Biskirchen

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50.5327777777788.3133333333333153Koordinaten: 50° 31′ 58″ N, 8° 18′ 48″ O

Biskirchen
Stadt Leun
Höhe: 153 m
Fläche: 6,38 km²
Einwohner: 1560 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 244 Einwohner je km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35638
Vorwahl: 06473
Karte

Lage von Biskirchen in Leun

Biskirchen ist der zweitgrößte Stadtteil der hessischen Stadt Leun im Lahn-Dill-Kreis.

Geschichte[Bearbeiten]

Biskirchen, 1245 erstmals in den Akten des Fürstlichen Archivs Braunfels urkundlich erwähnt, ist ein typisches Haufendorf mit alter Bausubstanz und verwinkelten Straßen und Gassen. Der gesamte Ortskern ist als Gesamtanlage denkmalgeschützt.

Der Name Biskirchen (im Mittelalter „Bischofskirchen“) stammt von einer ehemals im Ortsgebiet gelegenen Kirche (Bischofskirche), die auf den ursprünglichen Grundherrn und Kirchenstifter Bischof Rudolf I. von Würzburg (892–908), einem Bruder König Konrads I., zurückzuführen ist. Dieser soll die Kirche dem Stift Gemünden im Westerwald geschenkt haben, das von seinem Großvater Gebhard gegründet worden war. Die Kirche ging später vom Stift an die Herren von Runkel und Westerburg über, die seit dem 13. Jahrhundert als Patronatsherren bezeugt sind.[1] Die Kirche lag in der hochwassergefährdeten Lahnniederung am Fuße der das Dorf tragenden Erhebung und wurde 1871 abgebrochen und durch eine neue Kirche ersetzt.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich die Gemeinden Biskirchen, Bissenberg, Stockhausen sowie die Stadt Leun am 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis zur neuen Stadt Leun zusammen.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Biskirchen liegt im Lahntal zwischen Wetzlar und Weilburg am südöstlichen Rand des Westerwaldes. Durch den Ort fließt der Ulmbach, der in die Lahn mündet. Biskirchen ist daher von jeher Ausgangspunkt für das Ulmtal.

Nachbarorte
Bissenberg
2 km
Stockhausen
2 km
Niedershausen
7 km
Nachbargemeinden Tiefenbach
5 km
Löhnberg
5 km

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gedenkstätte der Bischofskirche
Evangelische Pfarrkirche
Brunnenhaus des Gertrudisbrunnens

An die vermutlich in ottonischer Zeit (um 900) erbaute „Bischofskirche“, die namensgebend war für den Ort, erinnert nur noch eine Gedenkstätte.(50° 31′ 49″ N, 8° 18′ 48″ O50.530285478.31341796) Bauliche Reste wurden im Jahre 1939 wissenschaftlich untersucht (Dr. Helmut Schoppa), um die Bauzeit der Kirche festzustellen. [3] Die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Umgehungsstraße führt über den Standort der alten Kirche, an die ein 1884 von Pfarrer Karl Wetz errichteter Obelisk an der ehemaligen Friedhofsmauer zwischen Umgehungsstraße und Bahnstrecke erinnert. In der alten Bischofskirche befand sich auch einst eine Orgel aus der Werkstatt von Johann Georg Bürgy aus dem Jahre 1822, die 1872 nach Daubhausen verkauft wurde.

Die 1868 bis 1870 unter Beteiligung des berühmten Architekten Friedrich August Stüler erbaute neugotisch-romanische Nachfolgerin der altehrwürdigen Bischofskirche dominiert heute das Ortsbild.

Eine Besonderheit stellt die heimische Mineralbrunnenindustrie dar (Westerwaldquelle, Heilquelle Karlssprudel sowie die früheren Brunnenbetriebe St. Georgsquelle und Gertrudisbrunnen).

Wahrzeichen des Leuner Stadtteils ist das Brunnenhaus des staatlich anerkannten Gertrudisbrunnen (1601 als „Wilder Brunnen“ bezeichnet), der zwischen 1874 und 1966 wirtschaftlich genutzt wurde zur Herstellung von Erfrischungsgetränken mit dem Namen „Biski“.

Leben und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Biskirchen befindet sich die zentrale Grundschule für die umliegenden Orte Biskirchen, Bissenberg und Stockhausen. Der Ort besitzt eine Abfahrt an der Bundesstraße 49.

Größter Verein in Biskirchen ist die Turn- und Sportgemeinde Biskirchen e.V.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten]

Der Biskirchener Heimatdichter Friedrich Zutt (1899–1988) widmete seinem Geburtsort das Biskirchener Heimatlied, in dem er speziell Bezug auf den Reichtum an Mineralquellen nimmt. Das von Musikdirektor Heinrich Blaß vertonte Lied wurde 1972 von der Sängervereinigung Borussia-Sängergruß Biskirchen uraufgeführt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Hessen, 3. überarbeitete Aufl., S. 54
  2. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 302
  3. Heimatkundlicher Arbeitskreis Biskirchen e.V., Biskirchener Heimatkalender 2012, Leun 2011, Seite 21

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Biskirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien