Biskuitrolle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biskuitroulade mit Marillenmarmelade (Niederösterreich)

Eine Biskuitrolle (auch Biskuitroulade; franz. biscuit roulé; englisch jelly roll oder swiss roll) ist eine feine Backware aus einer gerollten und gefüllten Biskuitplatte. Zum Servieren wird die Rolle in Scheiben geschnitten.

Frühe Rezepte für „Biskoten-Rolletten“ oder „Rolat von Bisquiten-Teig“ können Anfang der 1800er Jahre in österreichischen Kochbüchern nachgewiesen werden,[1][2][3] oder auch „Rolladen von Biskuit-Teig“ im Kochbuch Die wahre Kochkunst.[4] Die ersten Rezepte für jelly rolls bzw. swiss rolls tauchen direkt nach Ende des Sezessionskrieges in mehreren Kochbüchern auf, zeitgleich mit den Biskuit-Kuchen, die in Frankreich Mitte des 19. Jahrhunderts erschienen.[5]

Zubereitung und Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für eine Biskuitrolle wird aus Biskuit ein Tortenblatt gebacken, nach dem Erkalten mit Konfitüre oder Marmelade bestrichen, gerollt und außen mit Puderzucker bestäubt. Manche Füllungen für Biskuitrollen bestehen aus gesüßter Schlagsahne oder Früchten.[6] Die Schokoladeroulade wird in Österreich mit Ribiselmarmelade und Pariser Creme eingestrichen und mit Schokoladenspänen verziert.[6]

Eine mit Buttercreme gefüllte Biskuitroulade wird oftmals wie ein Baumstamm dekoriert,[7] bekannt sind die französische Spezialität Bûche de noel und die deutsche Bismarck-Eiche, ein mit Butter-, Nuss- oder anderer Creme gefüllter „Baumstamm“.[8][6]

Die Scheiben einer Biskuitrolle können für die Herstellung einer Charlotte verwendet werden, indem man damit eine Kuppelform auslegt und diese mit bayerischer Creme füllt.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

https://www.oetker.ch/ch-de/rezepte/r/baumstamm

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Maria Anna Bußwald: Allerneuestes Kochbuch für Fleisch= und Fasttäge. In: https://ub.uni-graz.at/de. Abgerufen am 25. Mai 2019.
  2. Franz Zelena: Die Kochkunst für herrschaftliche und bürgerliche Tafeln, oder allerneuestes Österreichisches Kochbuch. Wien. 1818, S. 651, abgerufen am 24. Mai 2019.
  3. Maria Anna Busswald: Allerneuestes Kochbuch für Fleisch- und Fasttäge ... Zweyte ... verm. Aufl. Tusch, 1804, S. 239 (google.de [abgerufen am 25. Mai 2019]).
  4. Die wahre Kochkunst, oder: neuestes, geprüftes und vollständiges Pesther Kochbuch. Bey Joseph Eggenberger, 1823, S. 314 (google.de [abgerufen am 24. Mai 2019]).
  5. Bruce Kraig: The Oxford Encyclopedia of Food and Drink in America. OUP USA, 2013, ISBN 978-0-19-973496-2, S. 374 (google.de [abgerufen am 24. Mai 2019]).
  6. a b c Franz Maier-Bruck: Das große Sacher Kochbuch. Wiener Verlag, 1975, S. 569–570.
  7. Claus Schünemann: Lernfelder der Bäckerei - Produktion: Praxis-Theorie-Lehrwerk für die Berufsausbildung zum Bäcker, zur Bäckerin. Gildebuchverlag GmbH, 2011, ISBN 978-3-7734-0165-6, S. 435 (google.de [abgerufen am 25. Mai 2019]).
  8. Herrmann, F. Jürgen: Das große Lexikon der Speisen. 1. Aufl. Pfanneberg, Haan-Gruiten 2012, ISBN 978-3-8057-0513-4, S. 134.
  9. Herrmann, F. Jürgen: Lehrbuch für Köche. Handwerk und Technik, Hamburg 1999, ISBN 3-582-40055-7, S. 329.