Bismut(III)-sulfid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Bismut(III)-sulfid
__ Bi3+     __ S2−
Allgemeines
Name Bismut(III)-sulfid
Andere Namen
  • Bismutsulfid
  • Dibismuttrisulfid
  • Schwefelwismut (veraltet)
Verhältnisformel Bi2S3
CAS-Nummer 1345-07-9
PubChem 160976
Kurzbeschreibung

dunkelbrauner[1] oder grauer[2] Feststoff

Eigenschaften
Molare Masse 514,16 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 6,78 g·cm−3[3]
  • 7,7 g·cm−3 (25 °C)[2]
Schmelzpunkt

685 °C[4] (andere Quelle 850 °C[3])

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26​‐​37
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Bismut(III)-sulfid ist eine chemische Verbindung aus Bismut und Schwefel.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bismutsulfid kommt natürlich im Mineral Bismuthinit vor. Es wird vermutet, dass es als dünne Schicht auch auf Bergen der Venus vorkommt.[6]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bismutsulfid kann in einer Fällungsreaktion aus Bismut(III)-salzen mit einer Schwefelwasserstofflösung dargestellt werden.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bismutsulfid hat eine orthorhombische Kristallstruktur mit der Raumgruppe Pnma (Raumgruppen-Nr. 62)Vorlage:Raumgruppe/62 und den Gitterparametern a = 11,269 Å, b = 3,972 Å und c = 11,129 Å.[7] Außerdem hat es mit 1,6·10−72 eines der kleinsten Löslichkeitsprodukte aller chemischer Verbindungen.[8]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bismutsulfid als Mineral wird als Ausgangsstoff zur Herstellung von Bismut verwendet. Weiterhin wird es als Zusatzstoff in Bremsbelägen, als Katalysator, als Komponente von Flussmitteln beim Lichtbogenschweißen und als Komponente in Zündladungen von Munition verwendet.[9] Bismutsulfid Dünnschichten und Nanoröhren werden zurzeit als Hochleistungskatalysator erforscht.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Datenblatt Bismut(III)-sulfid bei AlfaAesar, abgerufen am 29. Januar 2010 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c d Eintrag zu Bismut(III)-sulfid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 14. Februar 2017 (JavaScript erforderlich).
  3. a b webelements.com: Dibismuth Trisulphide
  4. ESPI-Metals: Bismuth Sulfide
  5. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  6. wissenschaft.de: Blei-"Schnee" bedeckt die Berge der Venus, vom 11. Februar 2004, abgerufen am 14. Juni 2013.
  7. L.F. Lundegaard, E. Makovicky, T. Boffa Ballaran, T. Balic-Zunic: Crystal structure and cation lone electron pair activity of Bi2S3 between 0 and 10 GPa. In: Physics and Chemistry of Minerals, 32, 2005, S. 578–584, doi:10.1007/s00269-005-0033-2.
  8. Das große Tafelwerk - Cornelsen, Seite 139, ISBN 978-3-464-57143-9
  9. loradchemical.com: Bismuth Sulfide - Bi2S3, abgerufen am 14. Juni 2013.
  10. S. MAHMOUD, A. H. EID, and H. OMAR: OPTICAL CHARACTERISTICS OF BISMUTH SULFIDE (Bi2S3) THIN FILMS (PDF; 1,2 MB) In: FIZIKA A 6 (1997) 3, 111–120.