Blago Zadro

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Blago Zadro (Mitte) zwischen den Gruppenkommandeuren Andrija Marić (links) und Marko Babić vor zerstörten Panzerfahrzeugen der Jugoslawischen Volksarmee in der Trpinja Straße von Vukovar (1991).

Blago Zadro (* 31. März 1944 in Donji Mamići, zu Grude, Unabhängiger Staat Kroatien; † 16. Oktober 1991 in Vukovar, Jugoslawien) war während des Kroatienkrieges der Kommandant der nördlichen kroatischen Verteidigungskräfte in der Schlacht um Vukovar. Zadro wurde bei einem Angriff serbischer Truppen in Borovo Selo erschossen.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Jugendfoto von Blago Zadro

Zadro wurde in dem Dorf Donji Mamići, bei Grude in der Herzegowina geboren. Seine Familie zog 1954 in den nordkroatischen Ort Borovo Naselje, einen nordöstlichen Industrie-Vorort von Vukovar. Nach seiner schulischen Ausbildung arbeitete er im örtlichen Kombinat „Borovo“. Mit seiner Ehefrau Katica hatte er die Söhne Robert, Tomislav und Josip.

Zu Beginn der Konflikte innerhalb Jugoslawiens, Anfang der 1990er Jahre, war Zadro in der neugegründeten kroatischen Partei Hrvatska demokratska zajednica politisch aktiv und wurde deren Vizepräsident in Vukovar. In dieser Funktion organisierte er später unter anderem die Verteidigung der Stadt Vukovar gegen die Truppen der Jugoslawischen Volksarmee und serbische Freischärler, sogenannte Tschetniks. Zadro wurde Mitglied der Verteidigungstruppen und kommandierte als solcher das 3. Bataillon der 204. Vukovarer Brigade der kroatischen Armee. Legendär wurde Zadro durch die Verteidigung der Trpinjska cesta (Trpinja Straße), die wegen der vielen dabei kampfunfähig gemachten Panzer auch als „Panzerfriedhof“ (Groblje tenkova) bezeichnet wurde.

Tod und Ehrungen[Bearbeiten]

Gemeinschaftsgrab von Blago Zadro und seinem Sohn Robert auf dem neuen Friedhof von Vukovar
Gedenkstätte für Blago Zadro (Vukovar, Trpinjska cesta)

Blago Zadro wurde am 16. Oktober 1991 in Vukovar von serbischen Truppen im Kampf getötet. Sein Leichnam wurde erst 1998 in einem Massengrab in Borovo Naselje aufgefunden und auf dem Soldatenfriedhof von Vukovar beigesetzt. Er ist in einem Gemeinschaftsgrab mit seinem Sohn Robert bestattet, der 1992 als Angehöriger der ATJ Lučko bei der Schlacht um Kupres fiel.

Nach seinem Tod wurde Zadro posthum zum Generalmajor (General bojnik) ernannt. Die Militärschule des Hauptquartiers der kroatischen Armee trägt heute seinen Namen (Zapovjedno-stožerna škola „Blago Zadro“).

Seit seinem Einsatz wird Blago Zadro als Freiheitskämpfer für ein unabhängiges Kroatien gesehen. Der ehemalige Sprecher des kroatischen Parlaments Vladimir Šeks begann eine Rede im Februar 2008 mit den Worte: „Ohne Menschen wie Blago Zadro würde es kein Kroatien geben“.

Die Geschichte von Blago Zadro wurde im Film The trinity of Vukovar (2009) thematisiert.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]