Bismarck-Denkmal (Essen)

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Bismarck-Denkmal um 1916 vor der damaligen Königlichen Eisenbahndirektion
Bismarck-Denkmal am Bismarckplatz in Essen

Das Bismarck-Denkmal auf der Südseite des gleichnamigen Platzes im Essener Südviertel ist eines von zahlreichen Bismarckdenkmalen, die seit 1868 im Königreich Preußen bzw. im Deutschen Reich errichtet wurden.

Denkmal und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das aus Sockel und Statue bestehende, zusammen 3,2 Meter hohe Standbild aus Bronze wurde zwischen 1894 und 1899 von Reinhold Felderhoff erschaffen und am 23. September 1899[1] auf dem um 1887 so benannten Bismarckplatz[2] enthüllt.

Die Bronzestatue stellt den Reichskanzler Otto von Bismarck mit Militärrock und Pickelhaube dar. Sie befindet sich auf einem rund 1,5 Meter hohen Sockel aus Kösseine-Granit, auf dem sich bronzene, heroische Darstellungen der Geschichte mit Bezug zur Stadt Essen befinden. Das gesamte Denkmal wurde im Wesentlichen durch den Industriellen Alfred Krupp finanziert.[3]

Das Denkmal wurde am Bismarckplatz vor dem Haupteingang der damaligen Königlichen Eisenbahndirektion Essen aufgestellt, auch, um deren Bedeutung hervorzuheben.[4] Es wurde am 9. Dezember 1993 in die Denkmalliste der Stadt Essen aufgenommen.[5]

Einzeldarstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den Kanten der Bronzereliefs, die an den vier Seiten des Sockels angebracht sind, sind Eichenstämme dargestellt, die durch ihr Geäst die einzelnen Darstellungen verbinden.

Die Schwingen des Reichsadlers liegen im vorderen, nördlichen Relief über zwei deutschen Soldaten, einem Bayern und einem Preußen, die per Handschlag unter Eichenbäumen die Deutsche Einigung nach dem Sieg über Frankreich besiegeln.

Im westlichen Bildnis zeigt der Industrielle Alfred Krupp Otto von Bismarck seine Geschütze. Hier wird Bezug auf den Besuch von Bismarcks in Essen am 28. Oktober 1864 genommen, als er von Biarritz nach Deutschland zurückkehrte. Der damals Preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck war einer Einladung Krupps gefolgt, wobei er die Gussstahlfabrik besuchte.

Das südliche Bronzerelief des Sockels zeigt Germania, die schützend ihre Arme über die Kruppschen Schmiede hält, die in der Krupp Gussstahlfabrik der damals sogenannten Kanonenstadt Essen die Waffen für die deutschen Einigungskriege fertigten. Dazu zählen der Deutsch-Dänische Krieg 1864, der Deutsche Krieg 1866 und der Deutsch-Französische Krieg 1870/71.

Das östliche Bronzebildnis stellt den auf den Stufen eines Thrones stehenden König Wilhelm I. von Preußen dar. Über ihm fliegt ein Adler auf die Sonne zu, neben der in antiker Schrift die Worte Nec soli cedit (Selbst der Sonne weicht er nicht) stehen. Rechts steht von Bismarck und proklamiert den Kaiser zum deutschen Herrscher – „Seine Majestät der Kaiser lebe hoch!“. Wilhelm I. setzt seine Pickelhaube ab, als er von einem Genius die Kaiserkrone erhält.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bismarck-Denkmal (Essen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b T. Kellen: Die Industriestadt Essen in Wort und Bild. Geschichte und Beschreibung der Stadt Essen. Zugleich ein Führer durch Essen und Umgegend. Fredebeul & Koenen, Essen 1902.
  2. Erwin Dickhoff: Essener Straßen. Hrsg.: Stadt Essen–Historischer Verein für Stadt und Stift Essen. Klartext-Verlag, Essen 2015, ISBN 978-3-8375-1231-1.
  3. Max Erhardt-Apolda: Bismarck im Denkmal des In- und Auslandes. Thüringische Verlagsanstalt, Eisenach/Leipzig 1903.
  4. Route der Industriekultur: Eisenbahn-Direktionsgebäude Essen; abgerufen am 30. Mai 2015
  5. Auszug aus der Denkmalliste der Stadt Essen; abgerufen am 13. Oktober 2016

Koordinaten: 51° 26′ 56″ N, 7° 0′ 25″ O