Björn Schuller

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Björn Schuller

Björn W. Schuller (* 18. April 1975 in München) ist ein deutscher Wissenschaftler der Elektrotechnik, Informationstechnik und Informatik sowie Unternehmer. Er ist Universitätsprofessor und Inhaber des Lehrstuhls für Embedded Intelligence for Health Care and Wellbeing an der Universität Augsburg[1]. Er war Universitätsprofessor und Inhaber des Lehrstuhls für Complex & Intelligent Systems an der Universität Passau[2] sowie Reader (Associate Professor) in Machine Learning am Imperial College London[3] in England. Ferner ist er mitbegründender Geschäftsführer der audEERING GmbH[4] in Gilching bei München sowie permanenter Visiting Professor am Harbin Institute of Technology[5] in der Volksrepublik China und Associate des CISA an der Universität Genf[6] in der französischen Schweiz.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Björn Wolfgang Schuller wurde 1975 in München, Deutschland, geboren. Nach dem Abitur 1994 folgten das Diplom im Jahr 1999, die Promotion zum Dr.-Ing. im Jahr 2006[7] und die Habilitation mit dem Fachgebiet Signalverarbeitung und Maschinelle Intelligenz sowie Erteilung der Lehrbefugnis als Privatdozent im Jahr 2012 – jeweils in Elektrotechnik und Informationstechnik an der Technischen Universität München, Deutschland.[8] Dort leitete er als wissenschaftlicher Assistent, Akademischer Rat und Oberrat sowie Junior Fellow die Machine Intelligence & Signal Processing Group am Lehrstuhl für Mensch-Maschine-Kommunikation.[9] 2009 bis 2010 war er als Wissenschaftler der Informatik am französischen CNRS-LIMSI in Orsay bei Paris tätig[10] sowie Gastwissenschaftler im Department of Computing am Imperial College London in Großbritannien.[11] 2011 war er unter anderem ERASMUS-Dozent an der Universität in Ancona, Italien, und Gast der NICTA in Sydney, Australien. 2012 folgte ein Aufenthalt als Visiting Key Researcher am Institut für Informationstechnik und Kommunikationstechnik der Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH in Graz, Österreich für die er fortan als Konsulent tätig blieb. Ende 2012 erfolgte die Mitgründung der audEERING GmbH mit Sitz in Gilching bei München, bei welcher er seitdem als Geschäftsführer tätig ist. Das Startup der Technischen Universität München beschäftigt sich mit Lösungen der intelligenten Audioanalyse und zählt namhafte nationale und internationale Unternehmen zu seinen Kunden. 2013 wurde er als dauerhafter Gastprofessor des chinesischen Harbin Institute of Technology geehrt, war Gastprofessor am CISA der Universität Genf und wurde im Anschluss zum Associate ernannt. Ferner vertrat er den neuen Lehrstuhl für Informatik mit Schwerpunkt Sensorik an der Universität Passau.[12] Es erfolgten Rufe nach Großbritannien in Edinburgh und London – er nahm eine Stelle als Senior Lecturer am Imperial College London an, das ihn 2015 zum Reader in Machine Learning beförderte. Einen Ruf an die Universität Passau als Ordinarius des neu eingeführten Lehrstuhls für Complex & Intelligent Systems (zunächst Lehrstuhl für Informatik mit Schwerpunkt Complex Systems Engineering) nahm er 2014 an.[13] 2017 nahm er einen Ruf auf Professur für Embedded Intelligence for Health Care and Wellbeing der Fakultät für angewandte Informatik der Universität Augsburg an.[14]

Schuller war gewählter Präsident der Association for the Advancement of Affective Computing (AAAC)[15] – des internationalen Fachverbands für Affective Computing registriert als Charity in Großbritannien.[16] Er ist Mitbegründer und Hauptherausgeber (Editor in Chief) der IEEE Transactions on Affective Computing[17] und war u. a. General Chair der ACM ICMI 2014.[18]

Schuller koordinierte das europäische ASC-Inclusion Projekt[19][20] und war Principal Investigator in einer Vielzahl europäischer (u. a. ARIA-VALUSPA,[21] De-ENIGMA,[22] iHEARu,[23] MixedEmotions,[24] PROPEREMO,[25] SEMAINE,[26] SEWA[27]) und nationaler Verbundprojekte (u. a. EmotAss[28]).

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Maschinelle Intelligenz, Signalverarbeitung mit Schwerpunkt im Bereich der Audiosignale, Affective Computing[29][30] und komplexe Systeme. Schuller ist Initiator und jährlicher Hauptveranstalter der Wissenschaftswettbewerbe INTERSPEECH Computational Paralinguistics Challenge seit 2009[31] und Audio/Visual Emotion Challenge seit 2011 im Bereich der Computerperzeption und des maschinellen Lernens.

Ausgewählte Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015 und 2016: One of 40 extraordinary Scientists under the age of 40 („Young Scientist“) des World Economic Forum (WEF) sowie Sprecher auf dem „WEF Summer Davos“[32] und Sprecher in der BetaZone[33]
  • Im Jahr 2013 erhielt Schuller vom ERC einen Starting Grant in Höhe von 1,5 Millionen Euro, den höchstdotierten Förderpreis der EU für junge Forscher.[34]
  • 2018: IEEE Fellow[35]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuller ist Autor und Koautor von über 500 Fachbeiträgen in begutachteten Büchern, Zeitschriften und Tagungsbänden. Google Scholar nennt für diese mehr als 10.000 Zitierungen.[36]

Dissertation/Habilitation:

  • Mensch, Maschine, Emotion - Erkennung aus sprachlicher und manueller Interaktion. VDM Verlag Dr Müller, Saarbrücken 2007, ISBN 978-3-8364-1522-4.

Monographien/Sammelwerke:

  • mit Anton Batliner: Computational Paralinguistics: Emotion, Affect and Personality in Speech and Language Processing. Wiley, Chichester 2013, ISBN 978-1-119-97136-8.
  • mit Alexandra Balahur-Dobrescu und Maite Taboada: Computational Methods for Affect Detection from Natural Language. Computational Social Sciences, Springer, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-319-00601-7.
  • mit Kristian Kroschel und Gerhard Rigoll: Statistische Informationstechnik. 5. Auflage. Springer Verlag, Berlin/ Heidelberg 2011, ISBN 978-3-642-15953-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. Lehrstuhl an der Universität Passau
  3. Homepage am Imperial College London
  4. Firma audEERING
  5. Harbin Institute of Technology (Memento des Originals vom 25. Oktober 2005 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/en.hit.edu.cn
  6. CISA der Universität Genf
  7. Doktorarbeit
  8. Profil an der Technischen Universität München (Memento des Originals vom 24. Februar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.professoren.tum.de
  9. MISP Arbeitsgruppe der Technischen Universität München
  10. Profil am CNRS-LIMSI
  11. Profil in der iBUG-Group des Imperial College
  12. Pressemeldung zur Berufung an die Universität Passau
  13. Artikel auf campus.pnp.de
  14. [2]
  15. Profil beim AAAC
  16. Association for the Advancement of Affective Computing
  17. IEEE Transactions on Affective Computing
  18. Organisatoren der ACM ICMI 2014
  19. EU-Projekt ASC-Inclusion
  20. Artikel auf www.zeit.de
  21. EU-Projekt ARIA VALUSPA
  22. EU-Projekt De-ENIGMA
  23. ERC Starting Grant iHEARu
  24. EU-Projekt MixedEmotions
  25. ERC Advanced Grant PROPEREMO (Memento des Originals vom 24. Februar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.affective-sciences.org
  26. EU-Projekt SEMAINE
  27. EU-Projekt SEWA
  28. BMBF-Projekt EmotAss
  29. Artikel auf www.focus.de
  30. Artikel auf campus.pnp.de
  31. Special Interest Group Speech des AAAC
  32. Young Scientists des World Economic Forums
  33. BetaZone Talk während des Annual Meetings of the New Champions des WEF in 2015
  34. ERC Starting Grant iHEARu auf den Seiten des ERC (Memento des Originals vom 24. Februar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/erc.europa.eu
  35. (Memento des Originals vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ieee.org, abgerufen am 20. Februar 2018
  36. Google Scholar Seite Björn Schuller