Blattform

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Icon tools.svg

Dieser Artikel wurde aufgrund von formalen oder inhaltlichen Mängeln in der Qualitätssicherung Biologie zur Verbesserung eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Biologie-Artikel auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Bitte hilf mit, diesen Artikel zu verbessern! Artikel, die nicht signifikant verbessert werden, können gegebenenfalls gelöscht werden.

Lies dazu auch die näheren Informationen in den Mindestanforderungen an Biologie-Artikel.

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für die gleichnamige Aussichtsplattform in Bohlingen siehe Blattform (Bohlingen).

Die Blattform eines Blattes, insbesondere der Blattspreite, kann sehr vielgestaltig sein und ist für das Erkennen der Arten wichtig. In diesem Artikel werden die vielfältigen Begriffe, die zur Beschreibung der Blattmerkmale und anderer flächiger Strukturen verwendet werden, erläutert.

Für eine grundlegende Beschreibung des Blattes siehe Blatt (Pflanze).

Erläuterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Klammern stehen die eingedeutschten Begriffe aus der lateinischen Fachsprache, die in leicht abgewandelter Form vor allem in englischer und anderer fremdsprachlicher Fachliteratur, gelegentlich aber auch in deutschsprachigen Veröffentlichungen verwendet werden. Die Begriffe sind nicht völlig standardisiert und unterliegen zeitlichem Wandel. Ihre Umschreibung weicht von Werk zu Werk leicht ab.

Gliederung nach Stiel und Ansatz an der Sprossachse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterscheidung nach Stiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gestielt (petiolate): Meist besitzt ein Blatt einen Blattstiel (Petiolus), es heißt dann gestielt (petiolat).
  • Sitzend (sessile): Besitzt es keinen Stiel, so heißt das Blatt sitzend (sessile).

Unterscheidung nach Ansatz an der Sprossachse bei sitzenden Blättern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stängelumfassender Ansatz

Bei den sitzenden Blättern gibt es wieder verschiedene Sonderfälle:

  • Stängelumfassend (amplexicaul, clasping): Die Basis der Spreite greift um (fast) den ganzen Stängel, z. B. Kohl-Gänsedistel (Sonchus oleraceus).
  • Halbstängelumfassend (semiamplexicaul): Die Basis der Spreite greift etwa um den halben Stängel, z. B. Schlafmohn (Papaver somniferum).
  • Durchwachsen (perfoliate): Das Blatt umgibt den durchstossenden Stängel geschlossen, z. B. das rundblättrige Hasenohr (Bupleurum rotundifolium).
  • Verwachsen (connate-perfoliate): Zwei gegenständige oder mehrere quirlständige Blätter sind am Grund verbunden, z. B. beim Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium).
  • Herablaufend (decurrent, winged): Die Spreite setzt sich am Stängel abwärts flügelartig fort, z. B. bei der kleinblütigen Königskerze (Verbascum thapsus) oder bei der neuseeländische Warzeneibe (Dacrycarpus dacrydioides) und bei Viola primulifolia.

Pflanzen mit Blattscheiden / Blatthäutchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Pflanzen vor allem Süß- und Sauergräser besitzen Blattscheiden, die den Stängel ein Stück weit umhüllen. Am Übergang zwischen Scheide und Blattspreite kann sich ein Blatthäutchen (Ligula) befinden.

Gliederung nach der Spreitenzusammensetzung und Tiefe der Einschnitte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Oberblatt besteht aus Stiel (Petiolus) und Spreite (Lamina).

Unterteilung in einfaches und zusammengesetztes Blatt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Spreite kann weiters unterschieden werden:

  • Einfaches Blatt (unifoliolate): Die Spreite kann unzerteilt sein oder Einschnitte verschiedener Tiefe aufweisen, besteht aus einer wenigstens entlang der Blattspindel (Rhachis) zusammenhängenden Fläche. Die Teile heißen dann Abschnitte.
  • Zusammengesetztes Blatt (compound): Die Spreite ist in mehrere, vollständig voneinander getrennte und gestielte Abschnitte zerteilt. Diese Teile werden - unabhängig von ihrer Größe - Blättchen oder Fiedern genannt. Die Blättchen setzen an der Blattspindel (Rhachis) an, die der Mittelrippe des einfachen Blattes entspricht.

Tiefe der Einschnitte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Unzerteilt (ganz, entire, undivided): Die Spreite besitzt keine tieferen Einschnitte. Nur am Rand kann eine Sägung oder Zähnung bestehen.
  • Gelappt (-lappig, -lobate): die Einschnitte sind 20 bis 40 % der Spreitenhälfte tief.
  • Gespalten (-spaltig, -fid): die Einschnitte sind 40 bis 60 % der Spreitenhälfte tief.
  • Geteilt (-teilig, -partite): die Einschnitte sind 60 bis 80 % der Spreitenhälfte tief.[1]
  • Geschnitten, zerschnitten (-schnittig, -sect): die Einschnitte sind 80 bis 100 % der Spreitenhälfte tief. Auch bei vollständiger Teilung sitzen die Abschnitte der Blattspindel breit an.[1]
  • Vollständige Trennung (zusammengesetztes Blatt, compound): die Blättchen sitzen mit verschmälertem Grund oder Stiel der Blattspindel an.[1]

In den neuen Auflagen der Exkursionsfloren wird die Einschnitttiefe in weniger Abstufungen eingeteilt. In der Exkursionsflora von Österreich[2][3] werden unter Verzicht auf „geteilt“ die Begriffe „gelappt“ (25 bis 33 %), „gespalten“ (33 bis 66 %) und „geschnitten“ (66 bis 100 %) verwendet, in Rothmaler (2011)[4] bleibt die Bedeutung von „gespalten“ und „geteilt“ gleich, die Begriffsdefinition von „gelappt“ wird auf 20 bis 50 %, von „geschnitten“ auf 50 bis 100 % Einschnitttiefe erweitert.

In den englischsprachigen Gebieten wird etwas anders unterteilt:

  • lobed: 1/8 bis 1/4; 12,5 %–25 %
  • cleft: 1/4 bis 1/2; 25 %–50 %
  • parted: 1/2 bis 3/4; 50 %–75 %
  • divided: 3/4 bis 1; 75 %–100 %

Gliederung nach Form und Anordnung der Abschnitte bzw. Blättchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handförmig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handförmig = palmat: Einschnitte auf einen Punkt, den Blattgrund am Ende des Blattstiels, strahlig gerichtet.

  • Einfaches Blatt (simple, unifoliolate); finger- (palmati-) mit wie oben definierten Einschnitttiefen:
    • handförmig gelappt (palmatilobate, palmately lobed)
    • handförmig gespalten (palmatifid, palmately cleft)
    • handförmig geteilt (palmatipartite, palmately parted)
      • costapalmat: handförmig geteilte Blätter, Umriss fächerförmig, ausgeprägte Mittelrippe
    • handförmig zerschnitten (palmatisect, palmately divided); Einschnitte bis zum Grund
  • Handförmig zusammengesetztes Blatt: gefingert (multifoliolate)(digitate, palmate)(palmately compoud)
    • doppelt, dreifach gefingert (bi-, tripalmate):

Fiederförmig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fiederförmig, fiederig (pinnately, lobed): zweizeilig längs der Blattspindel angeordnet.

  • Einfaches Blatt (simple, unifoliolate)(fieder-, pinnati-), mit wie oben definierten Einschnitttiefen: Gelappt, buchtig, fiederlappig; mit durch abgerundete Einschnitte getrennten, ebenfalls abgerundeten Abschnitten.
    • fiederlappig (pinnatilobate, pinnately lobed)
    • fiederspaltig (pinnatifid, pinnately cleft)
    • fiederteilig (pinnatipartit, pinnately parted)
    • fiederschnittig (pinnatisect, pinnately divided)
  • Leierförmig (lyrate): fiederförmig mit vergrößertem Endabschnitt z. B. Barbarakraut (Barbarea vulgaris).
  • Schrotsägeförmig (runcinate): fiederförmig mit dreieckigen, spitzen, zum Blattgrund gerichteten Abschnitten z. B. Kuhblume (Taraxacum).
  • Kammförmig (pectinate): regelmäßig fiederförmig mit dicht stehenden, gleich langen, sehr schmalen Abschnitten.
  • Eingeschnitten (incised, dissected): Mit tiefen, scharfen, unregelmässigen Zacken. Blätter, die tief oder mehrfach in viele Abschnitte geschnitten werden.
  • Zerschlitzt, zerrissen (laciniate, lacerate): unregelmäßig fiederförmig mit unregelmäßigen und schmalen Abschnitten.

Gefiedert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefiedert (pinnate, pinnately compound), zusammengesetztes Blatt (compound); mit völlig voneinander getrennten Blättchen (Fiedern).

  • paarig gefiedert (paripinnate, even-pinnate): Es gibt kein Endblättchen, sondern eine Endranke oder Spitze. Die Fiedern müssen nicht gegenständig, die Fiederzahl nicht gerade sein.
    • paarig gefiedert mit Endranke (tendril-pinnate):
  • unpaarig gefiedert (imparipinnate, odd-pinnate) bzw. fiederschnittig/-teilig/-spaltig/-lappig: Es gibt ein Endblättchen bzw. einen Endabschnitt.
  • zweizählig (bifoliolate, geminate, jugate):
    • doppelt zweizählig (bigeminate, bijugate):
    • dreifach zweizählig (tergeminate):
  • dreizählig (ternate, trifoliolate): mit drei angeordneten Blättchen, z. B. Weiß-Klee (Trifolium repens); ein Teil der Floren unterscheidet zwischen dreizählig gefingerten Blättern (mit gleich lang gestielten Blättchen)(pinnate-ternate) und dreizählig gefiederten Blättern (mit länger gestieltem oder gegliedertem mittlerem Blättchen)(palmate-ternate).
    • doppelt dreizählig (biternat)(biternately compound): mit drei angeordneten, erneut dreizähligen Blättchen.
    • dreifach dreizählig (triternate):
  • vierzählig (quadrifoliolate, tetramerous):
  • gefingert: siehe Handförmig
  • in Büscheln, nadelartig (fascicled):
  • Unterbrochen gefiedert (interrupted pinnate): mit regelmäßig oder unregelmäßig abwechselnden größeren und kleineren Fiedern z. B. Gänse-Fingerkraut (Potentilla anserina).
  • Fußförmig (pedate, birdfooth shaped): Die Blättchen sind fast handförmig angeordnet, gehen aber von einem verbreiterten Blattgrund aus. Wobei die äußeren Blättchen, nahe dem Grund, den nach innen folgenden, abzweigen, z. B. Schneerose. Gilt sinngemäß auch für die Abschnitte unvollständig zerteilter Blätter.
    • fußförmig geschnitten (fiederförmig)(pedatisect, pedately lobed, radiatisect):
    • fußförmig zusammengesetzt (pedate compound):
  • Doppelt bzw. mehrfach gefiedert (bipinnate, tripinnate oder decompound): mit ihrerseits wieder gefiederten Fiedern. Die eigenständigen Abschnitte heißen Fiederchen oder Fiedern zweiter, dritter ... letzter Ordnung. Gilt sinngemäß auch für unvollständig zerteilte Blätter.
    • zweifach gefiedert (geminate, bipartite pinnate):
    • zweifach, doppelt gefiedert (geminate, bipartite bipinnate): Calliandra haematocephala

Gliederung nach Gestalt der Spreite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klassifikation von Blattformen nach William Bertram Turrill
  • Asymmetrisch: Die Spreite ist beidseits der Mittelvene in ungleich grosse Teile geteilt.
  • Symmetrisch: Die Spreite ist beidseits der Mittelvene in zwei etwa gleich grosse Teile geteilt.
  • Panaschiert (variegated): mit weißer (farbiger) Musterung, weißen (farbigen) Flecken versehen.
  • Kreisrund (orbiculate): Die Spreite hat einen kreisförmigen Umriss.
  • Rundlich (suborbiculate): Die Spreite hat einen annähernd kreisförmigen Umriss und ist etwas (1- bis 1,5-mal) länger als breit.
  • Elliptisch (oval[1]): Das Blatt ist 1,5- bis 3-mal so lang wie breit. Die breiteste Stelle ist in der Mitte.
  • Querelliptisch: Die Spreite ist 0,3- bis 0,7-mal so lang wie breit (bzw. 1,5- bis 3-mal so breit wie lang). Die breiteste Stelle ist in der Mitte.
  • Eiförmig (ovate): Die Spreite ist 1,5- bis 3-mal so lang wie breit. Die breiteste Stelle ist unterhalb der Mitte. Der Begriff ist weiter unterteilbar in breit eiförmig (1,5- bis 2-mal so lang wie breit), eiförmig im engeren Sinne (2- bis 2,5-mal so lang wie breit) und schmal eiförmig (2,5- bis 3-mal so lang wie breit). Entsprechendes gilt für die anderen Begriffe mit gleichem Längen-/Breitenverhältnis.
  • Verkehrteiförmig (obovate): wie eiförmig, aber die breiteste Stelle ist oberhalb der Mitte.
  • Spatelförmig (spatelig, spatulate): Die Spreite besitzt eine abgerundete Spitze, die größte Breite ist im Spitzendrittel. Die Spreite verschmälert sich zum Grund hin mit konkaven Rändern.
  • Eiförmig-lanzettlich, eilanzettlich (ovate-lanceolate): Die Spreite ist im Grenzbereich zwischen eiförmig und lanzettlich und 2,5- bis 3,5-mal so lang wie breit. Die breiteste Stelle ist unterhalb der Mitte.
  • Lanzettlich (lanceolate): Die Spreite ist 3- bis 8-mal so lang wie breit. Die breiteste Stelle ist in der Mitte. Die Ränder sind bogig gekrümmt und verschmälern sich nach beiden Enden. In fremdsprachigen Floren, aber auch in manchen deutschsprachigen Werken wird für diese Blattform der Ausdruck „schmal elliptisch“ verwendet oder von „eilanzettlich“ nicht getrennt. Der Begriff ist weiter unterteilbar in breit lanzettlich (3- bis 4-mal so lang wie breit), lanzettlich im engeren Sinne (4- bis 5,5-mal so lang wie breit) und schmal lanzettlich (5,5- bis 8-mal so lang wie breit). Entsprechendes gilt für die anderen Begriffe mit gleichem Längen-/Breitenverhältnis.
  • Verkehrteilanzettlich (verkehrtlanzettlich, oblanceolat): Wie lanzettlich. Die breiteste Stelle ist oberhalb der Mitte.
  • Länglich (oblong): Die Spreite ist 3- bis 8-mal so lang wie breit. Sie besitzt parallele Blattränder.
  • Lineal-lanzettlich (lineal-lanceolate): Die Spreite ist im Grenzbereich zwischen linealisch und lanzettlich und 7- bis 10-mal so lang wie breit.
  • Linealisch, grasartig (lineal, linear): Die Spreite ist mindestens 8-mal länger als breit und besitzt parallele Blattränder.
  • Bandförmig (flexuous): So bezeichnet man Blätter von Wasserpflanzen mit weicher Textur und linealischer, relativ breiter Gestalt.
  • Nadelförmig (acicular): Die Spreite ist schmal, parallelrandig, starr, mit derber, oft stechender Spitze.
  • Pfriemlich (subulate): Die Spreite ist sehr schmal dreieckig, über 6-mal so lang wie breit, am Grund am breitesten, in eine feine Spitze verschmälert und starr.
  • Dreieckig (deltoid, triangulate): Die Spreite ist 0,5- bis 6-mal so lang wie breit und am Grund am breitesten und gegen die Spitze allmählich und geradlinig verschmälert.
  • Verkehrtdreieckig, Keilförmig (obdeltoid, cuneate, obtriangulate): Die Spreite ist 0,5- bis 6-mal so lang wie breit und an der Spitze am breitesten und gegen den Grund allmählich und geradlinig oder konvex verschmälert.
  • Rhombisch (rautenförmig) (rhomboid): Die Spreite hat die Form eines auf der Spitze stehenden Vierecks. Sie ist 1- bis 3-mal so lang wie breit und in der Mitte am breitesten.
  • Drachenviereckig, deltoid (trullate): Wie rhombisch, die Spreite ist 1- bis 3-mal so lang wie breit, aber unterhalb der Mitte am breitesten.
  • Umgekehrt drachenviereckig, deltoid (obtrullate): Wie rhombisch, die Spreite ist aber oberhalb der Mitte am breitesten.
  • Herzförmig (cordate): Die Spreite hat am Grund einen spitzen Einschnitt. Sie ist in der Bucht gestielt oder sitzt ungestielt an der Achse. Sie ist 1- bis 1,5-mal so lang wie breit.
  • Verkehrtherzförmig (obcordate): Die Spreite hat an der Spitze eine runde Ausrandung. Sie ist an der Herzspitze gestielt oder sitzt ungestielt an der Achse.
  • Nierenförmig (reniform): Die Spreite ist querelliptisch bis rundlich. Ein tiefer, abgerundeter Einschnitt teilt die grundständige Hälfte in zwei breite, abgerundete Lappen.
  • Geigenförmig (panduriform, fiddle shaped): Die Spreite ist länglich oder elliptisch und hat in der Mitte oder darunter auf beiden Seiten eine bogenförmige Einschnürung.
  • Schuppenförmig (scale leaf, imbricate): kurz, breit und meist dem Spross anliegend.
  • Schildförmig (peltate): rundlich. Der Blattstiel sitzt an der Spreitenunterseite an, zentral oder exzentrisch.
  • Sichelförmig (falcate): Die Spreite ist sichelförmig gebogen.
  • Halbmondförmig (lunate): Die Spreite ist halbmondförmig geformt Passiflora biflora.
  • Flügelförmig (aliform): Die Spreite hat die Form eines Deltaseglers, mit zwei langen, abgerundeten, dreieckigen Lappen (Flügeln), die zu einem größeren Dreick verbunden sind; Christia vespertilionis.
  • Schwertförmig, Riemenförmig (ensiform)(lorate): Mit scharfen Kanten und verjüngend zu einem schlanken Punkt; Klivie (Clivia miniata).
  • Zungen-, bandförmig (ligulate): zungenblattförmig, gurtförmig, schmal mit parallelen Seiten, gerieft und wie abgebissen.
  • Fächerförmig (flabellate): Mit fächerförmiger Spreite z.B. Ginkgo Blätter.
  • Spießförmig (hastate, halberd-shaped): Die beiden spitzen, auch gerundeten Seitenlappen am Grund stehen recht- bis stumpfwinkelig (> 110°), auswärts ab.[5]
  • Pfeilförmig (sagittate): Die beiden spitzen, auch gerundeten Seitenlappen am Grund weisen, spitz- bis stumpfwinklig (< 110°) nach hinten.[5]

Gliederung nach Spreitengrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spreitengrund (Basis) ist das (proximale) Spreitenende am Blattstiel.

  • Gestutzt (truncate): Die (fast) geraden Spreitenränder treffen senkrecht auf die Mittelrippe.
  • Gerundet (rotundate): Die konvex gebogenen Spreitenränder treffen senkrecht auf die Mittelrippe.[6]
  • Verschmälert (attenuate): Die konkav gebogenen Spreitenränder treffen im spitzen Winkel < 45° auf die Mittelrippe.
  • Zugespitzt (acuminate): Die konkaven Seitenränder treffen spitzwinkling < 90° auf die Mittelrippe und bilden eine langgezogene Spitze.
  • Keilförmig, keilig (cuneate): Die geraden oder konvexen Spreitenränder treffen im spitzen Winkel < 45° auf die Mittelrippe.
  • Spitzwinklig (acute): Die konvexen Seitenränder treffen spitzwinkling < 90° auf die Mittelrippe. Die Spitze ist spitzig.
  • Rundspitzwinklig (subobtuse, subacute): Die konvexen Seitenränder treffen spitzwinkling < 90° auf die Mittelrippe. Die Spitze ist abgerundet.
  • Stumpfwinklig (obtuse): Die geraden Spreitenränder treffen stumpfwinklig auf die Mittelrippe. Die Spitze ist abgerundet oder leicht spitzig.
  • Herzförmig (cordate): Der Einschnitt zwischen den beiden abgerundeten Seitenlappen ist spitz.
  • Nierenförmig (reniform): Der Einschnitt zwischen den beiden abgerundeten Seitenlappen ist rund.
  • Schief (oblique, inequilateral): Der Blattgrund ist asymmetrisch, mit zwei ungleichen Hälften, z. B. Berg-Ulme (Ulmus glabra).
  • Geöhrt, Lappenförmig (auriculate, lobate): wenn der Spreitengrund mit zwei kleinen runden, stumpfen Lappen oder Anhängseln (Öhrchen) versehen ist z. B. Stieleiche (Quercus robur).
  • Spießförmig (hastate, halberd-shaped): Die beiden spitzen, auch gerundeten Seitenlappen am Grund stehen recht- bis stumpfwinkelig (> 110°), auswärts ab;[5] Hibiscus laevis, Polygonum arifolium.
  • Pfeilförmig (sagittate): Die beiden spitzen, auch gerundeten Seitenlappen am Grund weisen, spitz- bis stumpfwinklig (< 110°) nach hinten.[5]
  • Atypisch, gelappt (divergent, lobate): Eine Basis mit kurzen, geradlinigen, stumpfwinklig (> 110°), nach außen gerichteten Spitzen, Lappen.
  • Verdreht (resupinate): Der Blattgrund ist 180° verdreht Inkalilien (Alstroemeria).
  • Kapuzenförmig: (cucullate)(cymbiform): mit kappen-, kahnförmig-rinnigen bis eingerollten Blatträndern am Spreitengrund.
  • Komplex: Der Spreitengrund wird durch mehrere, verschiedene Seitenkrümmungen gebildet, die Seitenränder treffen ohne Vertiefung an einem Punkt zusammen.[5]

Gliederung nach Spreitenspitze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spreitenspitze oder der Apex ist das der Sprossachse abgewandte (distale) Ende der Spreite.

  • Gestutzt (truncate): Der Spreitenrand verläuft an der Spitze als (fast) gerade Querlinie und trifft im rechten Winkel auf die Mittelrippe.
  • Abgerundet (rotundate, rounded): Der Spreitenrand ist an der Spitze konvex gebogen und trifft im rechten Winkel auf die Mittelrippe.
  • Stumpf (obtuse): Die Spreitenränder bilden einen stumpfen Winkel (> 90°) zueinander. Die Spreitenränder sind zur Spitze hin gerade oder konvex.
  • Spitz (acute): Die Spreitenränder bilden einen spitzen Winkel (< 90°) zueinander. Die Spreitenränder sind zur Spitze hin gerade oder konvex.
  • Zugespitzt (acuminate): Die Spreitenränder bilden einen spitzen Winkel (< 90°) zueinander. Die Spreitenränder sind zur Spitze hin konkav.
  • Bespitzt (apiculat): Die abgerundete Spreitenspitze besitzt eine kleine, flexible, flächige, von der Spreite plötzlich abgesetzte Spitze.
  • Feinspitzig (cuspidate): mit abgesetzter, kurzer, schmaler, steifer Spitze oder Höcker (kürzere Träufelspitzen).
  • Geschwänzt (caudate): mit abgesetztem, langem, schwanzähnlichen Anhängsel an der Spitze (längere Träufelspitzen).
  • Stachelspitzig (mucronate): mit kurzer, weicher bis harter, von der austretenden Mittelrippe gebildeten Endborste l/w 3:1.
  • Feinstachelspitzig (mucronulate): mit sehr kurzer, weicher bis harter, von der austretenden Mittelrippe gebildeten Endborste l/w 1:1.
  • Grannenspitzig, begrannt (aristate): mit einer langen, geraden, steifen von der austretenden Mittelrippe gebildeten Endborste. Die Granne kann bei den Spelzen der Gräser auch aus dem Rücken austreten.
  • Dornspitzig (pungent): mit einem stechenden dornähnlichen Spitz.
  • Haarspitzig: mit einem Trichom an der Spitze.
  • Kapuzenförmig: (cucullate)(cymbiform): mit kappen-, kahnförmig-rinnigen bis eingerollten Blatträndern an der Spitze, z. B. Zweiblättriger Blaustern (Scilla bifolia).
  • Glashaarig: Mit einem sehr dünnen Glashaar Tortula ruralis.
  • Verschmälert (attenuate): Die konkav gebogenen Spreitenränder bilden in spitzen Winkel < 45° eine scharfe Spitze.
  • Langausgezogen, nadelförmig oder pfriemlich (acicular, subulate): Allmählicher Übergang in die Spitze
  • Wickelförmig (cirrhose, cirrhous)(tendrillar): Mit einem dünnen, spiralförmigen, flexiblen Wickel; Ruhmeskrone (Gloriosa superba).
  • Hakig (uncinate): Mit einem Haken an der Spitze.
  • Abgebissen (praemorse): Abrupt abgeschnitten, wie abgebissen.
  • Stachelig (aculeate, spiny, spinose, bristle-tipped): Mit kleinen, steifen Stacheln am Blattrand, auch an der Spitze, auch mit Haken (uncinate). Mahonia aquifolium, Berberis koreana, Stechpalmen (Ilex).
  • Spaltig, Gekerbt, Gebuchtet, es kann auch ungleich (oblique) sein.
    • Zwei-, Dreilappig, -spitzig (bi-, trifid, bi-, tridentate): Mit zwei oder drei Lappen, Spitzen.
    • Gespalten (notched): Mit einem Spalt 1/4–1/2 l an der Spitze, in runde oder geradlinige Lappen geteilt, Seitenränder konvex oder gerade..
    • Ausgerandet (cleft, lobed): Mit einer Einbuchtung 1/4–1/2 l an der Spitze, in runde oder geradlinige Lappen geteilt, Seitenränder konvex oder gerade.
    • Verkehrtherzförmig (obcordate): Mit einer kleinen 1/10–1/4 l, abgerundeten Einbuchtung an der Spitze, Seitenränder konvex oder gerade.
    • Ausgerandet (emarginate): Mit einer sehr kleinen 1/20–1/10 l, abgerundeten Einbuchtung an der Spitze, Seitenränder konvex oder gerade.
    • Eingebuchtet (retuse): Mit einer ganz kleinen 1/100 bis 1/20 l, abgerundeten Einbuchtung an der Spitze, Seitenränder konvex.
  • Atypisch (divergent): Die beiden spitzen, auch gerundeten Seitenlappen am Apex stehen stumpfwinkelig, auswärts ab (bi,-trifid; auch mit Mittellappen); Passiflora citrina, Tulpenbaum Liriodendron tulipifera.
  • Aufgerollt (circinate): Die Spitze ist aufgerollt.
  • Umgerollt, zurückgerollt (revolute): Die Spreitenspitze ist zur Unterseite hin eingerollt.
  • Eingerollt (involute): Die Spreitenspitze ist zur Oberseite hin eingerollt.
  • Umgebogen (recurved): Die Spreitenspitze ist zur Unterseite hin umgebogen.
  • Eingebogen (incurved): Die Spreitenspitze ist zur Oberseite hin umgebogen.
  • Komplex: Der Apexbereich wird durch mehrere, verschiedene Seitenkrümmungen gebildet, die Seitenränder treffen ohne Vertiefung an einem Punkt zusammen.[5]

Gliederung nach Spreitenrand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blattrand: A ganzrandig, B bewimpert, C-E gesägt, F doppelt gesägt, G gezähnt, H gekerbt, I stachelspitzig gezähnt, J zerschlitzt
  • Ganzrandig (entire): mit ungezähntem Rand, ohne Einschnitte.
  • Gesägt (serrate): Zwischen den spitzen Vorsprüngen (Zähne) befinden sich spitze Einschnitte.
    • Doppelt gesägt (biserrate, doubly serrate): mit ihrerseits gesägten Sägezähnen. Mit regelmäßig oder unregelmäßig abwechselnden größeren und kleinen Sägezähnen.[1]
    • Vorwärts gesägt (forward-pointing, forth serrated, antrorse): Sägezähne weisen zur Spreitenspitze. Die englischen Bezeichnungen für gesägt (serrate) und gekerbt (crenate) sind immer vorwärts gemeint.
    • Abstehend, gerade gesägt (straight serrated, saw-toothed) (in manchen, v. a. fremdsprachlichen Werken „gezähnt“; dentate genannt): Sägezähne stehen gerade ab.
    • Rückwärts gesägt (backward-pointing, back, retro serrated, retrorse): Sägezähne weisen zum Spreitengrund.
    • Feingesägt (serrulate): mit kleinen Sägezähnen in gleichmässigem Abstand.
    • Grobgesägt (coarsley serrated): mit großen Sägezähnen.
    • Entfernt gesägt (distantly, remotely serrated): mit entfernt voneinander stehenden Sägezähnen.
  • Gekerbt (crenate): Zwischen den abgerundeten Vorsprüngen (Kerbzähnen) liegen spitze Einschnitte.
  • Feingekerbt (crenulate): mit kleinen Kerbzähnen.
  • Rundgezahnt, Stumpfgezahnt (scalopped, broad crenate): Mit breiten, runden Zähnen, Läppchen; Gundermann (Glechoma hederacea), Echte Betonie (Betonica officinalis), schwedischer Efeu Plectranthus verticillatus.
  • Grobgekerbt (cleft, notched): mit tieferen Kerbzähnen.
  • Gezähnt (dentate): zwischen den spitzigen Zähnen liegen abgerundete oder gerade Einschnitte; mit gleichen Unterteilungen wie gesägt.
  • Spitziggezähnt (spinose dentate): mit kleinen Spitzen auf den Zähnen.
  • Gezähnelt (denticulate): mit sehr kleinen Zähnchen.
  • Gebuchtet (sinuate): gewellte Ränder, mit flachen, gerundeten Zähnen.
  • Geschweift, seichtbuchtig (distantly, shallowly sinuate; dentately): Flache, runde oder spitze Vorsprünge wechseln mit weitbogigen Einschnitten ab, z. B. Brachyglottis repanda.
  • Gefranst, fransig (fimbriate): die Zähne sind sehr lang und schmal.
  • Gewimpert (ciliate): mit abstehenden Haaren am Blattrand.
  • Feingewimpert (ciliolate): mit ganz feinen abstehenden Haaren am Blattrand.
  • Ausgebissen (preamorse): mit unregelmäßig gezähnten oder gebuchteten Einschnitten.
  • Wellig, gewellt (undulate): mit dreidimensionalen Wellen, im Gegensatz dazu; flache, zweidimensionale Wellen werden als „gebuchtet“ bezeichnet.
  • Gebuchtet (sinuate): gewellte Ränder, mit flachen, gerundeten Zähnen.
  • Leicht gewellt, ausgeschweift (repand): mit kleinen, dreidimensionalen Wellen Rotbuche (Fagus sylvatica).
  • Kraus, gekräuselt (crisp): stark und unregelmäßig gewellt.
  • Knorpelrandig (cartilaginous): mit verdicktem, meist bleichem Rand.
  • Genagt (erose): Die Seiten sind fein, unregelmäßig gezackt, gekerbt, wie abgenagt, abgebrochen.
  • Stachelig (aculeate, spiny, spinose, bristle-tipped, spinescent): mit kleinen, steifen Stacheln am Blattrand, auch mit Haken (uncinate).
  • Gerafft (ruffled): Die Spreitenränder sind zusammengerafft.
  • Eingeschnitten (incised, dissected): Mit tiefen, scharfen, unregelmässigen Zacken. Blätter, die tief oder mehrfach in viele Abschnitte geschnitten werden.
  • Zerschlitzt, zerrissen (laciniate, lacerate): unregelmäßig fiederförmig mit unregelmäßigen und schmalen Abschnitten.
  • Kammförmig (pectinate): regelmäßig fiederförmig mit dicht stehenden, gleich langen, sehr schmalen Abschnitten.
  • Haarspitzig: mit Trichomen an den Spreitenrändern; Lulo (Solanum quitoense).

Gliederung nach Spreitenquerschnitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerade (plane): Der Querschnitt ist annähernd gerade.
  • Umgerollt, zurückgerollt (revolute): Der Spreitenrand ist zur Unterseite hin eingerollt.
  • Eingerollt (involute): Der Spreitenrand ist zur Oberseite hin eingerollt.
  • Umgebogen (recurved): Der Spreitenrand ist zur Unterseite hin umgebogen.
  • Eingebogen (incurved): Der Spreitenrand ist zur Oberseite hin umgebogen.
  • Gerollt (convolute): Die Spreite ist vollständig längs gerollt.
  • Muschelförmig, löffelförmig (conchiform) (spoon shaped, cochlear): Der Spreitenrand ist gerade hochgebogen, so dass sich eine Schale oder Löffel ergibt.
  • Zerknautscht, knittrig (crumpled, crinkled): Das Blatt ist zerknautscht, knittrig; Gartensalat (Lactuca sativa), Gemüsekohl (Brassica oleracea).
  • Kuppenförmig (cupuliform, cup-shape): Die Spreite ist zur Oberseite hin konvex gebogen.
  • Gefaltet, gefalzt (conduplicate): Längs der Mittelrippe nach oben geklappt. Der Querschnitt ist deutlich V-förmig.
  • Mehrfach gefaltet (plicate)(induplicate, reduplicate): Die einzelnen Blättchen oder Blattteile sind parallel gefaltet.
  • Rinnenförmig, rinnig (channelled, furrowed): Der Querschnitt ist U- bis V-förmig.
  • Gekielt (carinat): Die Spreite besitzt auf der Unterseite eine kantige Längsleiste, die meist aus der verdickten Mittelrippe besteht. Bei Grasspelzen genügt ein gewinkelter Rücken.
  • Kahnförmig, bootförmig (cymbiform): Gekielt mit nach oben gewölbten Seitenhälften, im Querschnitt U- bis V-förmig, mit zusammengezogener Spitze.
  • Wellig (undulate/repand): Mit einem welligen Querschnitt.
  • Übergerollt (supervolute): Die eine Blattseite umrollt ein anderes, zusammengerolltes Blatt, die andere Blattseite rollt sich darüber, wenn sie oberhalb des Bodenniveaus erscheinen; Glanthus elwesii.

Riefung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • glatt bzw. beinahe glatt (smooth, plane) z.B. Briza media.
  • glatt mit Doppelrille (Skispur-, Schienenblatt)(tramline) in der Mitte z.B. die meisten Arten der Gattungen Poa, Wiesenhafer (Helictotrichon), Schwaden (Glyceria).
  • schwach bzw. flach gerieft: Rippen breiter als hoch
  • deutlich gerieft: Rippen etwa gleich breit wie hoch z.B. die meisten Arten der Gattung Agrostis.
  • sehr stark gerieft: Rippen höher als breit z.B. Deschampsia cespitosa, Festuca rubra.
  • einen längs verlaufenden, hellen bis weißlichen Mittelstreifen Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli) oder haarästige Rispenhirse (Panicum capillare).

Oberflächenbeschaffenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Riefen (striate): siehe oben
  • Löchrig (fenestrate, perforated): kleine Löcher sind in der Blattspreite köstliches Fensterblatt (Monstera deliciosa).
  • Punktiert, dellig (punctate): kleine Dellen sind auf der Blattspreite.
  • Runzelig (rugose, wrinkled): netzartig, irregulär knitterig.
  • Blasig (bullate): mit kleinen Blasen.
  • Gekaut (ruminate, chewed): grob uneben, sehr stark knittrig, wie gekaut.
  • Hügelig (cross bumps): Mit hügeligen Erhebungen auf der Blattoberseite Poa annua oder Dactylis glomerata.

Gliederung nach Biegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (recurved): Mit einer auswärts nach unten gebogenen Spitze.
  • (cernuous): Mit einer auswärts abnickenden Spitze.
  • (squarrose): Mit einer rechtwinkligen, abwärts, auswärts Biegung der Spitzen.
  • (incurved): Mit einer kurvig nach oben gebogenen Spitze.
  • (flexuous): Band-, wellenförmig gebogen.

Gliederung nach dreidimensionaler Form des Blattes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laubblätter sind nicht immer flächig gestaltet, sondern können in vielen Formen auftreten.

  • Kugelig (globose): kugelförmig.
  • Eiförmig (ovoid): ähnlich einem Ei, d. h. unten breiter als oben.
  • Birnenförmig (pyriform, auch piriform): gegen den Grund (Stiel) zu stark verschmälert.
  • Ellipsoidal: eine dreidimensionale Ellipse (oblate, prolate).
  • Walzlich, zylindrisch, drehrund (terete): mit rundem, gleichbleibendem Querschnitt.
  • Röhrig (fistulose): schmal zylindrisch und hohl.
  • Spindelförmig (fusiform): gegen beide Enden zu verschmälert Austrocylindropuntia subulata.
  • Borstenförmig, borstlich (setiform): mindestens 20-mal so lang wie breit, gleich dick und steif, mit einem Durchmesser von 0,8 bis 1,5 mm. Im Querschnitt zylindrisch oder mit Rinne. Borstgras (Nardus stricta)
  • Fadenförmig, fädlich (filiform): wie oben, aber nicht steif, mit einem Durchmesser von 0,5 bis 0,8 mm.
  • Haarförmig (filamentous): wie oben, aber nicht steif, mit einem Durchmesser von unter 0,5 mm.
  • Binsenförmig, binsenartig (junciform): lang, schmal und stielrund, ohne Rinne.
  • Reitend: ungestielt, seitlich flachgedrückt, mit der Schmalseite zur Sprossachse zeigend. „Schwertblatt“ z. B. der Iris.

Gliederung nach Fläche der Spreite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Christen Raunkiær, Webb:[7][8]

  • leptophyll: < 25 mm2
  • nanophyll: 25–225 mm2; l = < 2,5 cm
  • microphyll: 225–2,025 mm2; l = 2.5–7.5 cm
  • notophyll: 2,025–4,500 mm2; l = 7.5–12.5 cm
  • mesophyll: 4,500–18,225 mm2; l = 12.5–25 cm
  • macrophyll: 18,225–164,025 mm2; l = > 25 cm
  • megaphyll: >164,025 mm2

Es werden von anderen Autoren auch etwas abweichenden Masse und Subklassen angegeben.[9][10]

Sonstige Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Als Domatien werden in der Botanik die Haarbüschel in den Achseln der Blattadern bezeichnet.
  • Als Blatthäutchen (Ligula) bezeichnet man bei Pflanzen mit Blattscheiden ein Anhängsel an der Übergangsstelle von Scheide und Spreitenoberseite.
  • Blattnarben entstehen auf den Trieben von ausdauernden Pflanzen nach dem Abfall der Blätter.
  • Hydathoden oder Wasserspalten sind wasserabscheidende Drüsen, die häufig an Blattspitzen, an Zähnchen des Blattrandes oder am Ende großer Blattadern liegen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lexikon der Biologie. Band 3, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2000, ISBN 3-8274-0328-6, S. 1–9.
  • Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
  • Siegmund Seybold: Flora von Deutschland und angrenzender Länder. Ein Buch zum Bestimmen der wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. Begründet von Otto Schmeil, Jost Fitschen. 93. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2006, ISBN 3-494-01413-2.
  • Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 13. Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen. Volk und Wissen, Berlin 1987, ISBN 3-06-012539-2.
  • Konrad Lauber, Gerhart Wagner: Bestimmungsschlüssel zur Flora Helvetica. Mit Zeichnungen von André Michel. 4. Auflage. Paul Haupt, Bern/Stuttgart/Wien 2007, ISBN 978-3-258-07240-1.
  • Michael G. Simpson: Plant Systematics. Academic Press, 2006, ISBN 978-0-12-644460-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Blattform – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Blattform – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise und Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Die Definition dieses Begriffes weicht in Fischer et al. 2005 und 2008, Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol ab.
  2. Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  3. Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
  4. Eckehart J. Jäger (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. Begründet von Werner Rothmaler. 20., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8274-1606-3, S. 880.
  5. a b c d e f Leaf Architecture Working Group: Manual of Leaf Architecture. Smithsonian Institution, 1999, ISBN 0-9677554-0-9, online (PDF; 4,06 MB), auf geosc.psu.edu, abgerufen am 15. Juni 2017.
  6. William Thomas Stearn: Botanical Latin. History, Grammar, Syntax, Terminology and Vocabulary. 3. überarbeitete Auflage. David & Charles, Newton Abbot/London/North Pomfret VT 1983, ISBN 0-7153-8548-8, Descriptive Terminology, S. 311–357.
  7. L. J. Webb: A physiognomic classification of Australian rain forests. In: Journal of Ecology. 47(3), 1959, S. 551–570, doi:10.2307/2257290.
  8. Geoff Williams, Paul Adam: The Flowering of Australia's Rainforests. Csiro, 2010, ISBN 978-0-643-10187-6, S. 36.
  9. Eddy van der Maarel, Janet Franklin: Vegetation Ecology. 2nd Edition, Wiley, 2012, ISBN 978-1-118-45248-6, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  10. M. Ingrouille: Diversity and Evolution of Land Plants. Chapman & Hall, 1992, 1995, ISBN 0-412-44230-2, S. 260, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.