Black Betty

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Black Betty (Roud 11668) ist ein afroamerikanisches Arbeiterlied aus dem 20. Jahrhundert. Als Autor des Liedes wird üblicherweise der Bluesmusiker Leadbelly genannt, obwohl die frühesten Aufnahmen nicht von ihm stammen. Es gibt zahlreiche Aufnahmen des Stückes, wobei die Bandbreite von A-cappella-Versionen über Folk- bis hin zu Rock-Arrangements reicht. Zu den bekanntesten Versionen des Songs gehören die Aufnahmen von Ram Jam, Tom Jones und Spiderbait, die alle Hits waren.

Bedeutung und Ursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprung und Bedeutung des Liedtextes sind umstritten. In der Vergangenheit wurde „Black Betty“ als Spitzname für verschiedene Dinge benutzt, etwa eine Muskete, eine Flasche Whisky, eine Peitsche oder einen Gefangenentransportwagen. Nach verschiedenen Quellen kommt jeder dieser Begriffe als Motiv des Liedes in Frage.

Frühe Aufnahmen, 1933–39[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lied wurde erstmals 1933 von den Musikforschern John und Alan Lomax aufgenommen, A cappella vorgetragen von James Baker und weiteren Strafgefangenen im Staatsgefängnis in Sugar Land, Texas. In der Folgezeit nahmen die beiden Musikforscher noch weitere Versionen des Liedes auf.

1939 spielte Leadbelly für Musicraft Records seine Version des Liedes in New York ein, als Medley mit zwei weiteren Liedern, Looky Looky Yonder und Yellow Woman’s Doorbells. Die Aufnahme wurde im gleichen Jahr in einem Album namens Negro Sinful Songs sung by Lead Belly mit 5 Schellackplatten veröffentlicht.

Nach 1939[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Leadbellys Version von 1939 ebenfalls noch A cappella war, kam bei den meisten nachfolgenden Aufnahmen zumindest eine Gitarre als Begleitinstrument dazu. 1964 gab es gleich drei Aufnahmen im Stil der Folkmusik, und zwar von Odetta (als Medley mit Looky Yonder), von Dave „Snaker“ Ray und von Alan Lomax selbst.

1968 veröffentlichte Manfred Mann unter dem Namen Big Betty eine Version mit geändertem Text auf dem Album Mighty Garvey. 1972 spielte Manfred Mann’s Earth Band Black Betty live in John Peels BBC-Sendung In Concert.[1]

1976 nahm die Band Starstruck aus Cincinnati eine Rockversion des Liedes mit verändertem Text auf, die jedoch nicht sehr erfolgreich war.[2]

Versionen von Ram Jam und Spiderbait[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1977 spielte die US-amerikanische Rockband Ram Jam – zu der auch der frühere Starstruck- und Lemon-Pipers-Gitarrist Bill Bartlett gehörte – die Starstruck-Version für Epic Records erneut ein; Produzenten waren Jerry Kasenetz und Jeff Katz. Die Aufnahme erreichte in den Vereinigten Staaten Platz 18 der Billboard Hot 100, Platz 7 in den britischen Singlecharts und Platz 25 in Deutschland. Gleichzeitig riefen Bürgerrechtsorganisationen wie NAACP und Congress of Racial Equality zum Boycott des Liedes auf.

2004 veröffentlichte die australische Band Spiderbait eine etwa schnellere Version von Black Betty auf ihrem Album Tonight Alright, produziert von Sylvia Massy. Die Aufnahme stieg bis auf Platz 1 der australischen Musikcharts. In Amerika erreichte das Stück Platz 32 der Billboard Mainstream Rock Songs. Black Betty gehörte 2004 auch zum Soundtrack des Films Trouble ohne Paddel sowie des Rennspiels Need for Speed: Underground 2.

Liste ausgewählter Aufnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lewis Collins: Historical Sketches of Kentucky. Cincinnati: James & Co. (1848).
  • Richard H. Thornton (ed.): An American Glossary. Philadelphia: J.B. Lippincott Company (1912).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Not Quite Overnight Sensations - Part 2 auf den Seiten des Manfred Mann Fan Club (englisch)
  2. Starstruck auf Buckeye Beat (englisch)
  3. Erstaufnahme von Black Betty 1933 auf YouTube
  4. Leadbelly mit Black Betty auf YouTube
  5. Koerner, Ray & Glover mit Black Betty auf YouTube
  6. Manfred Mann mit Black Betty auf YouTube
  7. Starstruck mit Black Betty auf YouTube
  8. Ram Jam mit Black Betty auf YouTube
  9. Nick Cave & The Bad Seed mit Black Betty auf YouTube
  10. Tom Jones mit Black Betty auf YouTube
  11. Spiderbait mit Black Betty auf YouTube
  12. SOiL mit Black Betty auf YouTube
  13. Ministry mit Black Betty auf YouTube
  14. The Melvins mit Black Betty auf YouTube
  15. Scooter mit Black Betty auf YouTube
  16. Sari Schorr mit Black Betty auf YouTube