Blankenburg (Harz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Blankenburg (Harz)
Blankenburg (Harz)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Blankenburg (Harz) hervorgehoben
Koordinaten: 51° 48′ N, 10° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Harz
Höhe: 288 m ü. NHN
Fläche: 148,89 km2
Einwohner: 20.294 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 06502 (Timmenrode),
38889 (Blankenburg (Harz), Cattenstedt, Heimburg, Hüttenrode, Wienrode),
38895 (Derenburg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 03944, 03947, 039453
Kfz-Kennzeichen: HZ, HBS, QLB, WR
Gemeindeschlüssel: 15 0 85 055
Stadtgliederung: 7 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Harzstraße 3
38889 Blankenburg (Harz)
Webpräsenz: blankenburg.de
Bürgermeister: Heiko Breithaupt (CDU)
Lage der Stadt Blankenburg (Harz) im Landkreis Harz
Ballenstedt Blankenburg (Harz) Ditfurt Falkenstein/Harz Groß Quenstedt Halberstadt Harsleben Harzgerode Hedersleben Huy Ilsenburg (Harz) Nordharz Oberharz am Brocken Osterwieck Quedlinburg Schwanebeck Selke-Aue Thale Wegeleben WernigerodeKarte
Über dieses Bild

Blankenburg (Harz) ist eine Stadt im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt, Deutschland. Sie trägt seit November 2016 den Titel Staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Blankenburg (Harz) liegt dicht am Nordrand des Harzes in etwa 234 m Höhe. Blankenburg (Harz) befindet sich westlich von Quedlinburg, südlich von Halberstadt und östlich von Wernigerode. Der Goldbach fließt durch den nordwestlich des Stadtzentrums gelegenen Stadtteil Oesig.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die um 1200 angelegte historische Altstadt schmiegt sich nördlich an den Blankenstein, auf dem sich heute das Schloss Blankenburg befindet. Dieser Stadtkern ist anhand des Verlaufs der ehemaligen und noch bestehenden Stadtmauer nachvollziehbar. Ab dem 18. Jahrhundert kann von einer Überwindung dieser engen Grenzen gesprochen werden. In diese Zeit fällt im Wesentlichen die Anlage der Parks und Gärten sowie repräsentativer Gebäude im barocken Stil. Im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Villen im klassizistischen, historistischen und im Jugendstil erbaut, die sich westlich, nördlich und östlich der Altstadt bis in höhere Berglagen erstrecken. Die Stadtränder sind von Wohn- und Gewerbegebieten des 20. und 21. Jahrhunderts geprägt.

Neben dieser Kernstadt gehören die dörflichen Ortsteile Börnecke, Cattenstedt, Heimburg, Hüttenrode, Timmenrode, Wienrode und die Stadt Derenburg zu Blankenburg (Harz). Am 1. Juli 2014 ist das neue Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt in Kraft getreten. In dessen §14 (2) wird den Gemeinden die Möglichkeit gegeben, den Ortsteilen, die vor der Eingemeindung Städte waren, diese Bezeichnung zuzuerkennen.[2] Die Stadt Blankenburg (Harz) hat von dieser Regelung Gebrauch gemacht. Ihre geänderte Hauptsatzung ist mit Wirkung vom 13. Januar 2017 in Kraft getreten.

Des Weiteren gibt es Birkental, Gehren, Helsungen, Michaelstein, Oesig, Pfeifenkrug, Regenstein, Sonnenbreite, Stuckenbreite und Westend als inoffizielle Bezeichnungen für Stadtteile.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordharz Halberstadt
Wernigerode Nachbargemeinden Quedlinburg
Oberharz am Brocken Thale

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Stadtgründung bis 1599[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blankenburg (Harz) mit Schloss im Hintergrund
Luftaufnahme des Blankenburger Marktplatzes mit Rathaus

Funde in der weiteren Umgebung der Stadt Blankenburg verweisen auf unterschiedliche Besiedlungsphasen des nördlichen Harzvorlandes seit der Jungsteinzeit bis in die Römische Kaiserzeit.[3] Für die Zeit von ca. 400 bis 600 n. Chr., die sogenannten Völkerwanderungszeit, kann aufgrund fehlender archäologischer Spuren eine massive Entvölkerung dieser Region angenommen werden.

Die erste urkundliche Erwähnung der Burg Blankenburg geht auf das Jahr 1123 in einer Urkunde Kaisers Lothar von Supplinburg zurück. Dieser setzte späterhin Poppo I. von Blankenburg, einen Verwandten des Bischofs Reinhard von Halberstadt, als Ministerialien auf die Burg, die auf einem blanken Kalkfelsen an der Stelle des jetzigen Schlosses stand. Den Nachkommen Poppos, die als Grafen von Regenstein-Blankenburg bezeichnet werden, unterstanden in der Folgezeit auch die nahe Burg Regenstein und auch die Burg Heimburg. Die Grafschaft Blankenburg bestand als ein welfisches Lehen, wobei die Lehnshoheit gelegentlich auch durch das Bistum Halberstadt eingefordert wurde. 1180/82 ließ Friedrich Barbarossa die Blankenburg verwüsten, weil es sich der „Alleintreue“ zum Welfen Heinrich dem Löwen verschworen hatte.

Eine erste Erwähnung der Stadt Blankenburg, deren Name sich von der Burg herleitet, findet sich zweifelsfrei 1212 in einer Urkunde des Bischofs von Halberstadt. Am Ende des 12. Jahrhunderts verpfändete die Äbtissin von Quedlinburg abteiliche Güter an Blankenburger Juden. Diese haben offenbar zu der Zeit in Blankenburg und auch in Quedlinburg gewohnt.[4] Eine Synagoge in dieser Zeit und auch der Neuzeit ist nicht belegt. Die Gründung der planmäßig errichteten Stadt, deren mittelalterliche Struktur heute noch erkennbar ist, erfolgte vermutlich um 1200. Eine nochmalige starke Zerstörung Blankenburgs fand 1386 statt. Ebenso übernahm die Heimburger Linie der Grafen Regenstein-Blankenburg nach dem Aussterben der anderen Blankenburger Linien die Hoheit über Stadt und Burg im 14. Jahrhundert.

Die Bausubstanz des Blankenburger Rathauses geht vor allem auf das späte Mittelalter und die Renaissancezeit zurück. Eine sich am Bergeshang abbildende hierarchische Struktur von Bürgertum (Rathaus), Kirche (St. Bartholomäus) und weltlicher Herrschaft (Burg/Schloss) ist noch heute stadtbildprägend.

Nach dem Tode des letzten Grafen von Regenstein, Johann Ernst, fiel die Grafschaft 1599 als „erledigtes Lehen“ an die Herzöge zu Braunschweig-Lüneburg zurück.

Von der Verwüstung zur Residenzstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blankenburg um 1708, noch vor dem Ausbau zur Residenzstadt
Das Kleine Schloss mit Terrassengarten

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Blankenburg von Wallenstein hart bedrängt und 1625 besetzt. Neun im Rathaus eingemauerte Kanonenkugeln erinnern an diese für Blankenburg schwere Zeit. Nach dem Krieg lag die Stadt weitestgehend brach.

Die Herzöge zu Braunschweig-Lüneburg machten den Ort im 17. Jahrhundert zu einer Nebenresidenz, die ihre Blütezeit (1690–1731) unter Herzog Ludwig Rudolf, dem zweiten Sohn Anton Ulrichs von Wolfenbüttel, hatte. Rudolf erhielt Blankenburg 1707 als Paragium. Gleichzeitig wurde die Grafschaft Blankenburg zu einem Reichsfürstentum erhoben und bis 1731 selbständig regiert, dann aber durch Ludwig Rudolf wieder mit Braunschweig vereint. Durch die fürstliche Förderung von Berg- und Hüttenwesen erlebte die Stadt auch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Unter Ludwig Rudolf wurden viele repräsentative Gebäude und Anlagen geschaffen, deren Entwürfe nicht selten vom Baumeister Hermann Korb stammten. Die im Dreißigjährigen Krieg entstandenen Baulücken wurden geschlossen, wobei eine vollständige Bebauung innerhalb der Stadtmauern erst wieder Mitte des 19. Jahrhunderts erreicht werden konnte.

Ein reges kulturelles Leben regte der Fürst an, das sich in den Aufzeichnungen seiner Festspiele und Theatervorführungen widerspiegelt. Auf dem Blankenburg Schloss gastierte unter anderem die Revolutionärin des deutschen Theaters Caroline Neuber. Nicht zuletzt durch Bemühungen um sein Blankenburger Gut und die Unterstützung des Fürsten prägte Berend Lehmann diese Zeit deutlich, so dass bspw. für kurze Zeit sogar eine hebräische Druckerei in der Stadt existierte.

Neubauten und Umbauten unter Herzog Ludwig Rudolf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Umbau des Großen Schlosses zur barocken Residenz
  • Herzogliche Domäne in der Altstadt
  • Barocke Gärten mit Kleinem Schloss
  • Schützenhaus auf dem Thie (nicht erhalten)
  • Palais Behrend Lehmanns (Heutige Stadtverwaltung)

Im Siebenjährigen Krieg gewährte die völlige Neutralität der Stadt dem braunschweigischen Hofe eine sichere Zuflucht. In Blankenburg wohnte auch Ludwig XVIII. nach seiner Flucht aus Dillingen unter dem Namen „Graf von Lille“ vom 24. August 1796 bis zum 10. Februar 1798. Seit 1731 war das Fürstentum zwar dauernd mit Braunschweig-Wolfenbüttel in Personalunion verbunden, blieb jedoch bis 1805 selbständiger Reichsstand.

Von 1805 bis Ende des Zweiten Weltkriegs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blankenburger Stadtplan von 1891
Blankenburg um 1900

Von 1807 bis 1813 gehörte Blankenburg zum Königreich Westphalen. Nach dem Wiener Kongress wurde der Landkreis Blankenburg aus den ehemaligen Braunschweigischen Harzgebieten und der Grafschaft Blankenburg neu gebildet.

Mit der Reichsgründung 1871 kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung in der Harzstadt. 1872 erfolgte die Gründung der Harzer Werke zur Verhüttung und Verarbeitung der Erze des Blankenburger Gebietes, und Jahr 1873 der Anschluss an das Schienennetz durch die Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn. Gleichsam nahm der Fremdenverkehr zu, so dass Hotels und Pensionen entstanden. Unter diesen positiven Voraussetzungen nahm auch die Bevölkerungszahl erheblich zu. Einerseits ließen sich deutsche und polnische Arbeiter aus dem Osten nieder, wodurch 1882 die katholische Kirche St. Josef, andererseits wählten Pensionäre aus den naheliegenden Großstädten Blankenburg als Alterssitz. In diesem Zusammenhang entstanden ausgedehnte Gebiete mit Jugendstilvillen. 1885 wurde auch die Strecke der Rübelandbahn eingeweiht.

Der Naturheilkundler Adolf Just gründete 1918 die Heilerde-Gesellschaft Luvos Just GmbH in Blankenburg. In dieser Tradition stehen auch die Erbauung und Inbetriebnahme des Teufelsbades 1938 und die folgende Anerkennung als Heilbad 1940. Am Rande der Stadt besteht diese Tradition durch die Teufelsbad Fachklinik fort, wobei der Status als Heilbad zugunsten eines anderen touristischen Gesamtprofils seit dem 21. Jahrhundert nicht weiter angestrebt wird.

Bereits zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurden Nazigegner verfolgt und ermordet. Bei einer berüchtigten Aktion des Braunschweiger SS-Führers Jeckeln wurden im September 1933 140 Kommunisten und Sozialdemokraten in der Gastwirtschaft Zur Erholung zusammengetrieben. Hier und im Blankenburger Hof wurden sie schwer misshandelt, so dass an den Folgen einige starben. Im Gefolge der Reichspogromnacht wurden Blankenburger Juden in verschiedene Lager deportiert. Bei der Volkszählung am 17. Mai 1939 waren noch zwölf jüdische Bürger registriert, darunter fünf Männer.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde in den Klosterwerken (Harzer Werke) Dr. Dasch das Außenlager Blankenburg-Oesig des KZ Buchenwald eingerichtet und kurz darauf dem KZ Mittelbau-Dora unterstellt, in dem rund 500 Häftlinge in den Klosterwerken und den Oda-Werken Zwangsarbeit verrichten mussten. Außerdem bestand ein von der Gestapo betriebenes Arbeitslager für „Halbjuden“, die zur Schwerstarbeit gezwungen wurden. Ein weiteres Lager wurde im Februar 1945 mit Häftlingen des Auschwitzer Außenlagers Fürstengrube belegt und als Außenlager Blankenburg-Regenstein geführt.

Die Besetzung der von deutschen Truppen weitgehend geräumten Stadt am 20. April 1945 durch US-Truppen erfolgte nach mehrtägigen Jagdbomber-Angriffen, Artillerie- und Panzerbeschuss. Es gab entsprechende Zerstörungen und Opfer auch unter der Zivilbevölkerung.[5]

Vom Kriegsende 1945 bis Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1815 bis 1945 war Blankenburg die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Bei der Einteilung Deutschlands in Besatzungszonen 1945 wurde der Landkreis Blankenburg zwar nach der Potsdamer Konferenz und dem Londoner Protokoll der britischen Zone zugeordnet. Da der größere Ostteil des Kreises aber nur durch eine Straße und eine Schmalspurbahn mit dem Rest der britischen Zone verbunden war, wurde die Grenzziehung korrigiert und Blankenburg der sowjetischen Besatzungszone zugesprochen. Der größte Teil des Kreises gehörte somit später zur DDR und danach zum Land Sachsen-Anhalt. Der Hauptteil des ehemaligen Landes Braunschweig kam zur britischen Zone und damit zu Niedersachsen. Seit 1952 gehörte Blankenburg zum Landkreis Wernigerode. In der Nachkriegszeit wuchs die Bevölkerung der Stadt durch den Zuzug von Aussiedlern und Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten.

Die Stollen der Anlage Blankenburg-Regenstein wurden seit 1974 von der Nationalen Volksarmee der DDR als großes und atombombensicheres Munitionsdepot genutzt und ausgebaut. 1992 bezog die Bundeswehr das 8 km lange Stollensystem und legte dort „die größte unterirdische Apotheke der Welt“ an: für Routine-Aufgaben der Bundeswehr, aber auch für Katastrophenhilfe in aller Welt und für den militärischen „Ernstfall“.[6]

Ab 1987 wurde die Kirche St. Bartholomäus zur Begegnungsstätte politischer Gegner des politischen Systems der DDR. Im Jahr 1990 war Blankenburg Ausrichter des Kulturfestes Tag der Braunschweigischen Landschaft. Im gleichen Jahr wurde Blankenburg wiederum Teil des neugegründeten Bundeslands Sachsen-Anhalt. Mit dem Entstehen der Berliner Republik begann die Umstrukturierung der Blankenburger Verwaltung. Die Sanierung des historischen Gebäudebestands (Altstadt, Gärten und Schloss), der demographische Wandel sowie der Erhalt und die Stärkung der Infrastruktur und Wirtschaft wurden zu Kernaufgaben nach 1990.

Seit 2007 ist Blankenburg Teil des Landkreises (Harz). Am 1. Januar 2010 wurden die ehemals selbständigen Orte Cattenstedt, Derenburg, Heimburg, Hüttenrode, Timmenrode und Wienrode eingemeindet.[7]

Zur Darstellung der Entwicklung des Postwesens siehe: Postgeschichte von Blankenburg und Postroute Braunschweig-Blankenburg.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtratswahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 39,91 % (+9,6 %p)
 %
40
30
20
10
0
39,09 %
14,01 %
11,34 %
7,00 %
4,47 %
4,14 %
3,45 %
3,19 %
13,31 %
Pro B.d
UBe
FFWf
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2010
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
+11,80 %p
+0,03 %p
+2,71 %p
-2,07 %p
+4,47 %p
+2,15 %p
+0,94 %p
+3,19 %p
-13,22 %p
Pro B.d
UBe
FFWf
Sonst.
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Pro Blankenburg
e Union Blankenburg
f Freiwillige Feuerwehr Derenburg

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat setzt sich seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wie folgt zusammen:[9]

  • CDU: 14 Sitze (+4)
  • LINKE: 5 Sitze (±0)
  • SPD: 4 Sitze (+1)
  • Bürgerinitiative Pro Blankenburg: 3 Sitze (±0)
  • Union Blankenburg: 2 Sitze (+2)
  • AfD: 1 Sitz (+1)
  • GRÜNE: 1 Sitz (±0)
  • Bürgeraktiv Wienrode BAW: 1 Sitz (−1)
  • Freiwillige Feuerwehr Derenburg: 1 Sitz (±0)
  • Interessengemeinschaft Pro Heimburg IGPH: 1 Sitz (±0)
  • Wählergemeinschaft Cattenstedt WGC: 1 Sitz (±0)
  • Wählergemeinschaft für umweltfreundliche Landwirtschaft Derenburg WUL: 1 Sitz (−1)
  • Wählergemeinschaft Timmenrode WGT: 1 Sitz (−1)
  • FDP: 0 Sitze (−2)
  • Freie Wählergemeinschaft Harz FWH: 0 Sitze (−1)
  • Gemeinsam für Kinder und Jugendliche/IG Kultur Derenburg GfKJ/IG-K: 0 Sitze (−1)
  • Einzelbewerber Frank Schade: 0 Sitze (−1)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen, Flagge und Banner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner, Wappen und Hissflagge
Banner Blankenburg (Harz).svg DEU Blankenburg (Harz) COA.svg
Flagge Blankenburg (Harz).svg

Das aktuelle Wappen wurde am 23. Juli 2016 im Amtsblatt in Kraft gesetzt und durch das frühere ersetzt; seine Blasonierung ist: „In Schwarz ein gefugter und gezinnter silberner Rundturm mit Sockel und schwarzer Toröffnung, begleitet vorn von einem silbernen Schild mit roter Hirschstange und hinten von einem silbernen Spangenhelm mit roten Hirschstangen als Helmzier.“ Die beiden Hauptfarben des Wappens sind Silber (Weiß) und Schwarz.[10]

Die Hissflagge ist schwarz-rot geteilt und mittig mit dem Stadtwappen belegt; das Banner ist schwarz-rot gespalten mit dem aufgelegten Wappen in der Mitte des Tuches.

Die vorhergehende Blasonierung lautete: „In Schwarz einen silbernen, auf einem gemauerten Sockel stehenden Turm mit in der Mitte ummauerter halbrunder, roter Toröffnung, oben von fünf Zinnen bekränzt; rechts begleitet von einem Schild in Silber mit nach links gewandter, vierendiger roter Hirschstange, links begleitet von einem silbernen Topfhelm mit zwei aufgesetzten, nach außen gewandten roten vierendigen Hirschstangen als Helmzier.“

Neben dem Turm als Sinnbild der Befestigung stehen Wappenschild und Helmzier der Grafen von Regenstein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme des Blankenburger Schlosses, davorliegend die Bergkirche St. Bartholomäus
Kleines Schloss mit Parkanlage

Bauwerke und Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das barocke Schloss Blankenburg (Harz) u.a. mit restauriertem und gelegentlich bespieltem Theatersaal
  • Das Kleine Schloss, ein barockes Lustschlösschen, mit den dahinterliegenden barocken Gärten und dem "Tiergarten", die zum Netzwerk Gartenträume Sachsen-Anhalt gehören
  • Reste des ehemaligen Lustschlösschens Luisenburg
  • Die Ruine „Raubritterburg“ und Festung Regenstein. Unterhalb des Regensteins befinden sich die sogenannten Sandhöhlen im Heers und unweit davon die Regensteinmühle.
  • Das geologische Naturdenkmal Teufelsmauer ist eine bizarre Sandstein-Formation und touristisch durch Wanderwege erschlossen, prähistorische und historische Bearbeitungsspuren an den Felsen sind nachgewiesen
  • Der Aussichtsturm Wilhelm-Raabe-Warte westlich von Blankenburg (Harz) auf dem Eichenberg
  • Der Aussichtsturm Ziegenkopf mit Gastronomie
  • Das ehemalige Zisterzienserkloster Kloster Michaelstein beherbergt heute die Musikakademie Sachsen-Anhalt für Bildung und Aufführungspraxis und unterhält u.a. ein Instrumentenmuseum
  • Des Weiteren verfügt die Stadt Blankenburg (Harz) über einen in seiner Struktur erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern mit Gebäuden unterschiedlicher Epochen (u.a. das in seiner Gestalt renaissancezeitliche Rathaus) und an die Altstadt angrenzende sehenswerte Villenviertel aus der Wende zum 20. Jahrhundert.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Kirche St. Josef
  • Die evangelisch-lutherische Lutherkirche, im Georgenhof an der Herzogstraße gelegen, wurde im 19. Jahrhundert neugotisch gestaltet. Ursprünglich wurde das Gotteshaus Heiliggeistkapelle genannt, heute ist es nach Martin Luther benannt.
  • Die katholische Kirche St. Josef, benannt nach Josef von Nazaret, befindet sich an der Helsunger Straße. Sie wurde 1882 im Baustil der Neoromanik errichtet. Ihre gleichnamige Pfarrei gehört zum Dekanat Halberstadt, zu ihr gehörte auch die inzwischen profanierte Kapelle in Hasselfelde.
  • Zum Kloster Michaelstein, ein ehemaliges Zisterzienserkloster, gehört die barocke Klosterkirche. Sie wurde 1720 eingeweiht, wird aber seit 2000 nur noch bei besonderen Anlässen für Gottesdienste genutzt.
  • Oberhalb des Rathauses steht die mittelalterliche Pfarrkirche St. Bartholomäus, auch Bergkirche genannt. Im Turm und im Chor der Kirche stecken spätromanische Mauerteile aus der Zeit um 1200. Die Stifterfiguren im Chor, wohl um 1300, gehören zu der weiteren Nachfolge der Naumburger Stifterfiguren. Heute gehört die Kirche zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Blankenburg.
  • Eine Neuapostolische Kirche befindet sich an der Westerhäuser Straße, sie wurde 2007 nach einem Umbau wieder eröffnet.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Herbergsmuseum in der Bergstraße

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloster Michaelstein, Musikakademie für Bildung und Aufführungspraxis

Das Musikleben der Stadt wird unter anderem durch das Telemann-Kammerorchester, die Rock-Pop-Band Markenzeichen, den Gospelchor des Gymnasiums Am Thie sowie das Vokalensemble Spinnesänger geprägt. Als überregional erfolgreiche Musiker sind unter anderem die Band SUNBEAT, Ska-T und die Sängerin Toni Kater zu nennen. Die Musikakademie Kloster Michaelstein kann als ein überregionales Zentrum musikalischen Lebens gelten.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere seit den 2000ern entwickelte sich die Stadt zu einem beliebten Drehort. Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei dem Großen Schloss, der Burg Regenstein und den nahebefindlichen Sandhöhlen sowie der Teufelsmauer zu. Blankenburg ist Nebendrehort für die in Quedlinburg spielende ARD-Fernsehserie Alles Klara, hier dient das alte Postgebäude in Blankenburg als Polizeidirektion. Außerdem wurden Teile des Films Black Death mit Sean Bean in der Hauptrolle gedreht. Für diesen Film dienten das Schloss und die Sandhöhlen als Kulissen. Des Weiteren fanden Dreharbeiten für den Film 1½ Ritter von Til Schweiger auf der Burgruine Regenstein sowie den umliegenden Wäldern statt. Die Romanverfilmung Tschick, die ebenso auf dem Regenstein gedreht wurde, kam im Jahr 2016 ins Kino.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgruine Regenstein, Veranstaltungsort des Wikingerfestes und des Rittertuniers
  • Blankenburger Karneval (im Sportforum)
  • Wikingerfest (Ostern)
  • Ritterturnier (im Juli)
  • Altstadtfest (im August)
  • Michaelsteiner Klosterfest (Anfang August)
  • Sternthaler Weihnachtsmarkt
  • Historische Wochenenden (Eisenbahnen und Märkte; Barocke Schlossgärten und Parks)
  • Michaelsteiner Klosterkonzerte (ganzjährig)
  • Blankenburger Schachturnier (im Rathaussaal)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Wirtschaftsfaktor von Blankenburg (Harz) sind der Tourismus sowie Einrichtungen des Kur- und Gesundheitswesens. Daneben gibt es noch mehrere kleinere mittelständische Unternehmen und Gewerbetreibende. Das größte Industrieunternehmen der Stadt ist die FEW Fahrzeug- und Entwicklungswerk Blankenburg GmbH mit ca. 160 Mitarbeitern, die auf das Jahr 1873 zurückgeht. Danach folgen die Harzer Werke Motorentechnik GmbH mit etwa 60 Beschäftigten, die aus einer 1870 gegründet Grauguss-Gießerei hervorgegangen ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Blankenburg (Harz) ist ein Kopfbahnhof und weist für den Güterverkehr eine Umgehungskurve auf. Es gibt Verbindungen nach Elbingerode (Rübelandbahn) (nur Güterverkehr) und nach Halberstadt. Im Streckenverlauf der Rübelandbahn gibt es eine eisenbahntechnische Besonderheit. Aufgrund der Steilheit der Strecke baute man seinerzeit eine Spitzkehre mit ein. Auf den Gleisen dieser Strecke gibt es mehrmals im Jahr Sonderfahrten mit Dampfbetrieb. Auf der Strecke nach Halberstadt verkehrt seit dem 15. Dezember 2005 der Harz-Elbe-Express. Im 20. Jahrhundert existierte noch eine Bahnstrecke nach Thale und Quedlinburg.

Blankenburg (Harz) befindet sich direkt an der B 6, einer neugebauten autobahnähnlichen Straße, und ist mit zwei Anschlussstellen (Blankenburg Ost, Blankenburg Zentrum) an diese angebunden. Des Weiteren verlaufen die B 27 in Richtung Südwesten und die B 81 in Nord-Süd-Richtung durch Blankenburg (Harz).

Zur Entwicklung des Postwesens in Blankenburg (Harz) siehe: Postroute Braunschweig-Blankenburg.

Am südlichen Ortsrand gibt es am Hang aus der Zeit der industriellen Revolution die Überreste der sog. Erzstufenbahn.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschulen: Grundschule Am Regenstein, Martin-Luther-Schule
  • Gymnasium: Gymnasium Am Thie
  • Musikschule Schicker
  • Sekundarschulen: August-Bebel-Schule, Heinrich-Heine-Schule (seit 2011 zusammengelegt, nur noch August-Bebel-Schule mit zwei Standorten)

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freibad Am Thie
  • Freibad in Derenburg
  • Sportforum
  • Sportplatz "Glück Auf" Hüttenrode

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Kiekenap: Spuren des Löwen – Geschichte und Tradition in Braunschweig und Blankenburg. Appelhans Verlag, Braunschweig 2002, ISBN 3-930292-65-3.
  • Gustav Adolph Leibrock: Chronik der Stadt und des Fürstentums Blankenburg. Band 1, Blankenburg 1864. (Volltext)
  • Johann Georg Leuckfeld: Genealogische und historische Beschreibung derer vormahls gelebten Grafen von Blanckenburg am Hartz-Walde. Frankfurt/ Leipzig 1708. (Volltext)
  • Karl Steinacker: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Blankenburg (Die Bau- und Kunstdenkmäler des Landes Braunschweig, Bd. 6). Wolfenbüttel 1922.
  • Rudolf Steinhoff: Geschichte der Graffschaft ‒ bezw. des Fürstentums Blankenburg, der Graffschaft Regenstein und des Klosters Michaelstein. Blankenburg a. H./Quedlinburg 1891. (Volltext)
  • Johann Christoph Stübner: Merkwürdigkeiten des Harzes überhaupt und des Fürstenthums Blankenburg insbesondere. Band 1, Halberstadt 1791. (Volltext)
  • Gabriele Voigt: Residenz/Lustgarten/Kleines Schloss. Blankenburg 1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Blankenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Blankenburg (Harz) – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2015 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Kommunalverfassungsgesetz des Landes in der Fassung vom 1. Juli 2014
  3. Vgl. Paul Höfer: Die vorgeschichtliche Besiedlung der Umgegend von Blankenburg, in: Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde 46 (1913), S. 66–69.
  4. Vgl. Eberhard Brecht, Manfred Kummer: Juden in Quedlinburg. Halberstadt 1996, S. 7.
  5. Jürgen Möller: Der Kampf um den Harz. April 1945. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2011, ISBN 978-3-86777-257-0, S. 284–288.
  6. Sven Voss in der mdr-Sendung Echt, 9. März 2010.
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  8. blankenburg.de
  9. blankenburg.de
  10. Landkreis Harz (Hrsg.): Amtsblatt des Landkreises Harz. Nr. 7/2016. Halberstadt 23. Juli 2016, S. 10 (Online-Ausgabe, PDF).