Bistum Passau

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Bistum Passau
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Basisdaten
Staat Deutschland
Kirchenprovinz München und Freising
Metropolitanbistum Erzbistum München und Freising
Diözesanbischof Stefan Oster
Emeritierter Diözesanbischof Wilhelm Schraml
Generalvikar Klaus Metzl
Fläche 5.442 km²
Dekanate 10 (31.12.2015 / [1])
Pfarreien 305 (31. Dezember 2017[2])
Einwohner 544.220 (31.12.2015 / [1])
Katholiken 466.715 (31. Dezember 2017[2])
Anteil 85,8 %
Diözesanpriester 311 (31.12.2015 / [1])
Ordenspriester 92 (31.12.2015 / [1])
Katholiken je Priester 1.158
Ständige Diakone 39 [1] (Juli 2015)
Ordensbrüder 121 (31.12.2015 / [1])
Ordensschwestern 443 (31.12.2015 / [1])
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Latein, Deutsch
Kathedrale Dom St. Stephan
Website www.bistum-passau.de
Kirchenprovinz
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Das Bistum Passau (lateinisch Dioecesis Passaviensis) ist eine römisch-katholische Diözese im Osten von Bayern. Sie umfasst den östlichen Teil des Regierungsbezirks Niederbayern und den Raum Altötting-Burghausen in Oberbayern. Bis 1803 leiteten die Bischöfe von Passau neben der Diözese auch ein weltliches Fürstentum: das Hochstift Passau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bistum wurde 739 von Bonifatius gegründet. Während des Mittelalters entwickelte es sich mit 42.000 km² zum größten Bistum des Heiligen Römischen Reichs und dehnte sich über Wien bis in den Westen Ungarns aus. Das Hochstift Passau war mit zuletzt 991 km² wesentlich kleiner und lag rund um die Stadt Passau überwiegend in der Region des Bayerischen Waldes.

Die Geschichte des Christentums im Gebiet des Bistums beginnt jedoch schon lange vor 739. Um das Jahr 300 ließen sich die ersten römischen Bewohner taufen. Die Heiligen St. Florian, der Wanderbischof St. Valentin und St. Severin lebten in dieser früheren Zeit im Gebiet des Bistums Passau.

Wappen des Bistums Passau

Bis ins erste Jahrzehnt des elften Jahrhunderts reichte das Bistum Passau im Osten bis zur March und Leitha (ost-österreichische Grenzflüsse) und im Süden bis zu den Voralpen. Mit Recht konnte es sich als Donaubistum bezeichnen.

Da das Gebiet des Bistums Passau fast ganz in Österreich lag, gab es immer wieder Schwierigkeiten mit den österreichischen Herrschern, die die Absicht trugen, den österreichischen Bistumsanteil der Kontrolle durch die Bischöfe von Passau entziehen. 1469 gelang es dem Habsburger Kaiser Friedrich III., von Papst Paul II. die Bulle In supramae dignitatis specula zu erwirken, wodurch die östlichsten Gebiete des Bistums Passau abgetrennt und als Bistümer Wien und Wiener Neustadt verselbständigt wurden.

Vom 14. bis 17. Jahrhundert erlebten Bistum und Hochstift Passau viele Höhen und Tiefen. In der Zeit des Trienter Konzils wirkte Fürstbischof Urban von Trennbach (1561–1598) segensreich in Passau. Er stabilisierte die Hinwendung zum katholischen Glauben und galt als mildtätig, aber kirchenstreng.

1722 wurde unter Bischof Joseph Dominikus von Lamberg nach jahrhundertelangem Bestreben die Exemtion aus der Kirchenprovinz Salzburg erreicht. 1783 wurde der Rest der unter österreichischer Landeshoheit liegenden Gebiete des Bistums Passau abgetrennt und als Diözesen St. Pölten und Linz verselbständigt.

Während der Säkularisation in Bayern verloren die Bischöfe von Passau 1803 das weltliche Fürstentum. Ebenso wurden alle übrigen weltlichen Besitztümer entzogen und fast alle Klöster aufgehoben. 1826 verlor das Bistum seine Exemtion und wurde als Suffraganbistum dem Erzbistum München und Freising unterstellt. 1813 und 1822 wurde der Zuständigkeitsbereich des Bistums Passau um das südliche Gebiet um Simbach am Inn, Altötting und Burghausen erweitert, das zuvor zum Erzbistum Salzburg gehört hatte.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bistum Passau hat heute eine Fläche von 5.442 km². Von Passau aus reicht es an der deutschen Uferseite dem Verlauf der Landesgrenze nach Österreich in der Donau folgend noch ca. 25 km donauabwärts bis zum Kraftwerk Jochenstein unterhalb von Obernzell, um dann an der österreichischen Grenze entlang bis Wegscheid und von dort im unteren bayerischen Wald weiter an der österreichischen und tschechischen Grenze "aufwärts" bis hinter Zwiesel zu verlaufen. Ungefähr entlang der Südseite des Höhenzuges Rusel zieht sich die Bistumsgrenze wieder ins Donautal unterhalb von Deggendorf, wo sie dann näherungsweise dem Verlauf der Isar bis Landau an der Isar folgt, um sich von dort aus nach Süden bis südlich von Eggenfelden ungefähr am Verlauf der Bundesstraße 20 zu orientieren. Nach Eggenfelden erstreckt die Bistumsgrenze sich in südwestliche Richtung in etwa an der Bundesstraße 588 weiter bis nach Altötting, um von dort aus östlich der Bundesstraße 299 entlang bis unmittelbar vor Trostberg zu verlaufen. An der südlichen Grenze des Landkreises Altötting schließlich richtet sich die Bistumsgrenze ostwärts bis zur Landesgrenze nach Österreich in der Salzach, welcher sie wiederum die Salzach und den Inn entlang bis zur Stadt Passau zurück folgt.

Statistische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit (Stand: Juli 2014) gehören über 480.000 Katholiken zum Bistum Passau.[3] Das Bistum Passau hat mit etwa 79 Prozent (Stand: 31. Dezember 2014[4]) den höchsten Katholikenanteil aller deutschen Bistümer. Die Diözese umfasst 285 Pfarreien und 20 Exposituren, die mittlerweile zu 86 Pfarrverbänden zusammengeschlossen sind, welche von rund 343 Priestern (davon 120 im Ruhestand), 38 ständigen Diakonen sowie von Gemeinde- und Pastoralreferenten seelsorglich betreut werden. Über 50 % der 285 Pfarreien gehören weniger als 1.000 Katholiken an. Die Diözese Passau ist mit insgesamt ca. 10.000 Voll- und Teilzeitbeschäftigten in unterschiedlichsten Berufsfeldern einer der größten Arbeitgeber in ihrer insgesamt strukturschwachen ländlichen Region. Das Bistum ist Mitträger der Katholischen Universität Eichstätt.

Kathedrale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Diözese Passau ist der kirchliche Verwaltungsbezirk mit dem größten Katholikenanteil. Katholische Bevölkerung Deutschlands nach Diözesen (Stand: 31. Dez. 2012).

Der Stephansdom ist die Bistumskirche. Er hat wahrscheinlich in der spätrömischen Zeit seine frühen Ursprünge. Das Innere des Doms ist größtenteils barock gestaltet, der Chorraum ist noch aus gotischer Zeit erhalten. Im Dom befindet sich die größte Kirchenorgel eines Domes mit 17.974 Pfeifen in 233 Registern (siehe Hauptartikel Orgeln des Domes St. Stephan). Es sind insgesamt fünf Orgelwerke, die von einem Hauptspieltisch aus gemeinsam gespielt werden können. Die größte Orgelpfeife hat eine Länge von über elf Metern und ein Gewicht von 502 Kilogramm.

Wallfahrtsorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Bistum Passau gehört auch der Wallfahrtsort Altötting, der jedes Jahr von mehr als einer Million Pilgern besucht wird. Die Gläubigen besuchen den Marienwallfahrtsort zum einen wegen der „Schwarzen Madonna“ in der Gnadenkapelle, an deren Stätte sich im Jahr 1489 zwei Heilungswunder ereigneten, zum anderen wegen des Hl. Bruder Konrad von Parzham, der im dortigen Kapuzinerkloster als Pförtner tätig war.

Historisch bedeutsam ist auch die Wallfahrtskirche Mariahilf ob Passau. Die ab 1622 begründete Wallfahrt erlangte nach der zweiten Türkenbelagerung Wiens und der Schlacht am Kahlenberg 1683 an großer Bedeutung, als das Passauer Mariahilf-Gnadenbild zum „Staatsgnadenbild“ der Habsburgermonarchie avancierte.

Patrone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Bistumspatronen zählen der Hl. Valentin, der Hl. Maximilian und der Hl. Bruder Konrad von Parzham.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bistumsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahl der Dekanate des Bistums Passau wurde im Jahr 2010 durch Zusammenlegungen und Neustrukturierungen von ehemals 17 auf derzeit zehn (Stand: Juli 2014) reduziert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stephansdom Passau

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klöster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigenfeiern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet wird im Bistum Passau durch die folgenden Eigenfeiern ergänzt (In Klammern dahinter jeweils der Rang und die liturgische Farbe):

Das Hochfest des Bistumspatrons Valentin wurde ab 2018 vom 7. Januar auf den 1. Juli verlegt um es besser vom Weihnachtsfestkreis abzugrenzen.

Anmerkung: Für die Rangfolge gelten folgende Abkürzungen in folgender Reihenfolge:

H: Hochfest (Sollemnitas)
F: Fest (Festum)
G: gebotener Gedenktag (Memoria obligatoria)
g: nicht-gebotener Gedenktag (Memoria ad libitum)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Wilhelm Wurster: Das Bistum Passau und seine Geschichte. 4 Bände, Straßburg 1994–2010.
  • August Leidl: Die Bischöfe von Passau 739-1968 in Kurzbiographien. ²1978.
  • Walter Brandmüller (Hrsg.), Handbuch der bayerischen Kirchengeschichte. 3 Bände. St. Ottilien 1991–1998.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bistum Passau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bistum Passau: Zahlen rund ums Bistum. Abgerufen am 22. Juli 2016.
  2. a b Deutsche Bischofskonferenz (Hrsg.): Flyer Eckdaten des Kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands 2017 (Kirchliche Statistik). 20. Juli 2018, abgerufen am 20. Juli 2018.
  3. Bischof Dr. Stefan Oster SDB: „Die Kirche steht vor einer großen Herausforderung.“ Homepage des Bistums Passau, 18. Juli 2014, abgerufen am 20. Juli 2014.
  4. Zahlen und Fakten 2014/15 Website der Deutschen Bischofskonferenz (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dbk.de (PDF), aufgerufen am 20. Juli 2015.