Björn Kircheisen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Björn Kircheisen Nordische Kombination
Björn Kircheisen beim Weltcup in Ramsau am Dachstein 2016
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 6. August 1983
Geburtsort ErlabrunnDeutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
Beruf Polizeimeisteranwärter
Karriere
Verein WSV Johanngeorgenstadt
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 0 × Gold 3 × Silber 1 × Bronze
WM-Medaillen 1 × Gold 8 × Silber 3 × Bronze
JWM-Medaillen 6 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
0Silber0 2002 Salt Lake City Team
0Silber0 2006 Turin Team
0Bronze0 2010 Vancouver Team
0Silber0 2014 Sotschi Team
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
0Silber0 2003 Val di Fiemme Team
0Silber0 2005 Oberstdorf Team
0Silber0 2005 Oberstdorf Einzel
0Silber0 2007 Sapporo Team
0Bronze0 2007 Sapporo Sprint
0Silber0 2009 Liberec Team
0Silber0 2009 Liberec Einzel NH
0Silber0 2011 Oslo Team NH
0Silber0 2011 Oslo Team LH
0Bronze0 2013 Val di Fiemme Einzel NH
0Bronze0 2017 Lahti Einzel NH
0Gold0 2017 Lahti Team NH
FIS Nordische Junioren-Ski-WM
0Gold0 2001 Karpacz Team
0Gold0 2002 Schonach Einzel
0Gold0 2002 Schonach Team
0Gold0 2003 Sollefteå Einzel
0Gold0 2003 Sollefteå Team
0Gold0 2003 Sollefteå Sprint
Platzierungen im Weltcup
 Debüt im Weltcup 10. Februar 2001
 Weltcupsiege 22 (davon 5 im Team)
 Gesamtweltcup 03. (2002/03, 2005/06)
 Sprintweltcup 03. (2002/03, 2005/06)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 7 13 8
 Sprint 8 1 4
 Massenstart 2 1 1
 Team 5 3 0
 Teamsprint 0 1 0
letzte Änderung: Saisonende 2016/17

Björn Kircheisen (* 6. August 1983 in Erlabrunn) ist ein deutscher Nordischer Kombinierer.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kircheisen ist Polizeimeisteranwärter und dem Leistungssportförderprojekt der Bundespolizei, dem Bad Endorfer Modell, angehörig. Er startet für den WSV Johanngeorgenstadt, den Verein seiner Heimatstadt im Erzgebirge, und trainiert im Landesleistungszentrum Klingenthal. Sein internationales Debüt gab Kircheisen zur Saison 1999/00 im B-Weltcup der Nordischen Kombination. Beim Sommer-Grand-Prix 2000 ging er erstmals im A-Nationalkader an den Start. Am 21. Januar 2001 gelang ihm in Klingenthal sein erster B-Weltcup-Erfolg. Auch in Karpacz war er als Zweiter aufs Podium gelaufen. Bei den folgenden Junioren-Weltmeisterschaften 2001 an gleicher Stelle gewann er mit der Mannschaft im Massenstart die Goldmedaille.

Gut eine Woche später gab er in Liberec am 10. Februar 2001 sein Debüt im Weltcup der Nordischen Kombination. Als 14. gelang ihm auf Anhieb eine gute Top-20-Platzierung und damit auch der Gewinn der ersten Weltcup-Punkte. Zum Beginn der Saison 2001/02 stand er überraschend in Kuopio im Einzel erstmals auf dem Podest in einem Weltcup-Rennen. Auch im Sprint zeigte er als Fünfter eine gute Leistung. Im Januar 2002 belegte er im Val di Fiemme zweimal den dritten Rang. Bei der folgenden Junioren-Weltmeisterschaften 2002 in Schonach im Schwarzwald sicherte er sich im Einzel und auch im Teamwettbewerb die Goldmedaille.

Nach dem Junioren-WM-Erfolg reiste Kircheisen als Teil der Mannschaft zu den Olympischen Winterspielen 2002 nach Salt Lake City. Nachdem er im Einzel einen sehr guten fünften Rang erreichte, gewann er mit dem Team die Silbermedaille. Im Sprint belegte er den neunten Platz. Zurück im Weltcup gelangen ihm bis zum Ende der Saison ausschließlich Punkteplatzierungen. In die Saison 2002/03 begann Kircheisen nach schwachen Ergebnissen beim Sommer-Grand-Prix überraschend mit dem dritten Platz in Kuusamo. Nur wenige Tage später feierte er in Trondheim die ersten drei Weltcupsiege bei drei Weltcuprennen in Folge.[1] Es blieben für einige Jahre jedoch die einzigen Weltcupsiege.

Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2003 in Sollefteå sicherte sich Kircheisen in beiden Einzel- sowie im Mannschaftswettbewerb den Titel und nahm somit drei Goldmedaillen mit nach Hause. Bei der folgenden Nordischen Skiweltmeisterschaft 2003 im Val di Fiemme sicherte er sich gemeinsam mit Thorsten Schmitt, Georg Hettich und Ronny Ackermann erneut die Silbermedaille hinter den erfolgreichen Österreichern. Zurück im Weltcup bewies Kircheisen seine gute Form noch einmal mit Rang drei in Oslo. In der Weltcup-Gesamtwertung erreichte er am Ende einen sehr guten dritten Platz. Auch in der Sprint-Weltcup-Wertung lag er auf Rang drei.

In der Folge musste Kircheisen mit deutlichen Leistungseinbrüchen kämpfen. Erst zur Saison 2004/05 konnte er sich langsam wieder zurück an die Weltspitze kämpfen. So landete er ab Januar 2005 wieder zunehmend in den Top 10. In Pragelato belegte er nach Rang zwei mit der Mannschaft auch im Sprint als Dritter einen Podestplatz. Bei der folgenden Nordischen Skiweltmeisterschaft 2005 in Oberstdorf überraschte Kircheisen bereits im ersten Einzelwettbewerb mit dem Gewinn der Silbermedaille. Auch im Mannschaftswettbewerb hielt er mit dem Team die Silbermedaille in den Händen. Eine weitere Medaille verpasste er im Sprint als Vierter nur knapp.

Am 5. März 2005 gelang Kircheisen in Lahti sein vierter Weltcupsieg. In die Olympia-Saison 2005/06 startete er schwach, konnte sich aber im Januar 2006 erneut zurück in die Weltspitze kämpfen. Im Gundersen Einzel in Harrachov stand er als Zweiter auch wieder auf dem Podium. Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin blieb er in beiden Einzelwettbewerben als Siebenter außerhalb der Medaillenrängen, sicherte sich aber wie bereits 2002 mit der Mannschaft erneut Silber. Bei der vorletzten Weltcup-Station in Oslo gewann Kircheisen erneut das Sprintrennen. Wie bereits 2002/03 beendete er die Saison erneut auf Rang drei der Weltcup-Gesamtwertung sowie der Sprint-Weltcup-Wertung.

Im Sommer gelang Kircheisen beim Massenstart in Klingenthal sein erster Sommer-Sieg. In die Saison 2006/07 startete Kircheisen erneut durchwachsen. Erst bei der letzten Weltcup-Station vor den Weltmeisterschaften gelang ihm in Zakopane mit Rang drei im Massenstart und dem Sieg im Sprint wieder ein Top-Ergebnis, weshalb er gestärkt zu den Weltmeisterschaften 2007 nach Sapporo reiste. Nachdem er sich dort Bronze im Sprint sicherte, gewann er mit der Mannschaft erneut Silber. Im März feierte Kircheisen in Lahti seinen insgesamt achten Weltcup-Sieg.

Auch in die Saison 2007/08 startete Kircheisen wieder erfolgreich. So gewann er das Sprint-Rennen in Kuusamo und stand als Zweiter auch im Einzel von Trondheim wieder auf dem Podium. In Ramsau am Dachstein feierte Kircheisen erneut zwei Weltcup-Siege, jedoch konnte er bis zum Ende der Saison an diese Erfolge nicht mehr anknüpfen. Jedoch schaffte er es in der Saison 2008/09 erneut zurück in die Weltspitze. Nach zwei Einzel- und einem Teamweltcup-Sieg belegte er nach Abschluss der Saison den vierten Gesamtrang. Bei den Weltmeisterschaften 2009 gewann Kircheisen mit der Mannschaft erneut Silber und war auch im Einzel von der Großschanze erfolgreich und wurde Zweiter.

Zur Olympia-Saison 2009/10 kämpfte Kircheisen erneut mit konstanter Leistung. Jedoch gewann er in Ramsau erneut einen Weltcup und stand als Dritter in Oberhof auch dort wieder auf dem Podium. Mit der Mannschaft gewann er wenig später den Team-Weltcup in Schonach. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver reichte es für Kircheisen im Mannschaftswettbewerb nach zwei Silbermedaillen 2002 und 2006 erstmals nur für Bronze. In den beiden Einzelwettbewerben blieb er als 20. und 22. ohne jede Chance auf eine Medaille.

Ein Jahr später bei den Weltmeisterschaften 2011 in Oslo konnte er in den Einzelwettbewerben ebenfalls nicht mehr in der Weltspitze landen. Jedoch gewann er in beiden Teamwettbewerben erneut zwei Silbermedaillen mit der Mannschaft. Im ersten Weltcup nach den Weltmeisterschaften gewann er in Lahti seinen 15. Einzelweltcup. Jedoch konnte Kircheisen mit seinen mittlerweile knapp 30 Jahren keine konstanten Top-Leistungen mehr erreichen. Oftmals musste er sich mit Platzierungen außerhalb der Top 10 zufriedengeben.

Kurz vor der Weltmeisterschaften 2013 im Val di Fiemme gelang Kircheisen in Almaty gelang Kircheisen der Sieg im Gundersen Einzel, nachdem er zuvor bereits in Sotschi mit der Mannschaft erfolgreich war. Bei den Weltmeisterschaften selbst sicherte sich Kircheisen noch einmal Bronze im Gundersen-Einzel von der Normalschanze. Mit der Mannschaft verpasste er als Sechster erstmals deutlich eine Medaille im Teamwettbewerb.

Zur Saison 2013/14 gelang Kircheisen in Tschaikowski bei Abwesenheit der Weltcupbesten zweimal ein zweiter Platz. Nach drei erfolg- und punktlosen Starts in Chaux-Neuve und Seefeld in Tirol konnte er in Oberstdorf als Siebenter noch einmal einen Top-10-Platz erreichen und gehörte, nachdem er am 19. Januar 2014 das fünfte und letzte deutsche Kombinierer-Olympia-Ticket vom Bundestrainer bekam[2], bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi zum vierten Mal zum Kader der Deutschen Olympiamannschaft. Nachdem er im Gundersen-Einzel als Vierter nur knapp das Podium und eine Medaille verpasste, sicherte sich Kircheisen gemeinsam mit Eric Frenzel, Johannes Rydzek und Fabian Rießle im Teamwettbewerb die Silbermedaille.

Nach den zwei etwas schwächeren Weltcupsaisons 2014/15 und 2015/16 steigerte er sich in der Saison 2016/17 wieder deutlich und kam regelmäßig in die Top Ten. Gemeinsam mit Eric FrenzelFabian Rießle und Johannes Rydzek siegte er am 2. Dezember 2016 beim Teamwettbewerb in Lillehammer. Am 10. Februar 2017 feierte er in Sapporo – in Abwesenheit des Großteils der Weltspitze – seinen ersten Weltcupsieg seit über vier Jahren.[3] Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2017 in Lahti gewann er im Gundersen-Wettbewerb von der Normalschanze hinter Johannes Rydzek und Eric Frenzel die Bronzemedaille.[4] Zwei Tage später gewann er gemeinsam mit Rydzek, Frenzel und Fabian Rießle den Mannschaftswettbewerb. Nach insgesamt elf Silbermedaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften, die ihm den Scherznamen „Silbereisen“ eingebracht hatten, war dies der erste Titel bei den Erwachsenen für Kircheisen. Außerdem ist er mit nunmehr 12 Medaillen derjenige Athlet, der die meisten WM-Medaillen gesammelt hat.[5]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympische Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcupsiege im Einzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 06. Dezember 2002 NorwegenNorwegen Trondheim Sprint
2. 07. Dezember 2002 NorwegenNorwegen Trondheim Gundersen
3. 08. Dezember 2002 NorwegenNorwegen Trondheim Sprint
4. 05. März 2005 FinnlandFinnland Lahti Gundersen
5. 05. März 2006 FinnlandFinnland Lahti Sprint
6. 12. März 2006 NorwegenNorwegen Oslo Sprint
7. 04. Februar 2007 PolenPolen Zakopane Sprint
8. 10. März 2007 FinnlandFinnland Lahti Sprint
9. 01. Dezember 2007 FinnlandFinnland Kuusamo Sprint
10. 15. Dezember 2007 OsterreichÖsterreich Ramsau Massenstart
11. 16. Dezember 2007 OsterreichÖsterreich Ramsau Hurricane Sprint
12. 21. Dezember 2008 OsterreichÖsterreich Ramsau Gundersen
13. 10. Januar 2009 ItalienItalien Val di Fiemme Massenstart
14. 20. Dezember 2009 OsterreichÖsterreich Ramsau Gundersen
15. 11. März 2011 FinnlandFinnland Lahti Gundersen
16. 09. Februar 2013 KasachstanKasachstan Almaty Gundersen
17. 10. Februar 2017 JapanJapan Sapporo Gundersen

Weltcupsiege im Team[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 03. Januar 2009 DeutschlandDeutschland Schonach Staffel1
2. 24. Januar 2010 DeutschlandDeutschland Schonach Staffel1
3. 03. Februar 2013 RusslandRussland Sotschi Staffel2
4. 03. Januar 2015 DeutschlandDeutschland Schonach Staffel3
5. 02. Dezember 2016 NorwegenNorwegen Lillehammer Staffel4
2 Mit Johannes Rydzek, Manuel Faißt und Eric Frenzel.
3 Mit Eric Frenzel, Tino Edelmann und Johannes Rydzek.
4 Mit Eric Frenzel, Fabian Rießle und Johannes Rydzek.

Platzierungen im Gesamt-Weltcup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Platz Punkte
2000/01 50. 108
2001/02 14. 715
2002/03 03. 756
2003/04 39. 89
2004/05 06. 571
2005/06 03. 888
2006/07 06. 494
2007/08 08. 676
2008/09 04. 957
2009/10 10. 463
2010/11 07. 435
2011/12 05. 728
2012/13 11. 384
2013/14 12. 340
2014/15 23. 181
2015/16 27. 118
2016/17 05. 748

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war bis Sommer 2015 mit der Snowboard-Weltmeisterin Isabella Laböck liiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erster Weltcupsieg für Björn Kircheisen. Frankfurter Allgemeine, 6. Dezember 2002, abgerufen am 24. Februar 2017 (deutsch).
  2. Klaus Vestewig: Nordische Kombination: Die Leiden des Björn Kircheisen. Südwest Presse, 7. Februar 2014, abgerufen am 24. Februar 2017 (deutsch).
  3. Kircheisen siegt erstmals seit vier Jahren. Sportschau, 10. Februar 2017, abgerufen am 10. Februar 2017 (deutsch).
  4. Goldener Auftakt für Kombinierer. Sportschau, 24. Februar 2017, abgerufen am 24. Februar 2017 (deutsch).
  5. Thomas Nahrendorf: Silber und Bronze fürs Erzgebirge: Kircheisenstellt WM-Rekord ein. Tag24, 24. Februar 2017, abgerufen am 24. Februar 2017 (deutsch).