Blau (Donau)

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Dieser Artikel ist einer von mehreren Flüssen mit Namen Blau, weitere siehe unter Blau (Begriffsklärung).
Blau
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Der Blautopf in Blaubeuren ist der Ursprung der Blau

Der Blautopf in Blaubeuren ist der Ursprung der Blau

Daten
Gewässerkennzahl DE: 1152
Lage Baden-Württemberg
  Alb-Donau-Kreis
  Stadtkreis Ulm
Flusssystem Donau
Abfluss über Donau → Schwarzes Meer
Quelle Karstquelltopf Blautopf in Blaubeuren,
am Südrand der Schwäbischen Alb
48° 24′ 58,8″ N, 9° 47′ 1,8″ O48.4163305555569.7838361111111511.9
Quellhöhe 511,9 m ü. NN[1]
QuellschüttungVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen MNQ
MQ
MHQ
310 l/s
2,3 m³/s
32 m³/s
Mündung in Ulm in die Donau48.3951259.9922861111111466Koordinaten: 48° 23′ 42″ N, 9° 59′ 32″ O
48° 23′ 42″ N, 9° 59′ 32″ O48.3951259.9922861111111466
Mündungshöhe 466 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 45,9 m
Länge 22,2 km[2]
Einzugsgebiet 487,898 km²[3]
Linke Nebenflüsse Lauter
Rechte Nebenflüsse Ach
Großstädte Ulm
Kleinstädte Blaubeuren
Gemeinden Blaustein
Der Lauf der Blau von Blaubeuren bis Ulm (Postkarte von Eugen Felle, um 1900)
Die Blau bei Altental
Die Blau in Ulm
Donauschwabenufer in Ulm, links die (untere) Mündung der Blau

Die Blau ist ein über 22 km langer Fluss am Südrand der Schwäbischen Alb im Osten von Baden-Württemberg, der in der Stadt Ulm von links und Nordwesten in die obere Donau mündet.

Name[Bearbeiten]

Der Name Blau stammt nicht von der Farbe des Wassers, er ist vielmehr ein Flussname aus vorgermanischer Zeit (idg.-kelt. Blava), wie dies auch auf andere Zuflüsse der Donau zutrifft, etwa für Nau, Drau und Sau (Save).[4]

Flussverlauf[Bearbeiten]

Blautopf[Bearbeiten]

Hauptartikel: Blautopf

Die Blau entspringt dem Blautopf in Blaubeuren im Alb-Donau-Kreis, der Karstquelle mit der zweithöchsten Schüttung (2.300 l/s) in Deutschland. Die Quelle am Kloster Blaubeuren wird aus der Blauhöhle gespeist und liegt in einer Nordschleife eines alten Mäandertals der Urdonau.

Blautal[Bearbeiten]

Schon weniger als 300 Meter nach ihrem Ursprung im Blautopf fließt der Blau von rechts aus dem oberen, südwestlichen Talabschnitt die hier schon etwa 10 km lange Ach zu, die ebenfalls einer Karstquelle entspringt. Mit dieser vereint, fließt sie in zunächst durch Blaubeuren und dessen Stadtteil Gerhausen. Dann tritt sie in ostnordöstlichem Lauf ins Gemeindegebiet von Blaustein ein und passiert nacheinander das Dorf Arnegg am rechten Hangfuß, das Dorf Herrlingen am linken und im zumündenden Tal der ebenfalls einer großen Karstquelle entspringenden Kleinen Lauter sowie Klingenstein in der rechten Aue und auf dem dortigen Hang. Dann kehrt sie sich auf Südostlauf und durchläuft Ehrenstein, das sich auch auf den Gegenhang zu Klingenstein erstreckt. Etwas vor der Stadtgrenze von Ulm geht nach rechts der Blaukanal ab.

Mündung[Bearbeiten]

In Ulm fließt sie an den ehemaligen Werksgeländen der Nutzfahrzeughersteller Magirus-Deutz und Kässbohrer vorbei, in diesem Industriegebiet läuft auch der Blaukanal wieder ein. Im „Blaupark“ teilt sie sich dann bald in zwei Arme auf, Kleine Blau und Große Blau, die beide die B 10 unterqueren, um danach verdolt unter dem Ulmer Hauptbahnhof durchgeführt zu werden. Nach dem Hauptbahnhof geht von der Großen Blau verdolt nach rechts der Kobelgraben ab, der neben der Eisenbahnbrücke in offenem Lauf in die Donau mündet. Danach nähern sich die beiden Blau-Arme einander an und durchfließen im Abstand von wenigen Metern das Ulmer Fischerviertel. Die Kleine Blau wird schließlich verdolt in die Große Blau eingeleitet, die nur einen Steinwurf weiter von rechts und Nordwesten in die Donau mündet.

Einzugsgebiet[Bearbeiten]

Das Einzugsgebiet der Blau umfasst 488 km², wovon die Einzugsgebiete ihrer beiden großen Zuflüsse Ach und Kleine Lauter jeweils über ein Drittel beitragen. Es erstreckt sich linksseits in nordwestlicher Richtung von der Gewässerachse Ach–Blau etwa 20 Kilometer weit bis zum Römerstein bei Donnstetten. Die von dieser Seite von der Albhochfläche zulaufenden Täler haben gemessen daran recht kurze Gewässer, sie beginnen als Trockentäler, wenn sie nicht sogar bis zur Ach-Blau-Talachse völlig gewässerlos bleiben. Die rechte Wasserscheide ist dagegen nirgends auch nur 5 Kilometer entfernt.

Konkurrenten jenseits der Grenzen des Einzugsgebietes sind im Norden der Neckar-Zufluss Fils, hier ist deshalb die Wasserscheide zugleich Teil der Europäischen Hauptwasserscheide; im Nordosten die zur abwärtigen Donau laufende Brenz; im Osten und Süden die Donau selbst: im Südwesten die zur aufwärtigen Donau ziehende Schmiech; im Nordwesten die hinter der Hauptwasserscheide wieder zum Neckar laufenden Erms und (Lenninger) Lauter.

Zuflüsse[Bearbeiten]

Von der Quelle zur Mündung. Mit Längen[2] und Einzugsgebieten[5] wo verfügbar.

  • Ach, von rechts in Blaubeuren, 10,2 km und 168,3 km². Das oberirdische Einzugsgebiet der Blau selbst hat bis hierher nur 0,2 km².
  • Arnegger Talgraben, von rechts bei Blaustein-Arnegg, 4,9 km und 11,8 km².
  • Kleine Lauter, von links durch Blaustein-Herrlingen gegenüber Blaustein-Klingenstein, 5,9 km und 183,9 km².
  • Weiherbach, von links wie der vorige, 0,9 km und 35,8 km².
  • Lixgraben, von rechts aus Klingenstein, 0,8 km.
  • Abgang des Blaukanals, nach rechts unterhalb von Klingenstein
  • Wiesentalgraben, von rechts in Ulm-Söflingen in den rechten Blaukanal, 4,1 km.
  • Krautgartenbläule, von rechts vom Blaukanal her in die Blau gegenüber von Ulm-Eselsberg, 0,7 km.
  • Geiselstetter Bach, am Unterlauf Roter Bach, von rechts in Söflingen in den Blaukanal, 2,3 km.
  • Rücklauf des Blaukanals, von rechts, 4,3 km.
  • Abgang der Kleinen Blau, nach links, 2,1 km. Die Blau selbst heißt ab hier Große Blau.
  • Abgang des Kobelgrabens, nach rechts. Mündet nach 0,6 km am Südwestrand der Ulmer Altstadt in die Donau.
  • Rücklauf der Kleinen Blau, von links wenige Schritte vor der Mündung der Großen Blau, 2,1 km. Die Große Blau ist hier kaum länger.

Urdonautal[Bearbeiten]

Das Tal der Blau wurde von der Urdonau geformt. Als sich die Schwäbische Alb im Zuge der Auffaltung der Alpen hob, grub sich die Urdonau zunächst immer tiefer ins Gestein, bis sie sich schließlich doch ein Bett weiter südlich suchte. Dabei wurde das Hochsträß von der restlichen Alb getrennt. Im aufwärtigen südlichen Abschnitt des Tals fließt heute die Schmiech in Gegenrichtung zur Urdonau nach Ehingen zur Donau.

Touristik[Bearbeiten]

Sportklettergebiet[Bearbeiten]

Das Blautal bietet gute Sportklettermöglichkeiten und gehört zu den interessanten Klettergebieten der Schwäbischen Alb. Routen sind in fast allen Schwierigkeitsgraden eingerichtet. In zahlreichen Veröffentlichungen sind diese Routen und die dazu freigegebenen Felsen beschrieben. Naturschutzbestimmungen beschränken den Kletterbetrieb auf bestimmte Monate im Jahr.

Wassersport[Bearbeiten]

Die Blau ist ein reizvolles Kanugewässer. Sie ist ab deren Einmündung eine Fortsetzung der Ach. Von Blaubeuren bis Klingenstein besteht jährlich zwischen 1. März und 30. Juni eine Befahrungsbeschränkung für Einzelfahrer, Ausnahmegenehmigungen können von der Naturschutzbehörde in Ulm erteilt werden. Organisierte Fahrten, gewerblicher Verleih und Veranstaltungen benötigen ganzjährig eine behördliche Erlaubnis[6].

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blau (Fluss) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Baier: Über die Tertiärbildungen im Ulmer Raum. In: Documenta Naturae. 168, 1-32; München, 2008. ISBN 978-3-86544-168-3.
  • Johannes Baier: Die Geologie des Ulmer Raums – Documenta Naturae, 173, 1-44; München, 2009. ISBN 978-3-86544-173-7.
  • Blautal – Klettern im Ach- und Blautal rund um Blaubeuren, hrsg. von Andreas Buck, Albrecht Lonhardt und Walter Klein, Panico Alpinverlag, Köngen 2007, 7. Auflage, ISBN 978-3-926807-53-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Höhe nach blauer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte der LUBW-Kartendienste. → Weblinks
  2. a b Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN) der LUBW-Kartendienste. → Weblinks
  3. Einzugsgebiet nach dem Layer Aggregierte Gebiete 04 (AWGN) der LUBW-Kartendienste. → Weblinks
  4. Hans Bahlow: Deutschlands geographische Namenwelt – Etymologisches Lexikon der Fluß- und Ortsnamen alteuropäischer Herkunft.
  5. Einzugsgebiet nach dem Layer Einzugsgebiet (AWGN) der LUBW-Kartendienste. → Weblinks
  6. Paddeln bei Naturschutz A–Z, Alb-Donau-Kreis