BitChute

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Globus-Icon der Infobox
BitChute
Videoportal
Betreiber Bit Chute Ltd.
Redaktion Ray Vahey
Registrierung Optional zum Hochladen, Abonnieren, Kommentieren und Bewerten
Online Januar 2017
https://www.bitchute.com

BitChute ist ein auf dem BitTorrent-Verfahren basierendes Videoportal.[1] BitChute nutzen vornehmlich solche Videoproduzenten, deren Kanäle von etablierten Portalen wie YouTube gelöscht oder demonetarisiert worden sind. Kritiker zeigten, dass auf BitChute rechts-terroristische und rechtsextreme Inhalte veröffentlicht werden.[2]

Geschichte und Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der britische Software-Ingenieur Ray Vahey gründete Bitchute im Januar 2017. Am 24. Februar erfolgte die Eintragung in das britische Unternehmensregister.[3] BitChute verwendet das auf JavaScript basierende Protokoll WebTorrent. Inhalte werden hierbei Peer-to-Peer über die Browser aktiver Nutzer bereitgestellt. Anders als bei herkömmlichen Streaming-Diensten wie Youtube ist kein zentraler Server zur Bereitstellung von Inhalten nötig.[4]

BitChute unterstützte zunächst folgende Plattformen zur „Monetarisierung“ (monetization) von Inhalten: BitBacker, CoinPayments, Patreon, PayChute, PayPal und SubscribeStar. Im November 2018 kündigte PayPal das Unternehmenskonto von BitChute.[5] Ebenfalls im November 2018 kündigte Patreon die Zusammenarbeit mit BitChute. Patreon begründete die Entscheidung damit, dass BitChute über keine Richtlinien gegen gewalttätige Organisationen verfüge.[6]

Am 17. Januar 2019 wechselte BitChute zum Domain-Registrar Epik.[7] Epik steht wegen des Hostings „hasserfüllter Internetseiten“ (hateful websites) in der Kritik. Dem Wechsel war eine Kontroverse um den Kurznachrichtendienst Gab vorangegangen. Nach einem Attentat auf eine Synagoge in den Vereinigten Staaten vom 27. Oktober 2018 beendete der Webhoster und Domain-Registrar GoDaddy die Zusammenarbeit mit Gab. Die Duldung gewalttätiger Inhalte durch den Kurznachrichtendienst, so GoDaddy, stelle einen Verstoß gegen die Geschäftsbedingungen dar. Gab war daraufhin wochenlang nicht mehr erreichbar.[8]

Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf BitChute werden Videos mit rechtsextremistischem und rechts-terroristischem Inhalt veröffentlicht.[2] Die Amadeu Antonio Stiftung sieht in BitChute „seit längerem ein Ausweichkanal für rechtsextremes Gedankengut“.[9] Die Interessensvertretung "HOPE not hate" fand über einhundert Videos, die terroristische Gruppen unterstützen, darunter Propagandavideos dieser Gruppen. Ebenso wurden 93 weitere Videos gefunden, die Gruppen und Personen unterstützen, die Verbindungen zum (Internationalen-)Terrorismus bzw. zum Rechtsextremismus haben. Bitchute würde Nutzer, die wegen Hassreden auf anderen Plattformen gesperrt werden, nicht nur tolerieren, sondern aktiv bewerben.[10] Ray Vahey kritisierte an Youtube, der Streamingdienst sei „zunehmend angepasst und langweilig geworden“ (becoming incrementally more corporate and boring).[11] Die Richtlinien von BitChute verbieten illegale Inhalte wie Kinderpornografie sowie die Verherrlichung von Terrorismus und Gewalt. Ray Vahey beschreibt BitChute als Alternative zu „Löschungen, Demonetarisierung und Manipulation mittels Algorithmen, um bestimmte Inhalte in der Bedeutungslosigkeit verschwinden zu lassen“ (bannings, demonetization, and tweaking algorithms to send certain content into obscurity).[12]

Auf der Plattform sind u. a. der Verschwörungstheoretiker Alex Jones, der rechtsextreme Vlogger Nikolai Nerling („Der Volkslehrer“), der Verschwörungsideologe Hagen Grell, der Identitäre Martin Sellner, der ehemalige Journalist Oliver Janich sowie der Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann präsent.[13][14]

Listen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andy Maxwell: BitChute is a BitTorrent-Powered YouTube Alternative. In: Torrentfreak. 29. Januar 2017, abgerufen am 2. August 2019 (englisch).
  2. a b Ben Makuch: The Far Right’s Internet Protector Goes Down After Taking In 8chan. In: Vice. 5. August 2019, abgerufen am 7. August 2019.
  3. Bit Chute Limited. In: Company Check. Abgerufen am 3. August 2019 (englisch).
  4. Test einer weiteren alternativen Videoplattform: BitChute. In: Steemit. 24. August 2018, abgerufen am 3. August 2019.
  5. Andrew Blake: Video-sharing site BitChute cries foul after apparently being banned from PayPal. In: The Washington Times. 14. November 2018, abgerufen am 3. August 2019 (englisch).
  6. BitChute Suspended By Patreon (but there’s more…). In: BitChute. 1. Dezember 2018, abgerufen am 3. August 2019 (englisch).
  7. Domain Information. In: Whois. 2. August 2019, abgerufen am 3. August 2019 (englisch).
  8. Ben Makuch: The Far Right Has Found a Web Host Savior. In: Vice. 8. Mai 2019, abgerufen am 3. August 2019 (englisch).
  9. BR: YouTube-Aus: Kopf der Identitären hat ein Reichweitenproblem. In: Bayerischer_Rundfunk. 15. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020.
  10. Lizzie Dearden: Inside the UK-based site that has become the far right’s YouTube. In: The_Independent. 22. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  11. Audra Schroeder: Far-right conspiracy vloggers have a new home. In: The Daily Dot. 11. Februar 2018, abgerufen am 8. Februar 2019 (englisch).
  12. Andy Maxwell: BitChute is a BitTorrent-Powered YouTube Alternative (en-US). In: TorrentFreak, 29. Januar 2017. Abgerufen am 10. Dezember 2017. 
  13. Karolin Schwarz: Hasskrieger. Der neue globale Rechtsextremismus. Herder, Freiburg 2020, S. 157 f.
  14. Matthias Schwarzer: Ein Youtube für Nazis: Was hinter der Plattform Bitchute steckt. In: RND, 21. August 2020.