Bischoffsheim (Familie)

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Die Familie Bischoffsheim war eine Bankiersfamilie jüdischer Herkunft, deren Mitglieder zu verschiedenen Zeiten in Deutschland, Belgien, Niederlanden, Großbritannien und Frankreich ansässig waren. Ihr Begründer war Raphael Nathan Bischoffsheim (1773–1814), der aus Tauberbischofsheim im damaligen Kurfürstentum Mainz stammte - daher der Name der Familie - und sich als Hoffaktor und Heereslieferant des Kurfürsten von Mainz betätigte.[1] Die Mainzer Familie war eng mit anderen jüdischen Bankiersfamilien aus ganz Europa verbunden, darunter Bamberger, Cassel, Goldschmidt, von Hirsch, Montefiore, Rothschild, Speyer und Stern.[2] Die beiden Söhne von Raphael Nathan Bischoffsheim, Louis-Raphaël Bischoffsheim (1800–1873) und Jonathan-Raphaël Bischoffsheim (1808–1883) begründeten in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Großbritannien mehrere Banken. Hierzu zählt das 1848 in Paris gegründete Bankhaus Bischoffsheim, Goldschmidt & Cie, welches 1863 in der in Amsterdam ansässigen Nederlandsche Krediet- en Deposito-Bank (auf Französisch Banque de crédit et de dépôt des Pays-Bas) aufging.[3] Letztere fusionierte 1872 mit der Banque de Paris zur Banque de Paris et des Pays-Bas, der heutigen BNP Paribas.[4]

Stammbaum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cilli Kasper-Holtkotte: „Im Westen Neues: Migration und ihre Folgen: deutsche Juden als Pioniere jüdischen Lebens in Belgien, 18./19. Jahrhundert“, Brill Verlag, Leiden 2003, S. 181–186, ISBN 90-04-13109-4
  2. Youssef Cassis/ Philip L. Cottrell: „Private Banking in Europe - Rise Retreat & Resurgence“, Oxford University Press, Oxford 2015, S.194, ISBN 978-0-19-873575-5
  3. Emden, Paul Heinrich : „Money Powers of Europe in the Nineteenth and Twentieth Centuries“, D. Appleton-Century Company, New York 1938, S. 325ff.
  4. Emden, Paul Heinrich : „Money Powers of Europe in the Nineteenth and Twentieth Centuries“, D. Appleton-Century Company, New York 1938, S. 163
  5. Gudrun Wolfschmidt: Astronomisches Mäzenatentum. 2009, ISBN 978-3-8370-3304-5, S. 112 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).