Blattschuss

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Mit Blatt- bzw. Kammerschuss erlegter Rehbock zusammen mit dem dabei verwendeten Repetiergewehr – am Schulterblatt oberhalb des Zielfernrohrs ist die Einschusswunde erkennbar

Als Blattschuss wird in der Jägersprache seit dem 19. Jahrhundert ein Schuss bezeichnet, der in den Bereich des Schulterblattes in den Thorax von Schalenwild (Rehwild, Rotwild, Schwarzwild etc.) trifft.[1][2] Obwohl die Bezeichnung „Blattschuss“ einen Treffer in das Schulterblatt nahelegt, wird ein solcher Schuss möglichst vermieden, um nicht wertvolles Wildbret der Vorderkeulen unbrauchbar werden zu lassen. Vielmehr wird versucht das Wild beim Schuss knapp hinter dem Schulterblatt in den Thorax, jägersprachlich die „Kammer“, zu treffen, weswegen auch der anatomisch eindeutigere Begriff Kammerschuss gebräuchlich ist.

Beim Blatt- bzw. Kammerschuss verletzt oder zerstört das Projektil so Herz, Lungen und/oder große Blutgefäße. Wenn der Schuss das Tier nicht unmittelbar tötet, so führt der Blutdruckabfall und das Kollabieren der Lunge (Pneumothorax) typischerweise innerhalb einiger weniger Sekunden zum Tod. Während dieser kurzen Zeitspanne kann das getroffene Tier noch größere Fluchtstrecken zurücklegen, was eine Nach- bzw. Totsuche erforderlich machen kann.

Aufgrund der vergleichsweise schnellen Tötungswirkung und zugleich geringen Entwertung von Wildbret werden bei der Jagd meist Blatt- bzw. Kammerschüsse angestrebt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WiktionaryWiktionary: Blattschuss – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Blattschuss. In: Duden. Abgerufen am 17. August 2019.
  2. Haseder S. 109