BlacKkKlansman

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Filmdaten
OriginaltitelBlacKkKlansman
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2018
Länge136 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieSpike Lee
DrehbuchSpike Lee,
David Rabinowitz,
Charlie Wachtel,
Kevin Willmott
ProduktionJason Blum,
Spike Lee,
Raymond Mansfield,
Sean McKittrick,
Jordan Peele,
Shaun Redick
MusikTerence Blanchard
KameraChayse Irvin
SchnittBarry Alexander Brown
Besetzung

BlacKkKlansman ist ein Filmdrama von Spike Lee, das im Mai 2018 im Rahmen des internationalen Wettbewerbs der Internationalen Filmfestspiele von Cannes seine Premiere feierte. Am 10. August 2018 kam der Film in die US-Kinos. Der Kriminalfilm basiert auf einem Buch von Ron Stallworth.

Im Film gibt sich Detective Stallworth, gespielt von John David Washington, am Telefon gegenüber der örtlichen Gruppe des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klan (KKK) als Rassist der übelsten Sorte aus und lässt sich bei Treffen von seinem weißen Kollegen Flip doubeln, weil er selbst Afroamerikaner ist.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ermutigt von einer Anzeige, die explizit Minderheiten bei der Polizei willkommen heißt, bewirbt sich der junge Afroamerikaner Ron Stallworth während der Zeit der Bürgerrechtsbewegung zu Beginn der 1970er Jahre als Polizist beim Colorado Springs Police Department. Stallworth ist der erste dunkelhäutige Polizist In Colorado Springs und wird von vielen seiner Kollegen diskriminiert. Anfänglich gelangweilt von klassischen Neulingsarbeiten, bei denen er im Archiv Akten heraussuchen muss und wobei er ständig mit offenem Rassismus konfrontiert ist, bittet Stallworth darum, als Undercover-Agent eingesetzt zu werden. Bei seinem ersten Auftrag nimmt er an einem Treffen der Black Student Union des Colorado College teil, an dem Kwame Ture, ein radikaler Bürgerrechtsführer und ehemaliges Mitglied der revolutionären Black Panther Party eine Rede hält. Stallworth, mit einem versteckten Mikrofon ausgerüstet, soll einschätzen, ob sich die Studenten von Ture aufhetzen lassen. Er versucht, seinen Chef zu überzeugen, dass die radikalen Äußerungen Tures nur Rhetorik sind. Bei seinem Einsatz lernt Ron Stallworth auch die politisierte Afro-Amerikanerin Patrice Dumas kennen, die Präsidentin der Black Students Union von Colorado Springs, und verliebt sich in sie. Er beginnt sie zu treffen, verheimlicht dabei aber, dass er Polizist ist.

Beim Lesen der Zeitung fällt Stallworth eine Anzeige der örtlichen Gruppierung des Ku-Klux-Klans auf. Er ruft dort an und gibt sich als Rassist der übelsten Sorte aus. Walter Breachway, Leiter der KKK-Ortsgruppe, freut sich sehr über das Interesse des Sympathisanten und bietet ihm an, ihn in die „Organisation“ aufzunehmen. Daher überzeugt Ron seinen weißen, jüdischen Kollegen Flip Zimmerman, ihn bei den Treffen zu doublen, wobei Flip immer verkabelt ist, während Ron den Kontakt per Telefon hält. Beim ersten Termin wird Zimmerman von Felix Kendrickson abgeholt, und trifft anschließend Walter und ein anderes Mitglied namens Ivanhoe, der angetrunken Andeutungen über einen bevorstehenden Anschlag macht.

Sein neuer Klansman Felix bleibt Flip gegenüber skeptisch und will ihn bei einem späteren Treffen in seinem Haus im Keller einem Lügendetektortest unterziehen, um sicherzustellen, dass er kein Jude ist. Ron, der das Haus überwacht, kann ihn aus der misslichen Lage befreien, indem er einen Stein ins Fenster der Kendricksons wirft, woraufhin die ganze Gruppe auf die Straße stürmt und Flip zum Schein dem im Auto flüchtenden Ron nachschießt. Auch auf einem Schießplatz kann Flip den anderen Klanmitgliedern durch seine Schießkünste imponieren, wo zwei mysteriöse Mitglieder zur Gruppe stoßen, die angeblich Militärangehörige sind, darunter ein Mann namens Walker. Konfrontiert mit dem offenen Antisemitismus der Klan-Mitglieder wird sich Flip, der sich eigentlich immer nur als „weißer Amerikaner“ gesehen hat, auch seiner eigenen Herkunft immer stärker bewusst.

Bei der telefonischen Anfrage nach einer Mitgliedskarte hat Ron eines Tages David Duke am Telefon, den Vorsitzenden des Ku-Klux-Klans. Duke versichert, sich persönlich der Sache anzunehmen, und die beiden bleiben daraufhin dauerhaft in Kontakt. Duke kündigt bald sogar an, zur offiziellen Initiation von Ron nach Colorado Springs zu reisen. Ron und Flip gewinnen gemeinsam auch das Vertrauen der Mitglieder der Ortsgruppe, insbesondere von Walter, der Flip sogar als seinen Nachfolger vorschlägt. Gleichzeitig planen Felix, seine Frau Connie, Ivanhoe und Walker, der C4-Sprengstoff aus einem Militärlager organisiert hat, einen Bombenanschlag auf eine Versammlung der Black Students Union und Patrice, die ein Hassobjekt der „Organisation“ und besonders von Connie darstellt. Die junge Aktivistin hatte es gewagt, die gleichermaßen rassistischen wie sexistischen Übergriffe auf sie durch einen weißen Polizisten öffentlich anzuprangern, der, als Kollege Rons, auch diesen permanent mit "Bimbo"-Sprüchen provoziert. Stallworth wird von einem FBI-Beamten über den Sprengstoffdiebstahl informiert, der darüber hinaus aber jegliche Unterstützung verweigert.

Bei Dukes Aufenthalt in Colorado Springs überschlagen sich dann die Ereignisse. Während der „echte“ Ron gegen seine Bedenken als Dukes Personenschützer eingeteilt wird, treffen sich der „falsche“ Ron und Duke erstmals persönlich. Während Duke sich bei der Initiation in Tiraden über Eugenik und die Überlegenheit der „weißen Rasse“ ergeht, berichtet gleichzeitig – in mehrfachem Gegenschnitt dargestellt – bei einer Veranstaltung der Black Students Union der Zeitzeuge Jerome Turner vom grausamen Lynchmord an seinem Jugendfreund Jesse Washington, der 1916 stattgefunden hat und von dem sogar Ansichtskarten verbreitet wurden. Beim Klan-Treffen wird Ron skeptisch, als Connie offensichtlich hastig verschwindet, folgt ihr im Auto und alarmiert die Polizei. Flip wird von Walker – der ihn als den Polizisten wiedererkennt, der für seine Gefängnisstrafe gesorgt hatte – und Felix entlarvt. Die beiden warten auf eine gute Gelegenheit, um den „Verräter“ im Beisein des Großmeisters Duke auffliegen zu lassen und machen beim Festessen erste Andeutungen, die Flip die Gefahr, in der er sich befindet, drastisch verdeutlicht. Völlig überraschend verlassen die beiden die Versammlung und nehmen Ivanhoe mit, nachdem Connie panisch anrief; sie könne den Bombenanschlag auf die Black Students Union nicht ausüben, weil alles voller Polizei sei. Die Gruppe geht daher zu „Plan B“ über; Connie soll nun den Sprengstoff im Briefkasten von Patrice deponieren. Flip wird wegen des überstürzten Aufbruchs der drei Mitglieder misstrauisch und verlässt die KKK-Versammlung ebenfalls. Connie gelingt es allerdings nicht, das zu große C4-Paket in den Briefkasten von Patrice zu stecken, und als diese mit einer Freundin nach Hause zurückkehrt, legt sie es stattdessen unter derem VW Käfer ab. Ron ist inzwischen am Haus von Patrice angekommen, verfolgt und stellt die flüchtende Connie und versucht aus ihr herauszukriegen, wo die Bombe ist. Allerdings wird er von den anrückenden Polizisten, die Flip in Sorge um Patrice zu ihrem Wohnhaus geschickt hat, überwältigt und verprügelt. Obwohl er sich als Undercover-Polizist zu erkennen gibt, erhält er keine Gelegenheit sich auszuweisen. Felix und seine Begleiter erreichen den Schauplatz und zünden die Bombe vom Auto aus, wodurch sie sich versehentlich – da sie die Bombe im Briefkasten wähnen – selbst in die Luft sprengen, während alle anderen unverletzt bleiben. Flip kann nach seinem Eintreffen Ron aus der Situation befreien und für die Verhaftung von Connie sorgen.

Ron wird von daraufhin seinen Kollegen des Colorado Springs Police Departments gefeiert, doch zum Ärger der gesamten Abteilung sollen wegen angeblicher Budgetkürzungen die Ermittlungen gegen den Ku-Klux-Klan eingestellt und alle Aufzeichnungen vernichtet werden. Um mit der Sache abzuschließen, spricht Ron schließlich nochmals vor versammelter Mannschaft telefonisch mit Duke und gibt sich dabei als Afro-Amerikaner zu erkennen, indem er Dukes Behauptung konterkariert, dass er einen Schwarzen jederzeit an dessen eigentümlicher Sprache erkennen könne. Zuhause betrachtet Ron nochmals „seinen“ KKK-Ausweis, doch während er mit Patrice, die „nicht mit einem für das rassistische System der USA arbeitenden pig schlafen“ will, ihre mögliche gemeinsame Zukunft diskutiert, werden sie von einem Klopfen an der Tür unterbrochen, bewaffnen sich beide und sehen in der letzten Handlungsszene in einiger Entfernung ein brennendes Holzkreuz.

Der Film endet mit Originalaufnahmen der Unite the Right-Kundgebungen in Charlottesville im August 2017, darunter Bilder von rechtsradikalen Gruppen und von Gegendemonstrationen, vom Autoanschlag auf eine Gegendemonstration und die Stellungnahme von US-Präsident Donald Trump nach den Ereignissen, der seine Überzeugung äußert, es gäbe auch anständige („fine“) Leute unter den Unite the Right-Demonstranten. Der Film endet mit einer Erinnerung an Heather Heyer, das Opfer des Autoanschlags, und einer auf den Kopf gestellten US-amerikanischen Flagge, die sich langsam in schwarz-weiß umfärbt.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorlage und Stab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spike Lee bei der Premiere des Films im Rahmen der Filmfestspiele in Cannes im Mai 2018

Der Film basiert auf dem autobiografischen Buch Black Klansman von Ron Stallworth aus dem Jahr 2014. Die Geschichte des Films BlacKkKlansman beruht damit auf wahren Begebenheiten. Stallworth hatte als afroamerikanischer Polizist Anfang der 1970er wirklich den Ku-Klux-Klan infiltriert.[2][3] Regie führte Spike Lee[4], der gemeinsam mit David Rabinowitz, Charlie Wachtel und Kevin Willmott auch Stallworths Buch für den Film adaptierte.[5] Mit Willmott hatte Lee bereits für das Filmdrama Chi-Raq aus dem Jahr 2015 zusammengearbeitet. Neben Jason Blum von Blumhouse Productions und dem Regisseur fungierten Raymond Mansfield, Sean McKittrick, Jordan Peele[6][7] und Shaun Redick als weitere Produzenten des Films.

Besetzung und Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adam Driver spielt im Film Flip

Die Hauptrolle von Ron Stallworth wurde mit John David Washington besetzt, dessen Vater Denzel Washington bereits in vier Filmen von Lee mitwirkte.[8] Adam Driver spielt Flip Zimmerman, den Kollegen, der bei den Treffen des Ku-Klux-Klan vorgibt Ron zu sein.[9] Laura Harrier ist in der Rolle von Patrice Dumas zu sehen, der Präsidentin der Studentenschaft. Corey Hawkins spielt den Bürgerrechtler Kwame Ture. Topher Grace verkörpert den notorischen weißen Rassisten David Duke, früherer Regionalchef und späterer „Grand Wizard“ („Großer Zauberer“) des Ku-Klux-Klans. Heute ist Duke Trump-Unterstützer und einer der prominentesten Neonazis der USA.[10] Robert John Burke spielt Chief Bridges, Ryan Eggold übernahm die Rolle von Walter Breachway, und Frederick Weller spielt Andy Landers, einen bis zuletzt rassistischen Polizisten. Es gibt im Film zudem mehrere Cameo-Auftritte, so von Alec Baldwin zu Beginn des Films[11] und von Harry Belafonte als gealterter Aktivist Jerome Turner.[12]

Die Dreharbeiten wurden im Oktober 2017 begonnen und fanden in Ossining in New York statt. Als Kameramann fungierte Chayse Irvin. Für die Gestaltung der Kostüme war Marci Rodgers verantwortlich.

Filmmusik und Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmmusik komponierte Terence Blanchard. Die Aufnahme wurde im März 2018 begonnen.[13] Mit Lee hatte Blanchard in der Vergangenheit bereits mehrere Male zusammengearbeitet[14], so zuletzt für Chi-Raq und Inside Man. Der Soundtrack zum Film, der insgesamt 23 Musikstücke umfasst, wurde am 10. August 2018 von Back Lot Music als Download veröffentlicht.[15]

In einem Interview mit Rolling Stone kündigte Lee im Sommer 2018 an, dass der Abspann des Films mit einer Interpretation von Prince des Negro Spirituals Mary Don’t You Weep unterlegt sein wird.[16] Es handelt sich dabei um einen Song, der sich unter einer bisher unveröffentlichten Heimstudio-Aufnahme befand, die der Musiker im Jahr 1983 an seinem Piano einspielte. Der Song ist auf dem Album Piano & A Microphone 1983 enthalten und wurde im Juni 2018 vorab als Download veröffentlicht. Mit Mary Don’t You Weep in der Version von Prince ist auch ein im August 2018 veröffentlichter Langtrailer zum Film unterlegt.[17]

Lee erklärte: „Ich wusste, dass ich einen Abspann-Song brauchte.“ Als er mit Troy Carter, einem der Führungskräfte von Spotify in Kontakt gekommen war und ihn zu einer privaten Vorführung eingeladen hatte, habe ihm dieser Prince Version von Mary Don’t You Weep angeboten.[18] Bereits zu Prince Lebzeiten pflegten der Musiker und der Regisseur eine enge professionelle Beziehung und arbeiteten gemeinsam an verschiedenen Projekten, so führte Lee bei einem Video für seinen Song Money Don’t Matter 2 Night (1991) Regie, und Prince hatte für Lees Film Girl 6 (1996) den gleichnamigen Soundtrack beigesteuert.[19]

Der Film feierte am 14. Mai 2018 im Rahmen des internationalen Wettbewerbs der Internationalen Filmfestspiele von Cannes seine Premiere.[20][21] Dort wurde der Film mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet, dem zweitwichtigsten Preis des Wettbewerbs.[22] Anfang Juni 2018 wurde ein erster deutscher Trailer zum Film vorgestellt.[23] Im Juli und August 2018 soll der Film beim polnischen Filmfestival Nowe Horyzonty gezeigt werden.[24] Im August 2018 wurde der Film auch beim Locarno Festival gezeigt.[25][26] Am 10. August 2018 kam der Film in die US-amerikanischen Kinos[27] und soll am 23. August 2018 in die deutschen Kinos kommen.[28] Ab 16. August 2018 wurde der Film auch in Saudi-Arabien gezeigt und ist damit einer der ersten Filme, der dort nach Jahrzehnten in die Kinos kam, nachdem in dem Land Filmtheater seit den 1980er Jahren verboten waren.[29] Ein im Sommer 2018 von Universal Pictures veröffentlichtes, deutsches Filmplakat war mit dem Tag „unterwandere den Hass“ versehen.[30]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Nadine Geist und der Dialogregie von Hannes Maurer im Auftrag der Interopa Film GmbH, Berlin.

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Ron Stallworth John David Washington Tobias Schmidt
Philip 'Flip' Zimmerman Adam Driver Robert Glatzeder
Dave Duke Topher Grace Timmo Niesner
Dr. Kennebrew Beauregard Alec Baldwin K. Dieter Klebsch
Patrice Laura Harrier Giovanna Winterfeldt

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe und Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA erhielt der Film von der MPAA ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[31] In Deutschland erhielt der Film eine Freigabe ab 12 Jahren. In der Freigabebegründung heißt es: „Der Film zeichnet ein genaues Bild von Rassismus und Diskriminierung und arbeitet mit einer klaren Gegenüberstellung von Gut und Böse, wobei die Spezialeinheit als Gruppe gleichberechtigt und humorvoll miteinander umgehender, vorbildhafter Protagonisten gezeigt wird. Zwar können einige dokumentarische Aufnahmen von Ausschreitungen und Gewaltausbrüchen sowie die Häufung rassistischer Beleidigungen Kinder unter 12 Jahren emotional überfordern, doch 12-Jährige haben bereits ausreichend Medienerfahrung, diese Aspekte in den Kontext einzuordnen und sich ausreichend zu distanzieren.“[32]

Die Hauptrolle von Ron Stallworth wurde mit John David Washington besetzt

Im Dezember 2017 wurde BlacKkKlansman von Filmkritiker Dennis Harvey auf die Liste der 20 am meisten erwarteten Filmen des Kinojahres 2018 des Branchenblatts Variety gesetzt.[33] Der Film wurde von 95 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes eher positiv bewertet und erhielt hierbei eine durchschnittliche Bewertung von 8,2 der möglichen 10 Punkte.[34]

Patrick Wellinski von Deutschlandfunk Kultur meint zu BlacKkKlansman und dessen Auszeichnung in Cannes: „Das ist ein furchtloser Film, er ist wütend und clever und wichtig für unsere Zeit. Er will sagen, dass dieser ganze Rechtsruck in Amerika, aber auch in der ganzen Welt, nicht geht. Dieser Film ist ein Statement und so muss man auch diesen Preis verstehen.“ Seine Kollegin Anke Leweke meint, der Preis sei zwar okay, doch der Film sei manchmal etwas zäh, und sie würde sich wünschen, der Film hätte manchmal etwas von dem Groove, den seine Darsteller haben: „Natürlich gibt es bei der Palmenvergabe auch immer so etwas wie Symbolpolitik und natürlich wollte man Donald Trump wohl damit zeigen, was sich eigentlich tut in seinem Land.“[35]

Emily Yoshida beschreibt den Film in Vulture als stylish, urkomisch und absolut kompromisslos. Spike Lee verliere den Zusammenhang zwischen den Ereignissen von 1978 und der Gegenwart nie aus den Augen, und auch wenn er seine Geschichte zwischen den Extremen der Black-Power-Bewegung und weißen Rassisten dargestellt haben mag, bediene er sich sensibel zweier Hauptfiguren, die sich irgendwo dazwischen befinden. Lee bewege sich in stilistischer Konversation mit dem Blaxploitation-Genre und stelle seinen kühnen Protagonisten Ron Stallworth als selbst ernannte Bürgerwehr im Stil von John Shaft vor, so Yoshida weiter. Ron sei ein faszinierender Charakter, dessen Geschicklichkeit beim Code-Wechsel ein Teil seiner Identität ist, die auch der Grund sei, warum er für diesen Job ausgesprochen qualifiziert ist. Gemeinsam mit Flip, einem Cop, der sein jüdischen Glauben geheim hält, bewege er sich als Tandem. [36]

Peter Bradshaw vom Guardian sagt, BlacKkKlansman scheine manchmal nach einer Bizarrität zu streben, die David O. Russells American Hustle ähnlich ist, aber auch nach einer Art Brechtschen Verfremdung. Der Film sei ein unterhaltsames Spektakel, auch wenn er nicht ganz so ausbalanciert sei, wie etwa Jordan Peeles Satire Get Out, so Bradshaw.[12]

Robbie Collin vom Daily Telegraph meint, der Film sei mehr als ein Comeback und ein Angriff auf das Gespenst der weißen Vorherrschaft in den USA.[37]

Frank Schnelle von epd Film meint, die Geschichte von Ron Stallworth sei für Lee der ideale Stoff, um die politische Ernsthaftigkeit von Klassikern wie ­Malcolm X mit dem stilistischen Exzess jüngerer Arbeiten wie Chi-Raqzu verbinden, und von Anfang bis Ende wirbele er die Formen und Tonlagen nur so durcheinander, wobei sich die Elemente zu einer weitgehend schlüssigen Einheit zusammenfügten: „Komik und Seriosität, Satire und Hommage, Nüchternheit und Groteske sind samt und sonders Teil einer erzählerischen Position, die bei aller Verzweiflung das Lachen nicht verlernt hat und bei aller boulevardesken Zuspitzung den ernsten Hintergrund nie aus den Augen verliert.“[38] Verena Lueken lobt den Film in einer ganzseitigen Besprechung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter anderem als ein „Meisterwerk der Parallelmontage“.[39]

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Produktionskosten von rund 15 Millionen US-Dollar stehen weltweite Einnahmen aus Kinovorführungen in Höhe von 72,3 Millionen US-Dollar gegenüber.[40] In Deutschland verzeichnet der Film bisher 216.921 Besucher.[41]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festival Internacional de Cine de San Sebastián 2018

  • Nominierung in der Sektion Perlak[42]

Filmfestspiele von Cannes 2018

Jerusalem Film Festival 2018

  • Nominierung für den Lia Van Leer Award (Spike Lee)

Locarno Festival 2018

  • Nominierung in der Sektion Piazza Grande (Spike Lee)
  • Prix du Public UBS[44]

Sydney Film Festival 2018

  • Nominierung im Offiziellen Wettbewerb[45]

Filmanalyse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmtitel und Filmgenre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Filmtitel BlacKkKlansman stehen die drei aufeinander folgenden Ks als Abkürzung für den Ku-Klux-Klan. Die Einbindung dieses K-Triples zwischen die Worte „black man“, beschreibe bereits im Titel perfekt die Handlung, die von Ron Stallworths Leben inspiriert ist, so Jérémie Couston.[46] Als Klansman bezeichnen sich die Mitglieder verschiedener Ku-Klux-Klan-Organisationen. Auch der Film Die Geburt einer Nation, auf den es mehrere Anspielungen gibt und dem Film als Negativvorlage diente[47], trug ursprünglich den Titel The Clansman.

In einer Filmkritik der dpa heißt es in der Stuttgarter Zeitung, Spike Lee, der bereits in seinen Werken wie Malcolm X immer wieder Rassismus gegenüber Afro-Amerikanern anprangerte, inszeniere BlacKkKlansman gekonnt als überzeichnete, groteske Satire, wobei die Parallelen zur heutigen US-Politik und zu gesellschaftlichen Missständen erschreckend deutlich seien.[48] Barbara Schweizerhof meint in der Sächsischen Zeitung, Lee, der mittlerweile einer der Altmeister des „Black Cinema“ sei, erzähle im Film die schier unwahrscheinliche Geschichte der Undercover-Aktion mit der lustvoll-clownesken Energie eines Comedy-Sketches nach.[49]

Aufbau und visueller Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film beginnt mit einer der bekanntesten Szenen aus Vom Winde verweht, in der Scarlett O’Hara über einen Platz voller verwundeter konföderierter Soldaten stolpert[47], gefolgt von einem Cameo-Auftritt von Alec Baldwin, der einen White-Power-Extremisten spielt.[50] Die letzte Sequenz zeigt Originalfilmmaterial von den Ereignissen in Charlottesville.[51] Barbara Schweizerhof von der Sächsischen Zeitung meint, mit den Bildern der dortigen Neonazi-Aufmärsche im August 2017 und Trumps Kommentaren dazu wende sich Lee mit einem „Glaubt nicht, dass es so einfach ist“ gegen das „Feelgood“-hafte seines eigenen Films. BlacKkKlansman möge kein perfekter Film sein, mit seinem Agitprop-Stil liege er quer zum üblichen Cannes-Autorenkino-Geschmack.[49] Frédéric Jaeger von Critic.de erklärt, „gerade weil der Film sich selbst ständig sabotiert, Propaganda auffährt und sie untergräbt, die Gegenwart zitiert und die Entwicklung von Handlung und Figuren zum Teil vernachlässigt“, sei Spike Lees Auszeichnung in Cannes sehr sympathisch.[52]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: BlacKkKlansman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für BlacKkKlansman. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 181120/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. BlacKkKlansman – Oder: Black Power vs. White Power. In: outnow.ch. Abgerufen am 20. Mai 2018.
  3. Stephanie Zacharek: Cannes Review: Spike Lee's BlackKklansman Is the Movie We Need Now – And It's Funny, Too. In: Time, 15. Mai 2018.
  4. Daniel Kreps: Spike Lee, Jordan Peele Team for 'Black Klansman' Thriller In: Rolling Stone, 8. September 2017.
  5. https://www.afro.com/lees-blackkklansman-wins-at-cannes/
  6. Black Klansman – Spike Lee holt Jordan Peele für Ku-Klux-Klan-Crime-Thriller. In: moviepilot.de, 11. September 2017.
  7. Zeba Blay: Jordan Peele And Spike Lee Are Making A Thriller Called ‘Black Klansman’. In: The Huffington Post, 11. September 2017.
  8. http://www.zerchoo.com/film/spike-lee-to-direct-denzel-washingtons-son-in-black-klansman/
  9. Eric Kohn: Adam Driver on White Privilege, ‘Star Wars,’ and Why ‘BlacKkKlansman’ Reflects His Desire to Chase His Favorite Directors. In: indiewire.com, 16. Mai 2018.
  10. Joe Utichi: The Renaissance Of Topher Grace: Two Movies In Cannes & A Feted Turn As David Duke In ‘BlacKkKlansman’ – Cannes Studio. In: deadline.com, 16. Mai 2018.
  11. Kaleem Aftab: BlacKkKlansman, Cannes 2018, review: Spike Lee takes President Trump to task. In: independent.co.uk, 15. Mai 2018.
  12. a b Peter Bradshaw: BlacKkKlansman review – Spike Lee's clanging rebuke to the New Trump Order. In: The Guardian, 14. Mai 2018.
  13. Terence Blanchard Reteaming with Spike Lee on ‘Black Klansman’. In: filmmusicreporter.com, 19. März 2018.
  14. In Terence Blanchard’s hands, a trumpet is an instrument of protest. In: The Boston Globe, 5. Juni 2018.
  15. 'BlacKkKlansman' Soundtrack Details. In: filmmusicreporter.com, 3. August 2018.
  16. Jon Blistein: Prince Estate Plots New Album 'Piano and a Microphone 1983'. In: Rolling Stone, 7.Juni 2018.
  17. https://ew.com/music/2018/08/22/spike-lee-prince-blackkklansman-music-video/
  18. https://www.indiewire.com/2018/08/blackkklansman-soundtrack-prince-song-mary-dont-you-weep-1201991213/
  19. https://www.bustle.com/p/the-prince-song-in-the-blackkklansman-credits-is-one-of-many-previously-unheard-tracks-by-the-late-artist-10052612
  20. Zack Sharf: 2018 Cannes Film Festival Lineup: Spike Lee, Jean-Luc Godard, and More to Compete for Palme d’Or. In: indiewire.com, 12. April 2018.
  21. Tatiana Siegel und Chris Gardner: Cannes: Spike Lee's 'BlacKkKlansman' Draws 10-Minute Standing Ovation. In: The Hollywood Reporter, 14. Mai 2018.
  22. http://www.filmstarts.de/nachrichten/18518836.html
  23. Tobias Tißen: Ein Schwarzer beim Ku-Klux-Klan: Deutscher Trailer zur Cop-Comedy „BlacKkKlansman“. In: filmstarts.de, 4. Juni 2018.
  24. BlacKkKlansman. In: nowehoryzonty.pl. Abgerufen am 15. Juli 2018.
  25. Ariston Anderson: Locarno: International Lineup Features Films From Masters, Up-and-Coming Directors. In. The Hollywood Reporter, 11. Juli 2018.
  26. BlacKkKlansman. In: locarnofestival.ch. Abgerufen am 14. Juli 2018.
  27. Anthony D'Alessandro: Spike Lee’s 'BlacKkKlansman' To Open This Summer In: deadline.com, 9. April 2018.
  28. Starttermine Deutschland In: insidekino.com. Abgerufen am 14. April 2018.
  29. Erste Kinovorführung in Saudi-Arabien seit 35 Jahren In: Zeit Online, 21. April 2018.
  30. https://www.moviejones.de/news/news-neues-blackkklansman-poster-unterwandert-den-hass-jawoll_32604.html
  31. BlacKkKlansman. In: parentpreviews.com. Abgerufen am 21. August 2018.
  32. Freigabebegründung für BlacKkKlansman In: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Abgerufen am 23. August 2018.
  33. The Most Anticipated Movies of 2018 In: Variety, 26. Dezember 2017.
  34. BlacKkKlansman. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 27. August 2018.
  35. Anke Leweke und Patrick Wellinski im Gespräch mit Britta Bürger: Filmfestspiele Cannes: Ein würdiger Preisträger und eine Rede wie ein Donnerhall. In: Deutschlandfunk Kultur, 19. Mai 2018.
  36. Emily Yoshida: Spike Lee’s 'BlacKkKlansman' Is Stylish, Hilarious, and Utterly Uncompromising. In: Vulture, 14. Mai 2018.
  37. Tim Robey: BlacKkKlansman review: Spike Lee's KKK comedy is a rollicking Cannes contender. In: The Telegraph, 15. Mai 2018.
  38. Frank Schnelle: Kritik zu 'BlacKkKlansman' In: epd Film, 30. Juli 2018.
  39. Verena Lueken: „BlacKkKlansman“ im Kino – an einem Tag wie heute. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. August 2018.
  40. https://www.boxofficemojo.com/movies/?page=main&id=blackkklansman.htm
  41. Top 100 Deutschland 2018. In: insidekino.com. Abgerufen am 18. September 2018.
  42. Perlak: 66 Edición 2018. In: sansebastianfestival.com. Abgerufen am 14. August 2018.
  43. Das sind die Gewinner in Cannes. In: Spiegel Online, 19. Mai 2018.
  44. Locarno Festival: Palmarès 2018. Abgerufen am 11. August 2018.
  45. BlacKkKlansman. In: sff.org.au. Abgerufen am 16. Juni 2018.
  46. Jérémie Couston: Son film à Cannes, son style, ses prix… tout savoir sur Spike Lee, en compétition avec „BlacKkKlansman“. In: telerama.fr, 14. Mai 2018.
  47. a b Peter Debruge: Cannes Film Review: Spike Lee’s 'BlacKkKlansman'. In: Variety, 14. Mai 2018.
  48. Filmfestspiele Cannes: Bella Hadid bei Premiere von Spike-Lee-Film „BlacKkKlansman“. In: Stuttgarter Zeitung, 15. Mai 2018.
  49. a b https://www.sz-online.de/nachrichten/kultur/schwarzer-mann-im-ku-klux-klan-3935923.html
  50. https://www.theguardian.com/film/2018/may/14/blackkklansman-review-spike-lee-adam-driver-cannes-2018
  51. https://www.hollywoodreporter.com/news/cannes-spike-lees-blackkklansman-draws-10-minute-standing-ovation-1111550
  52. http://www.critic.de/special/cannes-2018-palmen-fuers-kino-der-guten-absichten-4221/