanderern übernommen werden (sprachliches Substrat). Eine auffallende Häufung ähnlicher Namen bei jeweils ähnlicher Geographie wäre demnach ein Indikator für ein existierendes Wort in einer früheren Besiedlungsphase. Die Häufung von „Bischofs-“ Ortsnamen auf jeweils langgezogenen Bergrücken legt die Vermutung nahe, dass dies auch hier der Fall gewesen sein könnte (wobei es sich im Einzelfall natürlich dennoch immer um einen Zufall oder eine andere Herleitung handeln kann). In jedem Fall ,passt' diese topologische Beschreibung eindeutig zu „Bischoffsheim“ beziehungsweise zu dem mit dem Ort verbundenen Kloster „Bischerberg“, wie auch zu vielen anderen, ähnlichen Ortsnamen (zum Beispiel Bischofroda). Die vaskonische Hypothese geht von einer alteuropäischen Sprache aus, deren letztes existierende Relikt das Baskische ist. Dort gibt es das Wort ,bizkar', das ,Bergrücken', ,langgestreckte Anhöhe in den Bergen' bedeutet. Diese toponymische Beschreibung trifft auch hier insbesondere auf das Kloster zu.

Falls diese Erklärung stimmen sollte, würde dies darüber hinaus bedeuten, dass die Besiedlung der Region in alteuropäscher Zeit erfolgt war. Demnach wäre das Gebiet des heutigen Ortes Bischoffsheim bereits vor der indoeuropäischen Landnahme bewohnt gewesen, also vor dem dritten vorchristlichen Jahrtausend. In der Tat weisen Ausgrabungen am Ort auf eine Besiedlung bereits in neolithischer Zeit hin.

Die indoeuropäische Besiedlung war dann vermutlich zunächst keltisch. In römischer Zeit scheint es hier ein Heerlager gegeben zu haben. Die germanische Besiedlung erfolgte zunächst durch die Alemannen, später durch die Franken. Der Ort wurde im Laufe der Jahrhunderte wiederholt verwüstet, besonders während des Bauernkrieges und des Dreißigjährigen Krieges. Nach dem Westfälischen Friede kam das Elsass zu Frankreich, blieb aber Teil des Heiligen Römischen Reiches und somit deutschsprachig. Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Bischoffsheim als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Molsheim im Bezirk Unterelsaß zugeordnet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2013
Einwohner 1488[1] 1477 1495 1819 2075 2176 2768 3141 3334

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kloster auf dem 361 m hohen Bischenberg mit barocker Kirche
  • Kirche Sainte-Aurélie, im 18. Jahrhundert rekonstruiert
  • St. Remy-Platz mit Brunnen

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt an der Departementsstraße D 216, die im Westen nach Bœrsch an der Elsässer Weinstraße führt. Im Osten der Gemeinde verläuft die D 422, die von Obernai nach Rosheim führt und auch die etwas östlichere D 500 von Obernai nach Molsheim tangiert Bischoffsheim.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bischoffsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Molsheim