Bissone

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Bissone
Wappen von Bissone
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Luganow
Kreis: Kreis Ceresio
BFS-Nr.: 5154i1f3f4
Postleitzahl: 6816
Koordinaten: 718431 / 89865Koordinaten: 45° 57′ 0″ N, 8° 57′ 58″ O; CH1903: 718431 / 89865
Höhe: 273 m ü. M.
Fläche: 1,82 km²
Einwohner: 905 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 497 Einw. pro km²
Website: bissone.ch/comune-di-bissone/
Bissone

Bissone

Karte
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Bissone (veralteter deutscher Name: Byssen) ist eine politische Gemeinde im Kreis Ceresio, im Bezirk Lugano des Kantons Tessin in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt auf 276 m ü. M. am Ufer des Süd-Arm des Luganersees, gegenüber und 1,5 km südöstlich der Station Melide der Schweizerische Bundesbahnen und ist mit diesem Dorf durch den gleichnamigen Damm verbunden. Das sehenswerte Dorf befindet sich direkt am See, ist heute durch die Autobahn A 2 und das Teilstück LuganoChiasso der Schweizerische Bundesbahnen vom „Hinterland“ abgeschnitten. Durch den Ort selbst führt die Hauptstrasse 2.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugaufnahme 1963, mit Damm von Melide

Das Dorf wurde 735 und 854 als Blixuni erwähnt; im 10. Jahrhundert besass dort das Kloster San Salvatore bei Pavia Güter, ebenso das Kloster Sant’Ambrogio von Mailand. In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts war es ein Zentrum des Widerstands der Ghibellinen. Im Mittelalter befand sich an der Stelle der heutigen Casa Tencalla eine Burg (1054 erwähnt, noch 1439 und 1504 belegt).[2]

Nach dem 15. November 1798 hier schlugen die Patrioten und die Zisalpiner ihr Hauptquartier auf, das sie befestigten und von wo aus sie ihre Einfälle in die Nachbarschaft unternahmen. Am 23. Februar trat Bissone in die Republik der Pieve Riva San Vitale ein; am 3. März wurde es von den Luganern angegriffen; diese vertrieben die Verteidiger daraus und erbeuteten fünf Kanonen und zwei Fahnen und machten ungefähr dreissig Gefangene. 1803 wurde Bissone dem Kreis Ceresio angegliedert, nachdem es vorher provisorisch zum Kreis Morcote gehört hatte.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1696 1850 1900 1950 1970 1980 1990 2000 2005 2010 2012 2014 2016
Einwohner 260 302 318 397 587 646 697 773 803 845 889 893 905

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Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Täglich fahren mehr als 50'000 Autos über die Autobahn durch die Gemeinde. Dazu kommen noch 200 Züge und der Verkehr der Kantonsstrasse. Zurzeit ist von den Behörden eine 70 Millionen Schweizerfranken teure Schallschutzmauer geplant. Da man sich davon jedoch nicht genügend Schutz erwartet, ist in der Bevölkerung große Opposition gegen die Pläne erwacht. Als Alternative ist unter anderem ein Projekt des Architekten David Core im Gespräch, der vorschlägt, die beiden Strassen und die Bahnlinie zu überdecken und den gewonnenen Raum für Mehrfamilienhäuser mit Seeblick zu nutzen.

Bissone am Luganersee, Uferpromenade

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[4] Der alte Dorfkern – er ist Bestandteil des Inventars schützenswerter Ortsbilder der Schweiz (ISOS) – wird von einem eindrucksvollen Dorfplatz beherrscht und hat seinen Charakter von alten Palazzi mit typischen Arkadengängen. Ebenfalls erwähnenswert sind die Kirchen San Rocco (17. Jahrhundert) und besonders San Carpoforo (erbaut im Mittelalter, 1630 barockisiert).

  • Pfarrkirche San Carpoforo[5][6]
  • Belvedere[7]
  • Geburtshaus Francesco Borromini[8]
  • Villa Margherita[9]
  • Villa Gaggini[10]
  • Francesco Borromini Bronzedenkmal am Seeufer von Bissone, eingeweiht 1999[11]
  • Römischer Grenzstein mit Inschrift[12]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Società Pallanuoto Bissone[13]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Celestino Trezzini: Bissone In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 2, Biondetti – Brupbacher, Attinger, Neuenburg 1921, S. 259. (abgerufen am 27. Juni 2017).
  • Agostino Robertini und andere: Bissone. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1978, S. 23–36.
  • Ivano Proserpi: Bissone. (Schweizerische Kunstführer, Serie 66, Band 656/657). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1999, ISBN 3-85782-656-8.
  • Luciano Vaccaro, Giuseppe Chiesi, Fabrizio Panzera: Terre del Ticino. Diocesi di Lugano. Editrice La Scuola, Brescia 2003, S. 58, 245, 295.
  • Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 357–359.
  • Rūstis Kamuntavičius und andere: Artisti del lago di Lugano e del Mendrisiotto in Lituania. In: Gli artisti del lago di Lugano e del Mendrisiotto nel Granducato di Lituania (dal XVI al XVIII secolo). Hrsg. Giorgio Mollisi, «Arte&Storia.» Edizioni Ticino Management, 13. Jahrgang, Nummer 59, August–Oktober 2013, Lugano 2013.
  • Antonio Gili: Bissone. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2009.
  • Martin Mádl (Hrsg.), I Tencalla, vol. I: Saggi sulla vita e le opere dei pittori d’affresco ticinesi, i loro committenti e gli artisti della loro cerchia, Praga 2012; Idem, I Tencalla, vol. II: Catalogo degli affreschi di Carpoforo e Giacomo Tencalla in Boemia e Moravia, Praga 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Antonio Gili: Bissone. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  3. Bissone auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 27. Juni 2017).
  4. Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung, Verzeichnis auf der Website des Bundesamts für Kultur (BAK), abgerufen am 10. Januar 2018.
  5. Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 357–359.
  6. Pfarrkirche San Carpoforo
  7. Belvedere (Foto)
  8. Geburtshaus Francesco Borrominis (Foto)
  9. Villa Margherita (Foto)
  10. Villa Gaggini (Foto)
  11. Francesco Borromini Bronzedenkmal auf portal.dnb.de (abgerufen am: 22. Juni 2016.)
  12. Römischer Grenzstein mit Inschrift (Foto)
  13. Società Pallanuoto Bissone