Biskupin (Gąsawa)

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Biskupin
Wappen fehlt
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Biskupin (Polen)
Biskupin
Biskupin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Żnin
Gmina: Gąsawa
Geographische Lage: 52° 47′ N, 17° 44′ OKoordinaten: 52° 47′ 19″ N, 17° 43′ 47″ O
Einwohner: 320
Telefonvorwahl: (+48) 52
Kfz-Kennzeichen: CZN
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica



Biskupin (Rekonstruktion)
Hölzerne Umzäunung (Rekonstruktion)

Biskupin [bʲi'skupʲin] ist ein prähistorisches Dorf im Powiat Żniński in der Gemeinde Gąsawa (Deutsch: Gonsawa/Gerlingen), Woiwodschaft Kujawien-Pommern (Polen). Man datiert Biskupin heute auf etwa 700–400 v. Chr. Ein Teil der Kultur wird in die ältere Eisenzeit (Hallstattzeit) gestellt, einen anderen Teil rechnet man stilistisch der spätbronzezeitlichen Lausitzer Kultur zu.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Das ehemals befestigte Dorf wurde 1933 durch den polnischen Lehrer Walenty Szwajcer entdeckt. Er informierte Józef Kostrzewski aus Posen über die Entdeckung der hölzernen Pfähle im Uferbereich des Sees. Archäologische Ausgrabungen und Untersuchungen durch polnische Wissenschaftler begannen im Jahr 1934 und dauerten bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs. Während der Besatzung Polens, eine Sonderabteilung SS-Ausgrabung Urstätt, unter dem Kommando des Hauptsturmführers, Hans Schleif, führte Ausgrabungen auf der Halbinsel Biskupin, um etwaige Hinweise auf urgermanischen Ursprung der Ansiedlung für die nationalsozialistische Propaganda zu liefern. Nach dem Krieg wurde die Ausgrabungsstätte durch polnische Archäologen weiter untersucht und gilt heute als eines der wichtigsten Beispiele aus der älteren Eisenzeit. Daneben findet man im Norden des heutigen Polen eine Reihe weniger gut erhaltener Siedlungen vergleichbarer Konstruktion und Kultur.

Das Dorf bot etwa 1000 Bewohnern zusammen mit Rindern, Schweinen und Kleinvieh Platz. Das Dorf lag auf einer 6900 m² großen Insel im Biskupiner See und war auf Pfählen im See gebaut, mit Zugang über eine einzige Brücke sowie durch Boote.

Dem feuchten Untergrund ist die Erhaltung eines großen Teils der hölzernen Bauten zu danken. Hölzernes Buhnenwerk sowie ein umlaufender Holz-Erde-Ringwall, dem hölzerne Innenbauten Halt verliehen, umgaben die Insel. Eine einzige Torgasse durchschnitt den Ringwall. Ein mit Holz befestigter Damm verband die Insel mit dem Seeufer. Die Siedlung selbst bestand aus etwas über 100 in Blockhausbauweise errichteten Holzhäusern, die in 13 parallelen Zeilen angeordnet waren. Zwischen den Häuserzeilen verliefen mit Bohlen belegte Straßen. Die Häuser waren gleich groß (8 × 9 m). Jedes besaß an der Südseite einen Vorraum, dazu einen (oft in eine größere und eine kleinere Abteilung unterteilten) Hauptraum mit steinernem Herd. Das Siedlungsbild lässt einheitliche Planung erkennen.

Freilichtmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute ist eine Rekonstruktion des Dorfes als Freilichtmuseum zu besichtigen. Die Anlage wird vom Archäologischen Museum Warschau verwaltet.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in Toronto lebende Schriftstellerin Anne Michaels hat Biskupin und seinen Entdeckern in ihrem 1996 erschienenen Roman 'Fluchtstücke' (Originaltitel 'Fugitive Pieces') ein literarisches Denkmal gesetzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Biskupin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien