Björn Böhning

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Björn Böhning auf der re:publica 2014

Björn Lars Böhning (* 2. Juni 1978 in Geldern) ist ein deutscher Politiker und seit dem 23. März 2018 Beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.[1]

Er war von Juni 2004 bis November 2007 Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD (Jusos) und von Februar 2008 bis November 2011 Sprecher der SPD-Linken (Forum Demokratische Linke 21). Von Dezember 2011 bis März 2018 war er als Staatssekretär Chef der Berliner Senatskanzlei.[2][3] Anfang Dezember 2016 wurde bekannt, dass die Berliner Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen des Verdachts der Vorteilsannahme im Zuge der Flüchtlingskrise am LaGeSo ermittelt.[4]

Schule, Studium und Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 legte Böhning am Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium in Lübeck sein Abitur ab. Anschließend wurde er Zivildienstleistender in einer Lübecker Behindertenwerkstatt. Von 1999 bis 2004 absolvierte er am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin ein Studium der Politikwissenschaft, das er mit dem Diplom erfolgreich abschloss.

Seit 2012 ist er mit Nancy Böhning verheiratet.

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Björn Böhning (2007)

Böhning begann seine politische Laufbahn 1994, als er der SPD beitrat und zunächst bei den Jusos in Lübeck politisch aktiv war. 1995 bis 1997 wurde er zum Sprecher der Lübecker Jusos gewählt, bis er 1997 zum stellvertretenden Juso-Landesvorsitzenden in Schleswig-Holstein gewählt wurde. Ein Jahr später vertrat er die schleswig-holsteinischen Jusos im Bundesausschuss.

Auf dem Juso-Bundeskongress 2001 in Köln wurde Böhning zum stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Nachwuchsorganisation gewählt, ehe er am 17. Juni 2004 auf einem Bundeskongress der Jusos in München mit 192 gegen 65 Stimmen zum Nachfolger von Niels Annen gewählt wurde. Am 10. Juni 2005 wurde Björn Böhning mit 65,7 % in seinem Amt als Juso-Bundesvorsitzender bestätigt. Am 27. September 2007 erklärte er, dass er beim Bundeskongress 2007 in Wolfsburg nicht mehr für das Amt des Juso-Bundesvorsitzenden kandidieren werde, er bleibt aber gewähltes Mitglied im SPD-Parteivorstand. Böhning gehörte der linken Juso-Strömung Netzwerk linkes Zentrum an. Er arbeitet bei der Zeitschrift spw mit.

Björn Böhning war SPD-Kandidat im Bundestagswahlkreis Berlin-Friedrichshain – Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost zur Bundestagswahl 2009. Er erreichte 16,7 % der Stimmen und unterlag damit Hans-Christian Ströbele (Grüne).

Verwaltungslaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Senatskanzlei von Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Referatsleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Januar 2007 bis zum 1. Dezember 2011 leitete er beim damaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, in der Senatskanzlei das Grundsatz- und Planungsreferat. Seine politischen Schwerpunkte lagen vor allem in den Bereichen Beschäftigungspolitik, Ausbildung/Jugendarbeitslosigkeit und der Reform des Sozialstaats.

Chef der Senatskanzlei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Dezember 2011 übernahm er das Amt des Chefs der Senatskanzlei des Landes Berlin im Range eines Staatssekretärs. Als Vertreter für das Land Berlin war er Mitglied im Verwaltungsrat des Deutschlandradios. Am 20. März 2018 wurde Böhning verabschiedet.

Ermittlungsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Dezember 2016 läuft gegen Böhning und leitende Mitarbeiter der Unternehmensberatung McKinsey ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vorteilsgewährung bzw. Vorteilsannahme in Zusammenhang mit dem Flüchtlingsmanagement des Senats.[5] Das Ermittlungsverfahren dauert derzeit (Stand: 13. März 2018) noch an.[6]

Bundesministerium für Arbeit und Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. März 2018 ernannte ihn Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zum beamteten Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Björn Böhning – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.bmas.de/DE/Ministerium/Leitung-des-Ministeriums/bjoern-boehning-lebenslauf.html
  2. Sabine Beikler: „Analysieren, wie Berlin so tickt“ - Der Tagesspiegel vom 29. November 2011
  3. Offizieller Lebenslauf des Chefs der Senatskanzlei. Der Regierende Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei –, archiviert vom Original am 6. Dezember 2011; abgerufen am 17. März 2018.
  4. Ermittlungen gegen Berliner Senatskanzleichef: Was der Fall Böhning für Rot-Rot-Grün bedeutet, Der Tagesspiegel, 1. Dezember 2016
  5. Stefan Jacobs, Sabine Beikler, Fatina Keilani: Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen gegen Böhning, Der Tagesspiegel, 1. Dezember 2016
  6. Müllers wichtigster Mann verlässt den Regierenden. B.Z., 13. März 2018, abgerufen am 15. April 2018 (hmtl).