Blattschuss

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Als Blattschuss[1] wird in der Jägersprache seit dem 19. Jahrhundert ein Schuss bezeichnet, der in den Bereich des Schulterblattes von Schalenwild (Rehwild, Rotwild, Schwarzwild etc.) trifft. Anatomisch genauer ist es, den Blattschuss als Kammerschuss zu bezeichnen.

Obwohl die Bezeichnung „Blattschuss“ einen Treffer in das Schulterblatt nahelegt, wird ein solcher Schuss möglichst vermieden, um nicht wertvolles Wildbret der „Vorderkeulen“ unbrauchbar werden zu lassen. Vielmehr wird der Schuss hinter das Schulterblatt in den Thorax, jägersprachlich die „Kammer“ „angetragen“. Das Projektil verletzt oder zerstört so Herz, Lungen und/oder große Blutgefäße. Ein sofortiger Blutdruckabfall und das Kollabieren der Lunge (Pneumothorax) führen zum Tod, der typischerweise innerhalb von 10–20 Sekunden eintritt und bei dem das Wild typische Schusszeichen[2] zeigt. Während dieser kurzen Zeitspanne kann das getroffene Tier noch größere Fluchtstrecken zurücklegen. Daher gehört zum waidgerechten Jagen das Mitführen eines ausgebildeten Jagdhundes für die Nachsuche, auch für den Fall, dass das Stück Wild nur angeschossen wurde.

Ein Kammerschuss oder (synonym) Kammertreffer bewirkt eine schnelle Tötung und ist daher das Ideal der waidgerechten Jagd.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Blattschuss – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Verweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Haseder S. 109
  2. Haseder S. 723
  3. Der „BLASE“ - Ausbildungswerk für die Jägerprüfung in Deutschland, benannt nach Veterinärrat Dr. med. vet. Richard Blase (1900-1981) aus Gera.