Blankensee (Trebbin)

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Blankensee
Stadt Trebbin
Koordinaten: 52° 14′ 0″ N, 13° 8′ 0″ O
Höhe: 37 m ü. NHN
Einwohner: 543 (2007)
Eingemeindung: 27. September 1998
Postleitzahl: 14959
Vorwahl: 033731
Bild auf den Blankensee vom Bohlensteg
Bild auf den Blankensee vom Bohlensteg

Das Dorf Blankensee ein Ortsteil der Stadt Trebbin im Brandenburger Landkreis Teltow-Fläming.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benachbarte Dörfer sind Glau, Schönhagen, Stangenhagen, Mietgendorf und Schiaß sowie Breite, Stücken und Tremsdorf. Durch den Ort fließt der Nuthe-Nebenfluss Nieplitz. Das Dorf liegt im Naturpark Nuthe-Nieplitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Blankensee ist slawischen Ursprungs. „Lanka“ umschrieb etwas Blankes und kommt auch in der Bedeutung sumpfig und morastig vor.

Das Gebiet um den Blankensee wurde etwa in der Mitte des 12. Jahrhunderts vom Erzbistum Magdeburg erobert. Albrecht der Bär holte mit Rheinländern, Holländern und Flamen zusätzliche Siedler ins Land. Sie gaben dieser Landschaft schließlich den Namen Fläming. Die erste urkundliche Nennung Blankensees erfolgte in einer Urkunde des Erzbischofes Heinrich von Magdeburg für das Kloster Zinna vom 18. Oktober 1307. Dort wird ein Heidenricus famulus dictus de trebin, dominus in blankense erwähnt.

Für die Zeit um 1300 wird eine Burg angenommen, von der bislang allerdings keine Spuren aufgefunden werden konnten. 1300 verlegt Heidenreich seinen Wohnsitz von Trebbin auf die Burg Blankensee. 1317 wird Graf Lintow als Besitzer von Blankensee genannt. 1333 kommt Blankensee durch Heirat an Rudolf von Sachsen. 1340 erfolgte die Belehnung von Herzog Rudolf von Sachsen durch die Äbtissin des Stifts Quedlinburg. 1446 erhielt Hans von Thümen den Ort. 1815 ging das bis dahin sächsische Gebiet nach den Beschlüssen des Wiener Kongresses an Preußen.

1995 belegte Blankensee im bundesweiten Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft den zweiten Platz. Mit Wirkung zum 27. September 1998 wurde das Dorf eingemeindet.[1] 2007 lebten 543 Einwohner in Blankensee. 2008 wurde Blankensee als schönstes Dorf im Landkreis Teltow-Fläming ausgezeichnet. 2010 erhielt Blankensee von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung einen Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung.

Naturpark Nuthe-Nieplitz und der Blankensee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinweisschild auf den Naturpark Nuthe-Nieplitz am Ortseingang von Blankensee

Felder, Streuobstwiesen, Feuchtwiesen, kleinere Hügel, Schafherden, Wassermühlen, und naturbelassene Eschen-Alleen bilden gemeinsam mit einem kleinräumigen Wechsel der Biotope im Naturpark Nuthe-Nieplitz eine Kulturlandschaft, in die sich das Dorf Blankensee einfügt. Der rund 300 Hektar große Blankensee gehört zu einer kleineren Seenkette, die durch das Flüsschen Nieplitz verbunden wird. Der unter Naturschutz stehende See ist von einem intakten, stellenweise mehrere hundert Meter breiten Schilfgürtel umgeben, der Wasservögeln Deckung und Brutplätze bietet und im Frühjahr und Herbst Tausende Nordischer Wildgänse und Kraniche zur Rast anlockt. Auf einem Naturlehrpfad gelangt man vom südlichen Dorfende zum Bohlensteg am Nordostufer des Blankensees. Der Bohlensteg wurde im Rahmen der Dorferneuerung barrierefrei (für Rollstuhlfahrer geeignet) angelegt, um Besuchern den freien Blick auf den See zu ermöglichen, der von anderer Seite her nicht zugänglich ist. Vom Steg aus sind Gänse, Enten und Rallen, Kormorane, Reiher, manchmal auch See- und Fischadler sowie der Eisvogel zu beobachten.

Der nordwestlich kurz außerhalb des Dorfes gelegene Beobachtungsturm am Tümpel Seechen bietet besonders zur Zeit des Vogelzugs einen Blick auf den Ungeheuerwiesen äsenden Vogelscharen. Mit dem Fernglas sind von hier aus Kormorane, Reiher und gelegentlich auch Seeadler zu beobachten. Ein 200 Meter langer Bohlensteg bietet dem Besucher einen Blick über den Blankensee, es ist der einzige Zugang zum See. Für Naturfreunde ebenfalls interessant ist der Beobachtungsturm an den Ungeheuerwiesen.

In der Nähe der Gemeinde befindet sich das Wildgehege Glauer Tal mit Rot-, Dam- und Muffelwild sowie Islandpferden.

Der Park und Herrenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gutshaus „Sudermannschloss“
Rundtempel im Park

Das Herrenhaus Blankensee wurde 1740 (nach anderen Angaben 1701) angeblich auf den Fundamenten einer alten deutschen Burg für den kursächsischen Kreishauptmann Christian Wilhelm von Thümen gebaut.

Der ostpreußische Dramatiker Hermann Sudermann stattete den ursprünglich 1832 nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné gestalteten Schlosspark mit Statuen aus, die er von seinen Reisen mitbrachte.

Evangelische Dorfkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Blankensee

Das älteste Bauwerk ist die evangelische Dorfkirche, ihr Ursprung liegt im 14. Jahrhundert. Das von außen schlich gehaltene Kirchengebäude birgt im Innern einige Kostbarkeiten aus Barock und Renaissance. Dazu gehört der barocke Kanzelaltar aus dem Jahre 1706. Die Umgestaltung geht auf die Familie von Thümen zurück. Der älteste Einrichtungsgegenstand der Kirche ist ein venezianischer Taufstein aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Er stand einst auf dem Marktplatz von Venedig und diente als Brunnen. Er gelangte aus dem Nachlass Hermann Sudermanns in die Blankenseer Kirche. Bei den Renovierungsarbeiten von 1991 kam ein etwa vierhundert Jahre altes Renaissance-Wandbild mit der – nicht vollständig erhaltenen – Darstellung von Esther vor Ahasver zum Vorschein, ein damals beliebtes Motiv. Im Kirchturm befinden sich drei alte Glocken von 1400, 1406 und 1517, die auch heute noch geläutet werden. Diese Kulturstätte biete das ganze Jahr Konzertveranstaltungen an.

Bauernmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauernmuseum Blankensee

In der Ortsmitte von Blankensee befindet sich das älteste Haus aus dem Jahre 1649. Erbaut wurde es im Stil eines märkischen Mittelflurhauses, gedeckt mit einem Schilfdach. In diesem Haus ist das Bauernmuseum untergebracht, welches das damalige Leben und Wirtschaften einer bäuerlichen Familie zeigt.

Zudem finden regelmäßig Sonderausstellungen im Museum statt, wie etwa Foto- und Kunstausstellungen und Ausstellungen von traditionellen Handarbeiten. Zum Museum gehört eine, im gleichen Stil errichtete, Scheune und ein Museumshof, in dem Gerätschaften des damaligen Ackerbaus, wie etwa ein Original-Dreschkasten, ausgestellt werden.

Regelmäßig am dritten Septemberwochenende findet ein auf dem traditionellen Fischerfest beruhendes Museumsfest im Museumshof mit traditionellem Handwerk, ländlicher Küche und diversen Aktivitäten statt.

Johannische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannische Kirche Blankensee, Kirche der Friedensstadt

1929 erbaute Joseph Weißenberg die Johannische Kirche. Die Hallenkonstruktion mit ihren Doppelbögen aus Holz von 40 Metern Länge und 30 Metern Tiefe bietet für rund 1.000 Personen Platz. Die Kirche der Friedensstadt ist nicht nur Gottesdienstraum für die Glieder der ortsansässigen Urgemeinde Friedensstadt, sondern auch Mittelpunkt des Blankenseer Musiksommers. Im Zeitraum von April bis September finden hier regelmäßig Konzerte statt. Dieses Bauwerk steht seit August 2008 unter Denkmalschutz.

Seit 1990 öffnet an jedem zweiten Adventwochenende der Weihnachtsmarkt von Blankensee hier seine Pforten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Festschrift 700 Jahre Blankensee: Geschichte und Geschichtchen aus dem Dorf — Herausgeber: Festkomitee der Gemeinde Blankensee 2007 (erhältlich im Bauernmuseum in Blankensee)
  • Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Teil 4. Spreeland. Blankensee. Ullstein, Frankfurt/M – Berlin 1998 (Zitiert nach dieser Ausgabe). ISBN 3-548-24381-9.
  • Angelika Fischer/Bernd Erhard Fischer: Blankensee: Sudermanns Schloß und Park. Eine Spurensuche. (Spurensuche). arani-Verlag, Berlin 1991. ISBN 3-7605-8628-7.
  • Christa Heese: Blankensee. (Schlösser und Gärten der Mark). ed. Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark. Deutsche Gesellschaft e. V., Berlin 2003.

Das Zitat von Sudermann ist entnommen:

  • Christa und Johannes Jankowiak: Unterwegs an Nuthe und Nieplitz. Porträt einer märkischen Landschaft. Auf alten Spuren und neuen Wegen. Stapp Verlag, Berlin 1995. ISBN 3-87776-061-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Blankensee (Brandenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien