Blaichach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Blaichach
Blaichach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Blaichach hervorgehoben

Koordinaten: 47° 33′ N, 10° 16′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 729 m ü. NHN
Fläche: 50,1 km2
Einwohner: 5809 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 116 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87544
Vorwahlen: 08321, 08323
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 115
Gemeindegliederung: 11 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 3
87544 Blaichach
Website: gemeinde-blaichach.de
Erster Bürgermeister: Christof Endreß (CSU)
Lage der Gemeinde Blaichach im Landkreis Oberallgäu
ÖsterreichBaden-WürttembergLandkreis Lindau (Bodensee)Kempten (Allgäu)Landkreis UnterallgäuLandkreis OstallgäuKempter Wald (gemeindefreies Gebiet)WildpoldsriedWiggensbachWertachWeitnauWaltenhofenSulzberg (Landkreis Oberallgäu)SonthofenRettenbergOfterschwangOberstdorfOberstaufenObermaiselsteinOy-MittelbergMissen-WilhamsLauben (Landkreis Oberallgäu)Immenstadt im AllgäuBad HindelangHaldenwang (Landkreis Oberallgäu)Fischen im AllgäuDurachDietmannsriedBurgberg im AllgäuBuchenbergBolsterlangBlaichachBetzigauBalderschwangAltusriedKarte
Über dieses Bild
Kirche
Offizielles Logo von Blaichach
Blaichach von Südwesten

Blaichach ist eine Gemeinde im Landkreis Oberallgäu (Schwaben, Bayern).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im schwäbischen Landkreis Oberallgäu. Es grenzt im Osten an Burgberg, die Kreisstadt Sonthofen, Ofterschwang und Bolsterlang, im Südwesten an Balderschwang, im Westen an Oberstaufen sowie im Norden an Immenstadt.

Im nordöstlichen Gemeindegebiet wird Blaichach von der Iller durchflossen.

Blaichach ist Mitglied des deutsch-österreichischen Gemeinschaftsprojekts Naturpark Nagelfluhkette.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 11 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Daneben gibt es die 3 nicht amtlich benannten Gemeindeteile Gunzesrieder Säge, Kapf und Kühberg.

Es gibt die Gemarkungen Blaichach und Gunzesried.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1275 erstmals als Bilaicha erwähnt. Die Grafen von Montfort-Rothenfels bauten 1494 eine Zollbrücke über die Iller, womit die wichtige Salzstraße von Oberjoch nach Lindau direkt an Blaichach vorbeiführte. Blaichach war Bestandteil der Grafschaft Königsegg-Rothenfels, die 1804 an Österreich vertauscht wurde und im Frieden von Preßburg (1805) an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg bestand vom Juli 1944 bis Mai 1945 im Bereich des heutigen Bosch-Werks westlich der Sonthofener Straße ein Außenlager des KZ Dachau, in dem 730 Männer inhaftiert waren, die für die Bayerischen Motorenwerke (BMW) in der Rüstungsproduktion Zwangsarbeit verrichten mussten. Über den Gräbern von vier sowjetischen und einem niederländischen KZ-Opfer auf dem Friedhof erinnert ein Gedenkstein an das Geschehen.[3]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 die Gemeinde Gunzesried mit über 1000 Einwohnern in die Gemeinde Blaichach eingegliedert.[4] 1978 kam es zur Bildung der aus den Gemeinden Blaichach und Burgberg im Allgäu bestehenden Verwaltungsgemeinschaft Blaichach, die aber 1980 wieder aufgelöst wurde. Von 1990 bis 1996 wurde der Ortskern saniert, so erfolgte die Umgestaltung des Kirchplatzes, die Integration des alten Friedhofs in den Neuen Friedhof sowie der Bau einer Ortsumfahrung.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1988 bis 2008 wuchs Blaichach um 599 Einwohner bzw. um 12 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 4993 auf 5811 um 818 Einwohner bzw. um 16,4 %.

Jahr 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 2898 4010 3803 4828 4970 5287 5280 5554 5573 5629 5751

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Christof Endreß (Wählergemeinschaft Blaichach-Bihlerdorf-Gunzesried). Dieser trat am 1. Mai 2014 die Nachfolge von Otto Steiger (2002–2014) an, der nicht mehr kandidierte. Endreß wurde am 15. März 2020 als gemeinsamer Bewerber von CSU, Grüne, SPD, FW und PW mit 87,84 % für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt.

Gemeinderat ab 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung[5] im Rathaus:

  • CSU: 5 Sitze
  • Freie Wählerschaft Bihlerdorf-Gunzesried: 5 Sitze
  • Parteifreie Wählerschaft: 4 Sitze
  • Grüne: 3 Sitze
  • SPD: 3 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Blaichach.svg
Blasonierung: „In Silber über zwei schräg gekreuzten grünen Eichenblättern eine dreilatzige rote Fahne, der nebeneinander drei schräg gestellte goldene Quadrate aufgelegt sind.“[6]

Wappenführung seit 1966.

Wappenbegründung: Vorlage des Gemeindewappens ist ein Wappen, das sich auf dem Taufstein in der alten Kirche von Blaichach befindet. Es zeigt die dreilatzige Fahne der Grafen von Montfort in einer seltenen Variante: mit drei auf der Spitze stehenden Vierecken. Diese Vierecke sind auch auf dem 1483 gemalten Flügelaltar in Langenargen zu sehen, auf dem das Wappen zusammen mit dem Stifterpaar Hugo von Montfort-Rothenfels und seiner Frau Elisabeth von Werdenberg dargestellt ist. Das Montfortsche Wappens weist auf die Herrschaft der Grafen im Ort und steht für die vielen Adelshäuser und Klöster, die die Geschichte des Ortes geprägt haben. Die Grafen bauten 1494 eine Zollbrücke über die Iller. Die wichtige Salzstraße von Oberjoch nach Lindau verlief nun direkt an Blaichach vorbei. Die Eichen stehen redend für den Ortsnamen. Blaichach wird 1275 erstmals als Bilaicha erwähnt, man deutete diese Bezeichnung als „bei den Eichen“. Der Ort ist aber eher nach dem gleichnamigen vorbei fließenden Bach benannt. Bis 1451 hieß der Fluss Blaichach. Heute wird er im Oberlauf Au-Bach genannt, im Unterlauf Schwarzenbach. Bleiche bedeutet weiße, hell schimmernde Ach.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alpenglühen, Blick vom Allgäuer Berghof (Gemeinde Blaichach) über das Sonthofener Tal

Es gab 1998 2.028 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zehn, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 66 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.808 Hektar.

Das Wirtschaftsforum Blaichach ist ein Zusammenschluss von Blaichacher Unternehmen. Es verfolgt verschiedene Ziele, um die Attraktivität der Gemeinde Blaichach zu steigern.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Blaichach liegt an der Bahnstrecke Immenstadt–Oberstdorf. Die 1901 erbaute Hohe Brücke über die Gunzesrieder Ach westlich des Gemeindeteils Gunzesried war eine der ältesten Stahlbetonbrücken Deutschlands. Sie wurde gegen den Widerstand der Denkmalpflege durch einen Neubau ersetzt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einem Kindergarten unterhält die Gemeinde eine Volksschule mit integrierter Grundschule und Mittelschule. Die Schüler der Mittelschule kommen hauptsächlich aus Blaichach und Gunzesried, aber auch aus der anliegenden Gemeinde Burgberg und teilweise aus Sonthofen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ossi Reichert (* 25. Dezember 1925; † 16. Juli 2006), Skirennläuferin und Olympiasiegerin
  • Karl Läufle (* 1. August 1929; † 20. August 2009), Altbürgermeister, Gemeindearchivar und Träger des Bundesverdienstkreuzes[7]
  • Claire Beyer (* 13. Juli 1947), Schriftstellerin
  • Florian Beck (* 7. Januar 1958), Skirennläufer
  • Thomas Gehring (* 27. Juli 1958), Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), bayerischer Landtagsabgeordneter

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Blaichach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Blaichach – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Blaichach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 15. August 2019.
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 120
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 571.
  5. Ergebnis der Kommunalwahl 2014
  6. Eintrag zum Wappen von Blaichach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Trauer um Altbürgermeister – Karl Läufle stirbt im Alter von 80 Jahren. RSA, 22. August 2009, abgerufen am 22. März 2014.